Fußball „Es gibt nichts, was mir Sorgen macht“

In Ulm ist eine neue Fußball-Leidenschaft zu spüren. Mit viel Engagement sind die Spatzen (in Weiß) in die neue Saison gestartet, die ihnen auch gegen die Offenbacher Kickers zum Erfolg verhalf.
In Ulm ist eine neue Fußball-Leidenschaft zu spüren. Mit viel Engagement sind die Spatzen (in Weiß) in die neue Saison gestartet, die ihnen auch gegen die Offenbacher Kickers zum Erfolg verhalf. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Gerold Knehr 13.08.2018

Vor fast genau einem Jahr, am 12. August 2017, waren die Offenbacher Kickers letztmals zu Gast beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball. Vor 1515 Zuschauern hatten sich die Spatzen mit 1:2 geschlagen geben müssen, hatten nach drei Spieltagen noch immer keinen Punkt auf ihrem Konto und steckten im Tabellenkeller. Der damalige Trainer Stephan Baierl wurde mehr oder weniger zum freiwilligen Rücktritt gedrängt. 

Zwölf Monate später ist die Lage unter Baierls Nach-Nachfolger Holger Bachthaler wesentlich erfreulicher. Dank des 2:1 am Freitag Abend vor 2481 Zahlenden gegen den Vorjahres-Dritten ist der SSV 46 nach vier Spieltagen der neuen Saison Tabellenführer. Die Stimmung hat sich angesichts der klaren Steigerung um 180 Grad gedreht. Zur neu erwachten Euphorie beigetragen hat nicht zuletzt auch das Glückslos Eintracht Frankfurt, der am Samstag (15.30 Uhr) als Titelverteidiger in der ersten DFB-Pokalrunde im erstmals seit über 18 Jahren wieder ausverkauften Donaustadion aufkreuzt.

„Es gibt nichts, was mir derzeit Sorgen bereiten würde. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Bachthaler nach dem dritten Saisonsieg im vierten Punktspiel, den der überragende Steffen Kienle mit seinen beiden Treffern sicherstellte. Die mit zwölf neuen Spielern arg durcheinandergewürfelten Spatzen haben sich erstaunlich schnell zusammengefunden, „das Team hat einen guten Charakter. Gegen Offenbach stand von der ersten Sekunde an eine Mannschaft auf dem Platz“, sagt der Coach.

Einige Stellschrauben freilich gibt es durchaus, die gedreht werden müssen. „Wir haben uns zu wenig klare Torchancen erspielt und unsere Konter nicht sauber zu Ende gespielt“, kommentierte er das Nachlassen in der zweiten Halbzeit, an deren Ende die Ulmer akute Gefahr liefen, den Sieg noch aus der Hand zu geben.

Doch es reichte zum Dreier. Umso euphorischer fiebern die Spieler nun dem Pokalhöhepunkt entgegen. Nach einem freien Wochenende, an dem die Spieler individuell regenerieren sollten, will Bachthaler in dieser Woche den gewohnten Trainingsrhythmus beibehalten. Einzige Änderung: Am Samstag trifft sich die Mannschaft zum Mittagessen und kommt anschließend per Bus zum „Spiel der Spiele“ins Donaustadion gefahren.

Testspiel am Dienstag beim TSV Neu-Ulm

28 Spieler umfasst der Kader des SSV Ulm 1846 Fußball. Etliche Akteure wie der Vorjahres-Stammspieler Tino Bradara oder die Neuzugänge Lukas Hoffmann (Sonnenhof Großaspach), Kai Luibrand (Karlsruher SC) und Luis Grassow (FC Pipinsried) sind bislang noch ohne Einsatz, andere Spieler haben nur wenige Minuten gespielt. Um ihnen Spielpraxis zu verschaffen, wurde kurzfristig für Dienstag (18.30 Uhr) am Muthenhölzle ein Testspiel gegen Landesliga-Aufsteiger TSV Neu-Ulm vereinbart. gek

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