Aufstieg Benjamin Passer schießt den TSV Blaustein in die Landesliga

Neu Ulm (weis) - TSV Blaustein, 0:2 Benjamin Passer(rechts)
Neu Ulm (weis) - TSV Blaustein, 0:2 Benjamin Passer(rechts) © Foto: Rudi Apprich
Blaustein / DETLEF GRONINGER 31.05.2015
Benjamin Passer schoss mit einem Viererpack den Fußball-Bezirksligisten TSV Blaustein zum Titel. Nach dem 4:0 (1:0) beim bislang schärfsten Verfolger TSV Neu-Ulm steigt der Meister in die Landesliga auf.
Vor 21 Jahren hatte der TSV Blaustein am letzten Spieltag in den sauren Apfel beißen müssen und stieg aus der Fußball-Landesliga ab. Danach marschierte der Verein sogar eine weitere Etage tiefer. Unter Trainer Peter Passer gelang 2013 die Rückkehr in die Bezirksliga – und nun schafften die Blausteiner den Sprung zurück in die Landesliga, wo vor 21 Jahren alles begann.

„Wer 4:0 hier gewinnt, hat es verdient aufzusteigen. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, bilanzierte Trainer Harald Plail, der Trainer des unterlegenen TSV Neu-Ulm nach dem Bezirksliga-Spitzenspiel. Und ergänzte mit Blick auf sein Team: „Wir sind noch zu grün.“

Damit hob er auf die Galavorstellung von Blausteins vierfachem Torjäger Benjamin Passer an. Der konnte bei seinem zweiten und dritten Treffer völlig unbedrängt einköpfen. „Es kann nicht sein, dass sechs Meter um einen Mittelstürmer kein Gegenspieler ist“, kritisierte Plail seine Spieler.

Passer selbst war über seine Narrenfreiheit im Neu-Ulmer Strafraum überrascht. „So viel Platz habe ich nicht so oft. Die Vorlagen kamen aber auch sehr gut“, kommentierte er seine vier Treffer (8., 59., 84., 88.), welche die Neu-Ulmer Hoffnungen auf Relegationsplatz zwei verringerten. Der neue Tabellenzweite SSV Ulm 1846 II ist nun punktgleich mit Neu-Ulm, hat aber die um acht Treffer bessere Tordifferenz – und beim Saisonfinale in Blaustein am nächsten Samstag alle Trümpfe in der Hand. „Wir werden aber nichts herschenken“, versprach Meistermacher Peter Passer.

Seine Schützlinge gerieten nur in der Neu-Ulmer Drangphase kurz nach Seitenwechsel ins Schwimmen. Zweimal kam Raphael Wiesenmayer nach einer Ecke zum Kopfball, doch erst rettete Blausteins Torhüter Steffen Gyrock (47.), dann Feldspieler Dominic Fauß (56.)

Nach dem Abpfiff brachen alle Dämme. Trainer Passer und Spielleiter Werner „Hugo“ Behr mussten die obligatorische Sekt- und Bierdusche über sich ergehen lassen. Torjäger Benjamin Passer hatte in Hoffnung auf die Titelfeierlichkeiten vorsorglich für heute einen halben Tag Urlaub beantragt. Ihm ist nicht bange vor der Landesliga. „Das sind hier alles gute Jungs. Wir stehen zusammen“, betonte er.

Auch sein Vater Peter strahlt angesichts des Entwicklungspotenzials der Mannschaft Zuversicht aus. „Wir haben lauter junge Spieler. Der Verein hat Zukunft. Jetzt weiß man, warum man Jugendarbeit betreibt“, sagte er. Nicht von ungefähr ist auch die „Zweite“ souverän von der Kreisliga B/IV in die A/Donau aufgestiegen. „Wir werden im Kader keine Quantensprünge machen. Wenn überhaupt, holen wir vielleicht zwei Spieler“, ergänzte er. Ersatztorwart Kevin Minsch, der von Bezirksligist TSV Westerstetten umworben wird, soll gehalten werden.

Beim TSV Neu-Ulm hält sich die Enttäuschung in Grenzen. „Unsere Entwicklung hat erst begonnen. Ich bin mit der Saison im Großen und Ganzen zufrieden. Vielleicht landen wir am letzten Spieltag ja noch den Coup und erreichen Platz zwei“, gibt Plail die Hoffnung auf die Relegation nicht auf. Nach Rückkehrer Philipp Gold (FV Illertissen II) steht mit Onur Mutlu (SV Asselfingen) der zweite Neuzugang fest.

Die nächsten Spiele

Bezirksliga, 30. und letzter Spieltag, Samstag, 17 Uhr TSV Blaustein – SSV Ulm 1846 Fußball II, SV Oberroth – TSV Neu-Ulm, SC Staig – Spfr. Rammingen, TSV Langenau – Spfr. Illerrieden, TSV Blaubeuren – SSG Ulm 99. SC Türkgücü Ulm – TSV Westerstetten, FC Neenstetten – FV Senden, SV Grimmelfingen – TSV Holzheim.

 

 

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