Bezirksliga Bezirksliga: Behr nach langer Pause als Spielleiter des TSV Blaustein zurück

Ist Werner Behr ein "Feierbiest"? Der "Hugo", wie er seit der aktiven Zeit heißt, ist für Überraschungen gut.
Ist Werner Behr ein "Feierbiest"? Der "Hugo", wie er seit der aktiven Zeit heißt, ist für Überraschungen gut. © Foto: Oliver Schulz
Blaustein / DETLEF GRONINGER 30.05.2015
Einst Ulmer Kicker-Idol, hatte Werner "Hugo" Behr fußballerisch für zehn Jahre eine Auszeit genommen. Dann spielte der Zufall Regie: Heute ist Behr Spielleiter beim TSV Blaustein, Spitzenreiter der Bezirksliga.

Jürgen "Katsche" Schneider von der Abteilungsleitung des Bezirksligisten TSV Blaustein hat ein bisschen Schicksal gespielt für den heute 62-jährigen Bankkaufmann Werner "Hugo" Behr. Auf dem Recyclinghof trafen sich beide zufällig im Juni 2014. Schneider erinnerte sich an die Verdienste Behrs, der vor seiner Auszeit 15 Jahre lang mehrere TSV-Juniorenmannschaften trainiert hatte. Zu seinen Schützlingen zählte auch einmal Andreas Ludwig, jetzt gerade mit dem VfR Aalen aus der zweiten Liga abgestiegen. Behr erzählt: "Katsche hat mich gefragt, ob ich als Spielleiter einsteigen will. Nach Rücksprache mit meiner Frau Karin, habe ich zugesagt. Man soll doch auf seine Frau hören."

Und als ein Teil des Erfolgspuzzles ist er beim Spitzenreiter, der am vorletzten Spieltag morgen (15 Uhr) mit einem Punkt beim Verfolger TSV Neu-Ulm den Titel in trockene Tücher bringen kann, nicht mehr wegzudenken. "Er ist ein Kracher für uns, menschlich ein super Typ. Er weiß in jeder Situation einen Rat. Er ist die gute und ruhige Seele der Mannschaft", lobt Trainer Peter Passer. Als Verbindungsglied zwischen Abteilungsleitung, Trainer und Mannschaft hält er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. "So viel gibt es aber nicht zu sagen. Wir haben ein super Trainer-Team mit Peter und seinem Co. Zarko Perisa. Sie haben den Draht zur Mannschaft. Da passt alles", sagt Behr.

Die Erfolgsgeschichte kann sich sehen lassen. Die zweite TSV-Garnitur hat den Kreisliga B/IV-Titel und Aufstieg in die A/Donau schon eingetütet. Und einige der Talente stehen auf dem Sprung in die erste Mannschaft. "Wir haben einen großen Kader. Wenn dann Spieler aus der Zweiten ausgeholfen haben, hast du keinen Qualitätsunterschied gemerkt", betont Behr. Deswegen soll auch bei einem Landesliga-Aufstieg des Vorzeigekaders kein Stühle-Rücken erfolgen. Behr: "Wir haben das Vertrauen in die Spieler. Es wird hier nicht wie vor einigen Jahren zahlreiche Neuzugänge geben." Damals endete dieses Kapitel mit dem Abstieg - und mit verbrannter Erde.

Behr fühlt sich angesichts des Zusammenhalts im Kader schon an seine eigene Vergangenheit beim SSV 46 erinnert. Der Mittelfeldakteur gehörte zur Mannschaft mit Spielern wie Günter Berti, Siegfried "Porky" Schneider, Walter Modick, die 1979 erstmals in die zweite Liga aufgestiegen war. Schon damals war der Anfeuerungsruf "Hugo, Hugo, Hugo" fester Bestandteil bei Spatzen-Heimspielen. Behr: "Ich habe in jungen Jahren meinem Fahrrad den Namen Hugo gegeben. Und das ist an mir hängen geblieben." Der fröhliche Zeitgenosse, der später noch beim Heimatklub TSV Blaubeuren und der SpVgg Au in der Landes- und Verbandsliga gespielt hat, lässt sich nur nicht aus der Reserve locken, wenn's um die Art der möglichen Titelfeier geht: "Ich glaube das erst, wenn wir wirklich durch sind." Jedenfalls habe er schon für manche Überraschung gesorgt: Auf der Rückfahrt vom damals letzten Oberliga-Punktspiel der Spatzen in Konstanz war er Mitinitiator der schunkelnden Ulmer auf der Fähre nach Meersburg. Der Kapitän bekam Angst, das Schiff könnte kentern, und bremste die Aufstiegsfeier-Euphorie. Und: Nach einer Oberliga-Meisterschaft sprang er in voller Montur ins SSV-Schwimmbad.

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