"Er hat mir ein neues Leben gegeben" Denis Divkovic hat Srbija Ulm viel zu verdanken

DETLEF GRONINGER 28.04.2012
Denis Divkovic hatte den Traum von der großen Fußball-Karriere. Nun backt der Torjäger des FC Srbija Ulm in der Kreisliga B/Donau kleine Brötchen.

Ganz früh wurde Denis Divkovic bitter enttäuscht im teilweise unmenschlichen Fußballgeschäft. Als 17-Jähriger wurde der 15-fache bosnische und Jugend-Nationalspieler zum Probetraining bei seinem Lieblingsverein Roter Stern Belgrad eingeladen. Dabei hinterließ er einen nachhaltigen Eindruck. Doch der Präsident seines Klubs FK Sloboda Tuzla brachte mit der Ablösesummenforderung von 50 000 Euro, obwohl Divkovic keinen gültigen Vertrag mehr in Tuzla hatte, das Belgrader Interesse zum Erliegen. "Damit wurde meine Karriere kaputt gemacht", klagt der 26-jährige Divkovic. "Da verlierst Du einfach die Lust."

So drehte er seiner Heimat den Rücken zu, spielte sechs Monate in der zweiten Liga von Dubai und wechselte dann über seinen Cousin Ivica Divkovic, der in Au wohnt, 2010 zum Verbandsligaabsteiger SpVgg Au. "Die Versprechungen mit Wohnung und Job wurden nicht eingehalten", betont er. So stand er quasi vor dem Nichts, bis sein Auer Mannschaftsgefährte Silvio Mikic nach dem Rückzug der SpVgg- Mannschaft aus der Landesliga in der Winterpause 2010/2011 ihn mit Ljubomir Vukojevic zusammenbrachte. "Er hat mir ein neues Leben gegeben", meint Divkovic.

Vukojevic ist erster Vorsitzender des FC Srbija Ulm, morgen um 15 Uhr beim VfB Ulm zu Gast, und Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Er kümmerte sich um das Visum und einen Arbeitsplatz für Divkovic. Der Offensivspieler dankt es Vukojevic mit Toren am Fließband in der Kreisliga B/Donau. In den 22 Partien in dieser Saison traf der Ulmer 44 Mal für den Spitzenreiter ins Schwarze. "Er hat mindestens Verbandsliganiveau", lobt sein Trainer Goran Djukanovic. Wobei Divkovic über einen Klubwechsel kaum nachdenkt: "Vielleicht verschenke ich so mein Talent. Momentan reicht es mir aber so."