Hallenfußball Allein Türspor Neu-Ulm überzeugt beim Wiblinger Hallenturnier

Türkspor-Spieler Miguel Malheiro (in Gelb) war mit acht Treffern zweitbester Schütze in Wiblingen.
Türkspor-Spieler Miguel Malheiro (in Gelb) war mit acht Treffern zweitbester Schütze in Wiblingen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Wiblingen / Detlef Groninger 07.01.2019

Das Urteil über die sportlichen Darbietungen beim Dreikönigs-Hallenfußballturnier des TV Wiblingen, das Türkspor Neu-Ulm gewann, waren größtenteils vernichtend. „Ich bin ja hier seit zwölf Jahren dabei. Das Niveau hat rapide abgenommen“, sagte Alexander Höhne, Spielertrainer des SV Offenhausen (Kreisliga A/Donau). „Trotzdem liebe ich den Hallenfußball.“ Er belegte mit seinem Klub, dessen Kicker Marcello Tostoni mit neun Treffern als bester Torjäger 50 Euro erhielt, nach dem 2:1 gegen den Landesligisten TSV Neu-Ulm Platz fünf.

Auch Robert Ehrenthaller, Trainer von Bezirksligist Türkgücü Ulm, konnte den Leistungen wenig abgewinnen. „Da werden mit den Bällen Vögel abgeschossen. Es gibt viel Kampf und Krampf und zu wenig fußballerische Ästhetik“, kritisierte er. „Ich habe am Hallenfußball kein Interesse. Wer aber spielen will, soll spielen.“ Die Ulmer, die mit Eren Candir (FC Gundelfingen) und Deniz Mrden (FC Blaubeuren) zwei weitere Neuzugänge vermelden, holten durch ein 6:5 (2:2) nach Zehnmeterschießen gegen Türkspor Neu-Ulm II (A/Iller) in der Tannenplatzhalle Rang drei.

Auch bei Spielertrainer Öztürk Karatas, der mit dem FV Senden (A/Iller) beim 1:8 gegen Bezirksliga-Spitzenreiter Türkspor Neu-Ulm im Finale chancenlos war, verursacht der vermeintliche Budenzauber keine Glückseligkeit. „Die Spieler wollten teilnehmen. Für mich ist das kein Thema. Zumal die Stimmung bei den Turnieren sehr angespannt ist. Wenn da etwas mal passiert, kann es unter den Mannschaften explodieren“, sagt der frühere Drittligaspieler des VfB Stuttgart II. Er hatte sich selbst bei einem Hallenturnier im Dezember 2017 in Blaubeuren einen Meniskusriss zugezogen und hat deswegen immer noch Probleme.

Bestes Beispiel für die oft überschäumenden und völlig unangebrachten Emotionen war eine Endrundenpartie zwischen dem TSV Senden (A/Iller) und dem SV Ljiljan Ulm (B/Donau) um den Einzug ins Viertelfinale. Dabei hatte ein Ulmer Spieler einen TSV-Akteur in Eishockey-Manier über die Bande gecheckt. Der Sendener Spieler erhob sich schnell wieder und wurde von einem Zuschauer zurückgehalten. Sonst wäre wohl die Situation eskaliert.

Für die spielerischen Glanzlichter war in erster Linie Türkspor Neu-Ulm zuständig. Für den Turniersieg gab es 850 Euro Prämie. Der Landesligaaspirant bereitet sich mit einem einwöchigen Trainingslager in Antalya auf die entscheidende Saisonphase vor.

Der TSV Blaustein schied als zweiter Landesligist im Teilnehmerfeld im Viertelfinale aus. Neu-Trainer Jochen Holl konnte das verkraften. „Viele Top-Spieler waren nicht dabei. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Punktrunde“, gestand er.

Wiblingens Abteilungsleiter Gökhan Budak war angesichts von 1100 Zuschauern zufrieden, kündigte aber für 2020 ein größeres Teilnehmerfeld an. Budak: „Wir haben dann drei volle Turniertage, da der 6. Januar auf einen Montag fällt. Wir peilen wieder 32 Mannschaften an.“ dg

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