Wenn das nicht mal ein gutes Omen ist...  Wie im Vorjahr, als Moderatorin Palina Rojinski die erste Runde im DFB-Pokal ausloste und dem SSV Ulm 1846 Fußball Bundesligist Eintracht Frankfurt als Gegner bescherte, mussten die Spatzen bis ganz zum Schluss warten. Nia Künzer, die Fußball-Weltmeisterin von 2013 und diesjährige Losfee, hatte alle Kugeln gezogen – bis auf zwei. Wer gut aufgepasst hatte, wusste, dass nur noch die des Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball und des Zweitligisten 1. FC Heidenheim in den beiden Lostöpfen lagen.

Künzers letzte beiden Griffe waren also nur noch pro forma – und bestätigten, dass unter der Aufsicht von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth alles ordnungsgemäß zugegangen war: Der SSV 46 wird im Zeitraum vom 9. bis 12. August – der genaue Spieltermin wird in den nächsten beiden Wochen nach Absprachen zwischen den Vereinen, dem DFB, Fernsehen und Sicherheitskräften abgestimmt – im Donaustadion auf den 1. FC Heidenheim treffen.

Kapitän Florian Krebs, welcher der fünfköpfigen Ulmer Delegation angehörte, die in einem Kleinbus der SSV-Jugend zum Ziehungsort im Dortmunder Fußball-Museum gefahren war, freute sich über das „Wahnsinns-Los“ aus zweierlei Gründen. „Zwischen beiden Vereinen herrscht eine gewisse Rivalität. Für die Region ist das ein Highlight. Ich gehe davon aus, dass das Stadion wieder ausverkauft sein wird“, sagte der Innenverteidiger, der in der von der ARD-Sportschau live übertragenen Auslosung die FC-Bayern-Legenden Oliver Kahn und Franz Beckenbauer imitierte – wie schon vor einem Jahr nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt im Aktuellen Sportstudio. Als  FC-Bayern-Fan wären die Münchner (wir berichteten) Krebs’ bevorzugter Gegner gewesen. Gleich dahinter auf seiner persönlichen Wunschliste folgte der 1. FC Heidenheim. Nicht ohne Grund. Dort spielte der 30-Jährige von 2009 bis 2014 und kennt aus dieser Zeit noch einige Spieler und Trainer. Am besten Heidenheims herausragenden Vorzeigeprofi Marc Schnatterer, mit dem Krebs zu Beginn seiner Laufbahn auch beim Karlsruher SC zusammen spielte. Beide haben auch jetzt noch Kontakt miteinander.

Auch Sportvorstand Anton Gugelfuß hat einen engen Draht zu seinem Heidenheimer Kollegen Holger Sanwald. Schon eine Minute nach der Auslosung standen beide in Kontakt – und waren sich einig. „Wir wollen dieses DFB-Pokal-Knallerlos gemeinsam zu einem Fußballfest machen.“ Für Gugelfuß ist der 1. FC Heidenheim, der einen steilen Aufstieg von der  Verbands- in die zweite Bundesliga hinter sich hat, ein Vorbild. „In Heidenheim wird sehr gute Arbeit geleistet. Wir wollen uns nichts vormachen, wir sind nur der krasse Außenseiter. Aber natürlich werden wir unsere Chance suchen – wie wir das gegen Eintracht Frankfurt getan haben.“

Enger Draht zwischen Bossen

Bei den Ulmern hat nicht nur Florian Krebs, sondern auch Rückkehrer Burak Coban eine Heidenheimer Vergangenheit. Beim 1. FCH wiederum spielt Sebastian Griesbeck , der im Sommer 2013  vom SSV Ulm 1846 Fußball auf die Ostalb wechselte und sich dort neben Schnatterer zum absoluten Leistungsträger gemausert hat.

Auch Heidenheims Trainer Frank Schmidt hatte seine Spielerlaufbahn einst in der Jugend des SSV 46 begonnen. Er und sein Ulmer Kollege Holger Bachthaler kennen sich aus gemeinsamen Auftritten mit der Bayern-Auswahl. „Frank hat den 1. FC Heidenheim gemeinsam mit Holger Sanwald von der Oberliga an die Spitze der zweiten Bundesliga geführt. Das spricht für seine Qualität. Für uns ist das Spiel gegen Heidenheim ein absolutes Toplos“, sagt Bachthaler. Auch er geht davon aus, dass die Begegnung am zweiten August-Wochenende ausverkauft sein wird.

Nach dreiwöchiger Pause geht’s heute weiter


Trainingsauftakt Gerade mal drei Wochen ist es her, dass der SSV Ulm 1846 Fußball mit dem 2:0 gegen den TSV Essingen zum zweiten Mal in Folge den WFV-Pokal gewann und sich damit für den DFB-Pokal qualifizierte. Heute starten die Spatzen mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Um 9 Uhr treffen sich die Akteure. Erwartet werden alle 25 Feldspieler, darunter die sieben Neuzugänge, und die drei Torhüter. Zunächst werden leistungsdiagnostische Tests durchgeführt. Am Nachmittag stehen Medientermine und ein leichtes Training auf dem Programm. Am Dienstag geht es für insgesamt sechs Tage ins Trainingslager nach Sulzberg ins Allgäu.