Erst ans Büffet, dann zur Sache

WINFRIED VOGLER 15.06.2013
Relegation als Rettungsanker: Durch die Hintertür sucht der TSV Obenhausen gegen den TSV Langenau den Weg in die Fußball-Bezirksliga.

Am 11. November vergangenen Jahres setzten sich die Kreisliga-A-Fußballer des TSV Obenhausen in der Iller-Staffel an die Tabellenspitze. 15 Spieltage in Serie grüßte das Team von Trainer Roland Jegg von ganz oben. Die beste Saison seit 42 Jahren sollte mit der Meisterschaft die Krönung finden. In der 800-Einwohner-Gemeinde im Rotthal, einem Ortsteil des Marktes Buch, war längst alles für die Meisterschaftsfeier geplant.

Am vorletzten Spieltag wurde Obenhausen aus allen Träumen gerissen - ausgerechnet im Nachbarschaftsduell gegen den SV Oberroth, der mit seinem 3:2-Sieg Obenhausen die erste Heimniederlage verpasste. Der Titel war weg, Obenhausen wurde Meister. "Das war für uns brutal. Meine Spieler waren mental am Boden", schildert Trainer Jegg die damaligen Empfindungen nach dieser die Meisterschaft kostende Niederlage. "Das hat lange nachgewirkt", so der Trainer.

Letzte Zweifel sind beim TSV-Coach bis zum heutigen Relegationsspiel (Anpfiff 17 Uhr) in Silheim gegen den Kreisliga-A-Vize der Albstaffel, TSV Langenau, noch nicht ausgeräumt. "Ich hoffe, meine Spieler können den Schalter umlegen", lautete Jeggs Erwartung für das heutige Alles-oder-Nichts-Spiel. Zwei Omnibusse mit Schlachtenbummler werden die Mannschaft nach Silheim begleiten und stimmgewaltig unterstützen.

Gegner TSV Langenau geht in diese Partie, deren Sieger am Freitag gegen den SC Vöhringen um den letzten Platz in der Bezirksliga spielt, mit viel Selbstvertrauen. Dafür hat der Sieg im ersten Relegationsduell gegen Srbija Ulm gesorgt. "Wir haben schon viel mehr erreicht, was wir uns als Saisonziel gesetzt haben", sagt Trainer Horst Raubold. Der 62-Jährige sieht seine Elf nicht in der Favoritenrolle. Gleichwohl: Nach dem überzeugenden letzten Auftritt "werden wir mit breiter Brust an die nächste Aufgabe rangehen", verkündet Raubold. "Die Euphorie wollen wir mitnehmen."

Langenau wird in der gleichen Formation wie am letzten Dienstag auflaufen, Obenhausens Trainer Jegg muss auf Marco Matejka und Markus Schwab verzichten. Das Team aus dem Rotthal trifft sich bereits zur Mittagszeit in der örtlichen Gaststätte Traube bei leichter Kost vom Büffet, bevor es in Silheim dann zur Sache geht.