Fußball Arbeitssieg für Spatzen in Mittelhessen

Michael Schindele (re.) erzielte den Siegtreffer.
Michael Schindele (re.) erzielte den Siegtreffer. © Foto: Rene Weiss/Eibner
Ulm/Stadtallendorf / Von Winfried Vogler 05.11.2018

Bloß nicht wieder ein Déjà-vu der unangenehmen Art erleben, dachte sich der Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 nach dem DFB-Pokalhit unter der Woche gegen Fortuna Düsseldorf und vor der Auswärtspartie bei Eintracht Stadtallendorf. Dem Erstrunden-Coup gegen Eintracht Frankfurt folgten nämlich zwei schmerzhafte Resultate: eine bittere 0:1-Niederlage bei Wormatia Worms und die erste Heimpleite gegen den Aufsteiger FC Homburg.

Ähnliches darf sich nicht wiederholen, lautete Holger Bachthalers obligatorische Warnung vor der Reise nach Mittelhessen. Der SSV-Coach hatte seine Elf gewarnt, dass die Aufgabe beim Tabellenvorletzten „nur von der Papierform leicht“ sei, in der Praxis keinesfalls. Dementsprechend konzentriert begann seine Elf, verzeichnete ein Übergewicht bei Zweikämpfen, Ballbesitz sowie Torschüssen, ließ aber die Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor vermissen.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten zwei, drei klare Torchancen“, bestätigte Florian Krebs. „Ich selbst habe bei einem Kopfball eine gute Möglichkeit zur Führung vergeben“, haderte der SSV-Kapitän. Die Gäste hatten die Partie im Griff, versäumten aber ihre Überlegenheit konsequent zu nutzen. Dass seine Mannschaft mal wieder „zu viele Chancen liegen gelassen hat“, registrierte Trainer Bachthaler mit Bedauern. „Wir müssen gefühlt viel zu viel Aufwand betreiben, damit können wir nicht ganz zufrieden sein“, betonte der 43-Jährige. Natürlich kam auch Pech dazu, als Aron Viventi, der für David Braig (Bachthaler: „Dem fehlt noch der nötige Spielrhythmus“) in der Startformation stand, nach elf Minuten eine Hereingabe von Nico Gutjahr volley an den Pfosten setzte. „Der Ball ist unglücklich versprungen“, sah der 21-Jährige den Grund für sein verpasstes erstes Saisontor, das ihm der Trainer so sehr gewünscht hätte.

„Schade, dass ihm kein Tor gelungen ist“, bedauerte Bachthaler, der dem Neuzugang von der TSG Hoffenheim aufsteigende Form bescheinigte. Viel lief auf ein torloses Remis gegen die abstiegsbedrohten Hessen hinaus. Aber wofür gibt es Standardsituationen? Der Mittelfeldstratege Luigi Campagna zirkelte 20 Minuten vor Schluss den einen Freistoß in den Strafraum, dort wurde Michael Schindele seinem Ruf als Mann für entscheidende Tore gerecht. „Der Ball ist mir nach einer missglückten Abwehr im Torraum quasi vor die Füße gefallen, da brauchte ich nur noch einzuschieben“, bemerkte Schindele. Dass der Ball dann auch noch abgefälscht wurde, „ist im Endeffekt egal, Hauptsache drei Punkte“, freute er sich besonders, nachdem „ich nach der Pokalpartie ziemlich in der Kritik gestanden habe“.

Harte Geduldsprobe am Ende

Erst vor drei Wochen hatte der 24-jährige Verteidiger mit seinem ersten Saisontreffer in der Nachspielzeit den Ulmer 2:1-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt sichergestellt. Nach der erlösenden Führung war es freilich bis zum Schluss eine harte Geduldsprobe für den SSV 46, aber der Tabellenvierte hat sie bestanden. So musste auch Bachthalers Kollege, Dragan Sicaja, einen „verdienten Ulmer Sieg“ neidlos anerkennen. „Klar“, bestätigte Kapitän Florian Krebs, „hatten wir immer wieder die gute Ausgangssituation im Hinterkopf.“ Die Vorfreude ist groß, es stehen zwei absolute Topspiele an. Zunächst kommt am Samstag zur letzten Vorrundenpartie der Tabellenzweite TSV Steinbach Haiger ins Donaustadion, am 24. November folgt das Heimspiel gegen Spitzenreiter Waldhof Mannheim.

So spielten sie

Stadtallendorf – SSV Ulm 1846

0:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Ortag – Schmidts, Krebs, Reichert, Schindele – Campagna – Gutjahr, Beck, Viventi (53. Braig) – Morina (79. Gashi), Lux (64. Sapina).
Tor: 0:1 Schindele (70.).
Gelbe Karten:
Abdul, Solak – Reichert, Morina, Schmidts, Beck.
Schiedsrichter:
Dennenmärker (Saarwellingen). – Zuschauer: 867.

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