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SSV Ulm 1846 Fußball
Ulm / Winfried Vogler

Zum zweiten Mal stand Felix Higl, der in der Winterpause vom Oberligisten Bahlinger SC nach Ulm gekommen war, in der Startelf. Mit seinem ersten Dreierpack im Spatzen-Trikot schoss er nach einer überragenden Leistung sein Team fast im Alleingang zum Sieg und auf Platz vier in der Regionalligatabelle.

Mit Effizienz und Kaltschnäuzigkeit erzielte Higl seine Saisontore drei, vier und fünf – und avancierte damit neben dem verletzten Steffen Kienle zum erfolgreichsten Ulmer Torschützen. Zuvor hatte er schon beim 4:0 gegen Hoffenheim II einmal getroffen und im Heimspiel gegen Elversberg (1:0) den Siegtreffer erzielt.

Fünf Treffer bei 207 Minuten Einsatzzeit: Wohl dem, der solch einen Stürmer hat. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Dass ich drei Tore gemacht habe, war natürlich super. Aber am Ende ist es egal, wer die Buden macht. Großer Dank an meine Mitspieler, das war eine tolle Mannschaftsleistung“, sagte der 22-Jährige  bescheiden. Drei Tore in einem Spiel – das hatte er nur  in der Jugend oder bei Hallenturnieren geschafft, „aber das zählt ja nicht so richtig.“

Higls Dreierpack versetzte nicht nur Holger Bachthaler in Hochstimmung. „Er war der entscheidende Mann“, sagte der Trainer, „besser geht’s nicht.“  Sein Team war dominanter, hatte mehr Ballbesitz und wurde für sein Engagement belohnt.

Ein weiteres Sonderlob gab es für Vitalij Lux, der das 2:0 erzielte und nach dem Treffer im Pokalspiel seinen positiven Trend fortsetzt, sowie für die Vorlagengeber Lennart Stoll, der bei einem Pfostenschuss viel Pech hatte, und Nico Gutjahr. Beide bereiteten jeweils zwei Treffer vor. Kapitän Florian Krebs rundete mit seinem dritten Saisontor das Torfestival vor knapp 3000 Zuschauern im Donaustadion ab.

Damit scheint das zuletzt wechselhafte Team auf einem guten Weg zu mehr Stabilität. „Klar hätten wir das eine oder andere Tor noch machen können“, räumte Bachthaler ein und bescheinigte: „Man konnte erkennen, dass die Mannschaft körperlich fit ist. Wir wollten in der Englischen Woche drei Spiele gewinnen, das ist uns eindrucksvoll gelungen. Wir haben vier Siege in Folge in der Liga erzielt, das ist dem Verein in den letzten zwei Jahren nicht gelungen.“ 

Was muss Torschütze Higl nach seinem Dreierpack jetzt für die Mannschaft springen lassen? „Da muss was kommen, dafür werde ich sorgen“, fordert Nico Gutjahr und leckte sich schon die Lippen. Gemeinsam mit Higl bildet er eine Wohngemeinschaft. „Ich freue mich für ihn.  Er hat sich mal wieder vorne in der Box gut präsentiert und wusste, wo er stehen muss.“

Wie die gesamte Mannschaft ist auch Trainer Bachthaler „heiß drauf, nachzulegen“.  Die Freude auf die Auswärtspartie am Samstag beim FSV Frankfurt und das Pokalhalbfinale vier Tage später beim SSV Reutlingen ist groß.

So spielten sie

SSV Ulm 46 – SC Hessen Dreieich

5:0

SSV Ulm 1846 Fußball: Hundertmark – Stoll, Krebs, Reichert, Schmidts – Gutjahr, Campagna (80. Hoffmann), Sapina (66. Morina), Jann (70. Viventi) – Lux, Higl.

Tore:  1:0 Higl (11.), 2:0 Lux (19.), 3:0, 4:0 Higl (56., 80.), 5:0 Krebs (88.).
Gelbe Karten: Gutjahr – Weiss. Schiedsrichter: Scheuermann (Winnweiler).
Zuschauer: 2917.