Bermaringen / Alexander Finck  Uhr

Spannender hätte die vergangene Saison der Kreisliga A/Alb kaum enden können. Am letzten Spieltag empfingen die Fußballer des Tabellenersten TSV Bermaringen den zweitplatzierten SV Westerheim. Dem TSV hätte, aufgrund von zwei Punkten Vorsprung auf den SV, ein Remis zur Meisterschaft genügt, doch das Team von Trainer Stefan Müller lag zur Halbzeit mit 1:2 zurück.

„Wir haben die ganze Zeit an uns geglaubt und mutig nach vorne gespielt“, sagt Coach Müller, dessen Team die Partie gegen Westerheim drehte. In Durchgang zwei trafen dann Dennis Maichel und Christian Peter für den TSV, der 4:3 gewann und so den Aufstieg in die Bezirksliga klarmachte. Exakt vor 15 Jahren war dies Bermaringen bereits schon einmal gelungen.

13 Neuzugänge vermeldete der TSV zu Saisonbeginn. Zusätzlich lotste Abteilungsleiter Bernd Lauer den 33-jährigen Müller zum Kreisligisten. Dieser hatte kurz zuvor seine B-Lizenz an der Fußballtrainerschule gemacht und für sieben Spiele den FV Weißenhorn gecoacht. „Wir wollten unbedingt einen jungen Trainer, der gut zu unserer jungen Mannschaft passt“, sagt Lauer: „Stefan Müller war da die perfekte Wahl.“

Der Saisonstart mit dem Bermaringer Männerteam, das einen Altersdurchschnitt von 23,7 Jahren hat, war holprig. Das Auftaktspiel ging verloren, die zwei darauffolgenden Partien endeten als Remis. Ein Systemwechsel von 4-3-3 auf das offensive 3-5-2 war die Folge. „Das war der Knackpunkt. Sonst wären wir am Ende auch nicht Meister geworden“, findet Müller.

Der Knoten platzte beim 5:1 gegen den TSV Altheim/Alb. Im Anschluss daran gewann die junge TSV-Truppe dank schnellem Umschaltspiel neun von zehn Spiele. Achtmal schoss der Bermaringer Angriff drei oder mehr Treffer. Für diese Leistung musste Coach Müller jedes Mal einen Kasten Bier stellen – am Saisonende waren es insgesamt 16.

Die Euphorie hielt bis zum Auswärtsspiel gegen Westerheim an. Dort kassierte der TSV dann einen 0:1-Dämpfer und gab gleichzeitig die Tabellenführung an den Gastgeber ab. Aufgrund des 1:2 gegen Bernstadt vor dem Jahreswechsel hatte Westerheim im März 2019 sogar sechs Punkte Vorsprung auf die TSV-Jungspunde. „Der SV patzt immer im März. Das wusste ich, das war auch schon letztes Jahr so“, sagt Lauer: „So konnten wir den Punkte-Rückstand aufholen.“

Mit schnellem, aktivem Offensivfußball musste der TSV in 2019 nur einen einzigen Punktverlust, beim 0:0 gegen den SV Scharenstetten, hinnehmen. Müllers Team holte sich Platz eins zurück und schoss insgesamt 84 Tore. Die TSV-Stürmer Nikolaj Klassin und Alexander Peter steuerten je 15 Treffern bei. Angreifer Maichel machte 14 Buden.

Neben der offensivgeprägten Philosophie des neuen Trainers und der mannschaftlichen Geschlossenheit hat die Jugendarbeit zur Meisterschaft beigetragen. Gemeinsam mit Asch-Sonderbuch und Herrlingen hat der TSV eine Jugendspielgemeinschaft. Bermaringen rekrutiert jährlich A-Junioren für die erste und zweite Mannschaft. „Wir legen großen Wert auf die Nachwuchsarbeit und konnten endlich davon profitieren“, betont Lauer.

Weder Müller noch sein Assistent  Thomas Frischmann oder irgendein Bermaringer Spieler hat Erfahrung in der Bezirksliga. „Das wird für uns alle Neuland“, sagt Müller: „Wir werden den Druck niedrig halten, an unserem Ballbesitzspiel arbeiten und die vier Jugendspieler integrieren.“ So schnell wie möglich sollen 40 Punkte eingefahren werden, um das klare Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

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Kicker stehen in der kommenden Spielzeit im Kader der ersten und zweiten Mannschaft des TSV Bermaringen – und weitere Neuzugänge sind nicht auszuschließen.