Fußball Das 2:1 gegen Elversberg hat viele Väter

Feiern und sich feiern lassen. Oben auf dem Spatzen-Knäuel Alper Bagceci, Torschütze zum 1:0, unten schaut der Kopf von Ardian Morina raus, der gerade das 2:0 erzielt hat.
Feiern und sich feiern lassen. Oben auf dem Spatzen-Knäuel Alper Bagceci, Torschütze zum 1:0, unten schaut der Kopf von Ardian Morina raus, der gerade das 2:0 erzielt hat. © Foto: Volkmar Könneke
Gerold Knehr 12.03.2018

Die einen glauben an den Schornsteinfeger oder den Marienkäfer als Glücksbringer. Florian Krebs glaubt an sich selbst: „Mit mir haben wir noch kein Spiel verloren“, strahlte der Kapitän des SSV Ulm 1846 Fußball nach dem so wichtigen 2:1 gegen den amtierenden Regionalliga-Meister SV Elversberg.

Zweimal hatte der 29-Jährige in dieser Spielzeit länger pausieren müssen. Zu Saisonbeginn wegen Leistenproblemen, zuletzt wegen einer Sprunggelenksverletzung. Ohne Krebs gab’s für die Spatzen in 13 Begegnungen bei einem Sieg nur sechs Punkte. In den elf Spielen mit dem Abwehrchef blieben die Spatzen ungeschlagen (fünf Siege) und holten 22 Zähler.

Hinten sauber gearbeitet

„Das lange Warten war nicht einfach“, sagte Krebs nach seinem ersten Punktspiel seit dem 4. November.  Auch nicht für die Mannschaft, die nach zahlreichen Ausfällen ohne Spielrhythmus war. Deshalb agierten die Spatzen gegen den Tabellen-Fünften SV Elversberg defensiver als sonst gewohnt bei Heimspielen. „75 Minuten lang haben wir hinten sauber gearbeitet und dicht gehalten“, freute sich Sportvorstand Anton Gugelfuß. Die Saarländer kamen kaum zu Torchancen. Nur Elversbergs Stürmer Jean Romaric Kevin Koffi traf im ersten Durchgang mit strammem Schuss – einen neben dem Tor stehenden kleinen Balljungen des TSV Riedlingen, der ob des Schreckens bittere Tränen weinte.

Hinten dicht, bei Ballgewinn schnell umschalten und über die Außenbahnen Konter fahren – so lautete der Matchplan von Ulms Trainer Tobias Flitsch, der auf die nominellen Stürmer Thomas Rathgeber und den gesundheitlich angeschlagenen David Braig zunächst verzichtet und statt ihrer den schnellen Steffen Kienle ganz nach vorne in die Sturmspitze beordert hatte.  Doch dieser Teil des Matchplanes ging zunächst nicht auf, so dass die erste Halbzeit eine dröge Angelegenheit war.

Doch dann schlug Alper Bagceci zu. Alle waren davon ausgegangen, dass der Ex-Profi wegen einer im Training erlittenen Sehnenverletzung im Ellbogen nicht würde spielen können. Dieselbe Blessur hatte einst bei seinem Ex-Klub Heidenheim zu einer dreimonatigen Zwangspause geführt. Doch nun sagt Bagceci: „Wozu brauche ich zum Fußballspielen den Ellbogen?“ Mit einem geschienten Arm und der Zustimmung von Mannschaftsarzt Christoph Buck trat der 33-Jährige gewohnt aggressiv an – und stellte die Weichen zum Überraschungssieg. Bagceci schloss einen von ihm selbst eingeleiteten Angriff per Kopf zum 1:0 (50.) ab. Zwei Minuten später legte Ardian Morina zum 2:0 nach.

Nach dem Anschlusstreffer der Gäste durch Julius Perstaller wurde die anfangs langweilige Begegnung in den letzten elf Minuten zum Thriller. Dreimal hatten die bis dahin schwachen Elversberger die Möglichkeit zum Ausgleich, die letzte Chance in der Nachspielzeit parierte Torhüter Holger Betz glänzend.

Wer aber war nun Matchwinner: Betz? Morina? Bagceci? Krebs? Möglicherweise war ja Schiedsrichter Michael Kempter der Glücksbringer. Seit 2008 hat der SSV 46 keines der zehn Spiele verloren, die der Mann mit dem Irokesenschnitt pfiff.

So spielten sie


SSV Ulm 1846 – SV Elversberg

2:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Krebs, Schindele, Schmidts – Reichert, Campagna – Bagceci (72. Rathgeber), Morina (70. Nierichlo), Sauter – Kienle (85. Braig).
Tore: 1:0 Bagceci (50.), 2:0 Morina (52.), 2:1 Perstaller (79.).
Gelbe Karten: Morina, Campagna (10./nächstes Spiel gesperrt), Bagceci (5./nächstes Spiel gesperrt) – Gaul, Koffi, G. Krebs.
Schiedsrichter: Michael Kempter.
Zuschauer: 912.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel