Fußball Neuer SSV-Trainer: „In Ulm kann ich mehr bewirken“

Einen gepflegten Ball spielen, sozusagen Fußball mit Hand und Fuß – das möchte der neue Cheftrainer Holger Bachthaler (Mitte). Ihm assistieren als einer von fünf Co-Trainern Herbert Sailer (links) sowie Thomas Rohmer als Sportlicher Leiter.
Einen gepflegten Ball spielen, sozusagen Fußball mit Hand und Fuß – das möchte der neue Cheftrainer Holger Bachthaler (Mitte). Ihm assistieren als einer von fünf Co-Trainern Herbert Sailer (links) sowie Thomas Rohmer als Sportlicher Leiter. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Gerold Knehr 14.06.2018
Es gibt vor allem drei Gründe, die Holger Bachthaler dazu bewegt haben, von RB Salzburg als Trainer zum SSV Ulm 1846 Fußball zu wechseln.

Am nächsten Montag startet Regionalligist SSV Ulm 1846 Fußball offiziell mit zwei Trainingseinheiten in die neue Saison. Drei Tage zuvor, am Freitag,  treffen sich 24 Feldspieler und drei Torhüter zu leistungsdiagnostischen Untersuchungen. Am Mittwoch bereits stellte sich das Team hinter dem Team den Medien vor: Der neue Trainer Holger Bachthaler, sein Co Herbert Sailer und der neue Sportliche Leiter Thomas Rohmer.

Dass Bachthaler nach nur einem Jahr seine Tätigkeit im Nachwuchsbereich beim glänzend aufgestellten Team Red Bull Salzburg aufgegeben hat und zum SSV Ulm 1846 Fußball zurückkehrt, wo er einst als Jugend- und aktiver Spieler tätig war, hat viele überrascht. „In Salzburg war alles sehr strukturiert und  professionell. Das sind ganz andere Voraussetzungen als hier“, bestätigt der 43-Jährige. „Aber in Ulm kann ich mehr bewegen und gestalten.“ Wichtige Gründe für den Wechsel waren zudem die räumliche Entfernung zur Familie und der Wunsch, wieder im aktiven Bereich tätig zu sein. „Wir haben uns gesucht und gefunden“, sagt Sportvorstand Anton Gugelfuß über seinen Wunschtrainer.

Offensiv und flexibel

Der will künftig das fußballerische Element mehr betonen und eine offensive Ausrichtung pflegen. „Wir dürfen uns aber nicht auf eine Grundordnung festlegen, sondern müssen flexibel sein“, erläutert er seine Vorstellung. In der Vorbereitung wolle er sehen, wie sich dies mit dem verjüngten Kader – sechs der elf Neuzugänge sind unter 23 Jahre alt – umzusetzen ist. „Ich war bei der Zusammensetzung ab einem gewissen Zeitpunkt eingebunden. Alle Wunschspieler haben wir nicht bekommen. Aber mit der jetzigen Zusammensetzung der Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Die Neuen haben alle Entwicklungspotenzial“, so Bachthaler. Ein konkretes Saisonziel wollte der neue Trainer nicht nennen. Aber der Ehrgeiz ist groß: „Wir wollen das Maximale erreichen.“

Der bei der kurzfristig einberufenen Vorstellungs-Pressekonferenz ebenfalls anwesende Finanzvorstand Alexander Schöllhorn musste schlucken, als er erfuhr, dass noch  ein weiterer Spieler in dieser Transferperiode zu den Ulmern stoßen soll:  „Für mich ist die Kaderplanung eigentlich abgeschlossen“, sagte er. Der Etat für die neue Runde, berichtete er der SÜDWEST PRESSE, werde von 2,0 Millionen auf 2,4 bis 2,5 Millionen Euro steigen. Auch in dieser Hinsicht erweist sich das DFB-Pokallos Eintracht Frankfurt als Glücksfall. Laut Gugelfuß ist diese Begegnung in der engeren Auswahl, als Livespiel am Montag, 20. August in der ARD übertragen zu werden. Sollte dies nicht klappen, haben die Ulmer dem DFB den Samstag-Abend als Wunschtermin genannt.

Auf einem guten Weg ist die geplante Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft. In einem ersten Schritt plant der Verein, 15 Prozent der Anteile an Investoren abzugeben. Ziel ist es, die Ausgliederung bis Ende September zu bewerkstelligen. Sie soll rückwirkend zum 1. Juli wirksam werden.

Testspiel gegen Birmingham City?

Vom europäischen Fußball ist der SSV 46 weit entfernt. Dennoch könnten die Spatzen in der Saisonvorbereitung internationale Erfahrung sammeln. Geplant ist ein Testspiel gegen den englischen Zweitligisten Birmingham City. Dies wird allerdings, sollte es zustande kommen, im Münchner Raum stattfinden. 2015 trennte sich der SSV 46 in Neu-Ulm 3:3 von Frankreichs Erstligisten Stade Rennes.

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