Fußball Erfolgreiche Wechselspielchen

Nach viermonatiger Sendepause hat Thomas Rathgeber (Nr. 9) gegen den FSV Mainz II seine Torgefährlichkeit wiederentdeckt. Er traf am Samstag zweimal.
Nach viermonatiger Sendepause hat Thomas Rathgeber (Nr. 9) gegen den FSV Mainz II seine Torgefährlichkeit wiederentdeckt. Er traf am Samstag zweimal. © Foto: Oliver Schulz
Winfried Vogler 03.04.2018

Trainer Tobias Flitsch vom Fußball-Regionalligisten SSV Ulm 1846 setzt auf Charaktereigenschaften. Dazu zählten zum Beispiel Glaubwürdigkeit und Authentizität. So beruht seine Personalrotation eben nicht auf mangelnder Wertschätzung von Altbewährtem und oberflächlicher Innovation, sondern einer Zusage, die er den Spielern gegenüber gemacht hat: „Jeder Spieler gehört zum Kader und ist stark genug, jederzeit eingesetzt zu werden. Das heißt, dass jeder seine Spielanteile bekommt, aber auch mal auf der Bank sitzen wird, obwohl er fit ist und gut gespielt hat.“

Beim 3:1 (1:1)-Sieg gegen die Bundesligareserve des 1. FSV Mainz 05 standen gleich fünf Neue in der Anfangsformation. Neben Kapitän Florian Krebs (Adduktoren) und Steffen Kienle (fünfte Gelbe Karte) fehlten der Torschütze vom 2:2 am Mittwoch in Stuttgart, Ardian Morina, sowie Christian Sauter und David Kammerbauer, die zunächst auf der Bank saßen. Sein Startelf-Debüt feierte Winterneuzugang Mergim Neziri, Standby-Spieler Tim Göhlert war nach einer Pause von elf Partien wieder in der Innenverteidigung dabei. Vorne standen David Braig und Thomas Rathgeber erstmals nach vier Spielen wieder gemeinsam von Beginn an auf dem Platz.

Nach einer vermurksten ersten Halbzeit – die Führung durch Rath­geber (11.) hatte Mainz durch Karl-Heinz Lappe (29.) ausgeglichen – und einer nach einer gelungenen Umstellung besseren zweiten blieben die Spatzen auch in ihrem vierten Spiel hintereinander ohne Niederlage. „Wir haben gut verteidigt und nur zwei gefährliche Aktionen zugelassen“, befand Flitsch, für den Marcel Schmidts der Matchwinner war. „Der Schachzug hat  gepasst“, bemerkte Schmidts, Torschütze zum vorentscheidenden 2:1 (61.). Der 23-Jährige hatte nach der Pause einen Offensivpart übernommen. „Er hat unser Umschaltspiel belebt und mehr Geschwindigkeit ins  Spiel gebracht“, sagte Flitsch, der zur Pause Kammerbauer für den unauffälligen Neziri gebracht hatte.

Mit seinem Saisontreffer acht zum 3:1 (73.) bewies Rathgeber erneut Torgefahr – letztmals hatte er am 25. November vergangenen Jahres beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart II getroffen.

Auch wenn die aktuelle Situation als Tabellenzwölfter mit fünf Punkten Abstand auf den möglichen Abstiegsrang 15 beim SSV 46 eigentlich zu spannend ist, um sich bereits mit der kommenden Spielzeit zu befassen, sind gewisse Planungen natürlich trotzdem notwendig Die Vertragsverlängerung von Kapitän Krebs bis 2020 war der Beginn einer wichtigen Saisonphase für Lutz Siebrecht, der damit beschäftigt ist, den Kader für die Saison 2018/19 zusammenzustellen.

Künftig hauptamtlicher Trainer

So laufen zum Saisonende nicht nur fast ein Dutzend Verträge von Spielern aus, darunter diverse Leistungs- sowie  Hoffnungsträger wie Alper Bagceci, Volkan Celiktas, Luca Graciotti, Tim Göhlert, Felix Nierichlo, Christian Sauter, Thomas Rathgeber sowie Torhüter Kevin Birk,  sondern auch das Arbeitspapier des Trainers. „Es wird einen hauptamtlichen Trainer geben, wer auch immer“ – mehr wollte Siebrecht zu dieser Personalie noch nicht sagen. Auch Siebrechts Vertrag läuft im Sommer aus. Auf die Verantwortlichen wartet in jedem Fall noch sehr viel Arbeit in den nächsten Wochen.

So spielten sie

SSV Ulm 1846  – 1. FSV Mainz 05 II

3:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Göhlert, Schindele, Schmidts – Neziri (46. Kammerbauer), Reichert (58. Sauter), Campagna, Bagceci (77. Morina) – Braig, Rathgeber.
Tore: 1:0 Rathgeber (11.), 1:1 Lappe (29.), 2:1 Schmidts (61.), 3:1 Rathgeber (73.).
Gelbe Karten: Schindele, Reichert (5./ nächstes Spiel gesperrt), Bagceci – Häusl, Kinsombi, Neubauer.
Schiedsrichter: Hildenbrand (Wertheim).
Zuschauer: 885.

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