"Schön, wieder auf dem Platz zu stehen"

DETLEF GRONINGER 05.05.2012
Fast ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss kehrt der Neu-Ulmer Bezirksliga-Fußballer Markus Straub an den "Ort des Schreckens" nach Silheim zurück.

Der 26. Mai 2011 war kein guter Tag für Torjäger Markus Straub vom Fußball-Bezirksligisten TSV Neu-Ulm. In der Partie beim FC Silheim zog er sich nach einem rüden Foul seines Gegenspielers einen Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie zu. Morgen (15 Uhr) kehrt der 27-Jährige mit dem TSV an die "Stätte des Grauens" zurück. "Für mich wäre es eine Art der Genugtuung, wenn wir dort gewinnen würden. Es ärgert mich heute noch, dass weder vom foulenden Spieler noch vom Verein irgendeine Reaktion gekommen ist. Ich begehe auch Fouls im Spiel, das gehört zum Fußball. Wenn sich ein Spieler aber schwerer verletzt, sollte man sich doch entschuldigen oder nach ihm erkundigen", sagt Straub.

Pünktlich zum Aufeinandertreffen in Silheim ist der Bezirksliga-Torschützenkönig aus dem Jahr 2010 wieder zurück. Beim Bezirkspokalspiel in Berghülen hatte er nach seiner Einwechslung in der 90. Minute einen Ballkontakt. Am vergangenen Sonntag spielte er in der Bezirksligapartie gegen die SF Dornstadt immerhin schon 15 Minuten und bereitete das entscheidende 2:0 vor. "Das war ein unheimlich schönes Gefühl, wieder auf dem Feld zu stehen", so der FC-Bayern-Fan.

"Eigentlich war das Ziel, in der neuen Saison wieder voll anzugreifen. Alles, was diese Runde noch auf dem Spielfeld abläuft, ist für mich ein Bonus", sagt der Betriebswirt, dessen Freundin Christina Reinhardt (Schwester des Staiger Stürmers Philipp Reinhardt), praktischerweise Physiotherapeutin ist. "Da bist du richtig froh, dass dich zu Hause jemand Fachkundiges unterstützt. Das größte Problem nach so einer Verletzung ist, dass es ewig dauert, bis du wieder völlig fit bist und du zum Großteil auf dich allein gestellt bist. Du musst viel selbst für dich tun. Das kostet Überwindung", erklärt Straub.

Für die nächste Spielzeit hat er mit dem TSV Neu-Ulm den ganz großen Wurf vor Augen. "Wir wollen endlich in die Landesliga aufsteigen. Dazu müssen wir aber auch über eine ganze Saison lang konstante Leistungen zeigen." 2010 und 2011 war der TSV Neu-Ulm zweimal in der Relegation gescheitert. Trotz zuletzt sechs Siegen in Serie ist in dieser Spielzeit der Zug nach oben wohl schon abgefahren. "Da müsste bei Türkgücü und dem SSV schon ganz viel schief laufen, dass da für uns noch was drin ist", hat er kaum noch Hoffnung.