Fußball-Regionalliga Daheim eine Macht

Hat die Magen-Darm-Probleme hinter sich: Spatzen-Spielführer Florian Krebs (Mi.).
Hat die Magen-Darm-Probleme hinter sich: Spatzen-Spielführer Florian Krebs (Mi.). © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Winfried Vogler 12.10.2018

Noch vor zwei Jahren (Mai 2016) trennten den SSV 46 Fußball und den FSV Frankfurt Welten. Während der Stadtteilklub aus dem Frankfurter Osten nach achtjähriger Gastspielreise durch das Bundesliga-Unterhaus den bitteren Abstieg aus der zweiten Liga verkraften musste, schickten sich die Spatzen an, nach der Oberliga-Meisterschaft aus der fünftklassigen Liga zu verabschieden.

Wenn morgen (14 Uhr) nun der SSV 46 im Donaustadion die Hessen empfängt, haben sich die Kräfteverhältnisse erheblich verändert. Hier die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler, die nach zwölf Saisonpartien schon seit fünf Spieltage den zweiten Tabellenplatz behauptet, dort die Frankfurter, für die nach ihrem sportlichen und finanziellen Absturz das Jahr zwei der Konsolidierung in der Fußball-Regionalliga begonnen hat. „Der FSV ist eine robuste Mannschaft, die sehr körperbetont spielt“, lauten die Erkenntnisse, die Bachthaler zuletzt gewonnen hat, als er den morgigen Gegner vor einer Woche beim 0:0 gegen Mainz 05 II beobachtete.

Nur drei Treffer mehr

Registriert haben dürfte der SSV-Coach auch die mangelnde Torgefahr der Mannschaft von Trainer Alex Conrad. Mit 13 Toren aus zwölf Spielen haben nur fünf Teams weniger Treffer erzielt als die Frankfurter. Während die Offensive schwächelt, steht die Defensive seit dem 0:7 in Offenbach recht stabil. Seit fünf Spielen ist der FSV ungeschlagen, kassierte nur drei Gegentore. Der SSV 46 zählt seinerseits mit bislang 16 erzielten Toren auch nicht zur Torfabrik der Liga – nur Steinbach Haiger (11) hat von den ersten acht Klubs weniger oft getroffen. Alles Vorzeichen, die auf ein torloses Remis schließen könnten. Dem widerspricht freilich die fast makellose Bilanz der Spatzen im Donaustadion, die mit fünf Siegen aus sechs Partien das heimstärkste Team der Regionalliga sind. Und das soll so bleiben, obwohl Bachthaler einräumt: „In dieser Liga kann man keinen Gegner locker herspielen.“ Jüngste Erkenntnisse nach dem Auswärts-2:2 in Dreieich, wo der SSV 46 sich als Tabellenzweiter beim Letzten schwer tat.

Die personelle Situation hat sich bei den Ulmern klar verbessert. Kapitän Florian Krebs steht nach einer Magen-Darm-Erkrankung wieder genauso zur Verfügung wie die gelb-rot-gesperrten Luigi Campagna und Ardian Morina. Die Drei-Spiele-Sperre von Nikolas Jann läuft heute ab, damit steht der 26-jährige Neuzugang vom FV Illertissen ebenfalls wieder im Kader.

Dafür ist der Einsatz von Johannes Reichert gefährdet. Der Abwehrspieler hat sich im Training gestern am Oberschenkel verletzt. „Es wird nicht einfach, den 18-Mann-Kader zu benennen“, betont der SSV-Coach angesichts des Angebots. Immerhin bewies der 43-Jährige schon mehrmals ein goldenes Händchen beim Einwechseln. „Das ist der Wunsch jedes Trainers, wenn die Einwechslungen was bewirken und Qualität von der Bank kommt.“ Wehe also, wenn Bachthaler einwechselt.

Aus der zweiten Liga abgestürzt

„In dieser Liga muss man auf der Hut sein, die verzeiht keine Fehler“, sagt FSV-Trainer Alex Conrad, der von seinem Team ein paar Tore im Donaustadion erhofft. Als Saisonziel gilt der Klassenerhalt. Der langjährige Zweitligist war vor zwei Jahren finanziell wie sportlich heruntergewirtschaftet und musste ein Insolvenzverfahren antreten, das aus formalen Gründen noch nicht abgeschlossen ist. Wie in der Vorsaison müssen sich die Hessen, die am Bornheimer Hang ihre Heimspiele austragen, mit einem Personaletat von 750 000 Euro begnügen.

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