SSV Ulm 1846 Fußball Kapitän der Spatzen: „Im Kopf ist dieses 1:1 wie ein Sieg“

Das Ulmer Team samt Ersatzspielern feiert Kapitän Florian Krebs (Mitte), der bei seinem Regionalliga-Comeback in Elversberg das 1:1 erzielte. 
Das Ulmer Team samt Ersatzspielern feiert Kapitän Florian Krebs (Mitte), der bei seinem Regionalliga-Comeback in Elversberg das 1:1 erzielte.  © Foto: Eibner
Von Winfried Vogler 18.09.2017
An der Tabellensituation hat das 1:1 bei Regionalliga-Meister SV Elversberg nichts verändert. Psychologisch sieht Torschütze Florian Krebs, Kapitän des weiterhin sieglosen SSV Ulm 1846 Fußball, sein Team im Aufwind.

Der Nieselregen setzte pünktlich zum Schlusspfiff im Stadion an der Kaiserlinde ein. Ein ziemlich tristes Szenario – und somit irgendwie passend zur Situation des SSV Ulm 1846 Fußball. Was ist der Punktgewinn gegen den SV Elversberg wert?, fragten sich Spieler und Verantwortliche. Tabellarisch hat das 1:1 (1:0) beim amtierenden Regionalligameister nichts verändert. Nach wie vor belegen die weiterhin sieglosen Spatzen den vorletzten Tabellenplatz.

  „Vor der Partie hätte jeder ein Unentschieden unterschrieben.  Auf Grund der Spielanteile in der zweiten Halbzeit und der Kontergelegenheiten wäre sogar noch mehr möglich gewesen“, befand Trainer Tobias Flitsch, der in der Schlussminute vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt wurde, im emotionalen Zwiespalt. Flitsch hatte sich über Gelb-Rot für David Kammerbauer wegen Ballwegschlagens zu lautstark echauffiert. Für Torschütze Florian Krebs stand indes fest: „Im Kopf ist dieses Unentschieden wie ein Sieg.“

Kapitän feierte Comeback

Sehnsüchtig erwartet, stand der Kapitän nach einer langen Verletzungspause (Leisten-OP) erstmals bei einem Punktspiel in dieser Saison wieder in der Startelf und feierte mit seinem ersten Regionalligator für den SSV 46 ein bemerkenswertes  Comeback. „So wünscht man sich eine Rückkehr“, bekannte der Abwehrmann, der beim Ausgleichstreffer all seine Entschlossenheit demonstrierte und den Ball mit dem Kopf förmlich ins Netz wuchtete. Die Vorarbeit kam vom erneut überzeugenden Steffen Kienle. Der Neuzugang aus Aalen hatte wie schon gegen Hessen Kassel mit einem Kopfball an den Außenpfosten Pech.

Weil die Defensive einmal nicht aufgepasst hatte, war  der SSV 46 nach einer halben Stunde in Rückstand geraten. „In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel in die Hand genommen. Leider haben wir uns nicht mit dem zweiten Tor belohnt“, haderte Krebs mit dem Spielverlauf. „Mit mehr Glück wäre ein Dreier drin gewesen“, befand der Kapitän. 

Debüt von Vinko Sapina macht Mut

Eine weitere Ulmer Personalie gibt Zuversicht: Das Debüt von Vinko Sapina, der nach 79 Minuten für Christian Sauter kam, macht Mut. Der 22-Jährige könnte der Akteur sein, der das spielerische Moment in die Ulmer Aktionen bringt. „Er ist viel weiter, als ich gedacht habe“, sagt Flitsch. Sapinas Einsatz war ursprünglich nicht so geplant, doch die ärztliche Abteilung hatte grünes Licht gegeben. „Ich muss noch richtig fit werden, doch ich bin auf einem guten Weg“, bestätigte Sapina. Hoffnung für die nächsten Spiele, um die Drei-Punkte-Lücke auf den rettenden 13. Tabellenplatz schließen zu können. Schon kurz nach Abpfiff ging der Blick in Richtung Heimspiel gegen Röchling Völklingen. „Auf die Leistung kann man aufbauen“, lautete unisono der Tenor.  Die Laune scheint spürbar besser als die Lage. Die kleine Portion Frust soll schon am Samstag (14 Uhr, Donaustadion) Aufsteiger Röchling Völklingen zu spüren bekommen.

So spielten sie

SV Elversberg – SSV Ulm 1846

1:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Krebs, Schindele, Kammerbauer – Reichert, Sauter (79. Sapina) – Kienle, Rathgeber (70. Morina), Graciotti (70. Bagceci) – Braig.
Tore: 1:0 Koffi (33.), 1:1 Krebs (81.).
Gelbe Karten:  Kofler, Salem – Betz, Braig.
Gelb-Rot: Kammerbauer (89.).
Schiedsrichter: Weickenmeier (Frankfurt).
Zuschauer: 1150.

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