Rems-Murr / Hans Buchhofer und Klaus Rieder  Uhr
Rund 80 Vertreter von Vereinen aus den Bezirken Unterland, Hohenlohe, Enz-Murr und Rems-Murr kommen zur vierten Regionalkonferenz des WFV.

Mit Sorge wird beim Württembergischen Fußballverband (WFV) beobachtet, dass im Jugendbereich ab der C-Jugend die Zahl der Mannschaften abnimmt. Das ist für die hiesigen Vereine nichts Neues, die mit Spielgemeinschaften über die Runden kommen wollen. Der WFV hat eine Kommission ins Leben gerufen, die über neue Verbandsstrukturen nachdenken soll. Die Kommission leiten WFV-Vize Steffen Jäger und der WFV-Spielausschussvorsitzende Harald Müller. Auch acht der 16 Bezirksvorsitzenden gehören der Kommission an.

Was sind die Probleme der Vereine?

Man will wissen, wo vor Ort der Schuh drückt und man will alles ergebnisoffen diskutieren – erst dann wird man über konkrete Maßnahmen entscheiden – so jedenfalls bekundeten es Jäger und Müller. Wie schon bei den drei zuvor veranstalteten Regionalkonferenzen verdeutlichte Jäger mit vielen Zahlen und Grafiken den Rückgang der Jugendmannschaften, der sich auch im aktiven Bereich auswirken werde.

Nicht nur die Teilnehmer der vier Regionalkonferenzen – der Auftakt fand im März in Esslingen auch mit den Vertretern des Bezirks Ostwürttemberg statt – sollen gehört werden.

Im Internet (www.zukunftwfv.de) kann jeder seine Vorschläge einbringen. Die Beteiligungsplattform wird bislang aber wenig genutzt, und die Zahl der Eintragungen hält sich in überschaubaren Grenzen – obgleich auch in Leutenbach die Plattform vom WFV-Abteilungsleiter Heiner Baumeister vorgestellt wurde.

Auch die vier Themenbereiche der Beteiligungsplattform wurden in Leutenbach angesprochen: Was erwartet ihr vom WFV, wie wollt ihr Fußball spielen, brauchen wir eine neue Struktur, wie wollt ihr euch weiterbilden? Bei den Erwartung an den WFV waren vor allem mehr Anerkennung für Schiedsrichter und die Ehrenamtlichen gefragt. Auch das Thema Ganztagesschulen und der Wettbewerbscharakter bei den Jugendlichen kamen zur Sprache. Kontrovers wurde über die Spielpraxis diskutiert. Was die einen wollen, lehnen die anderen ab: Sonntagsbetrieb für A-Jugendliche, Flex-Modell, flexible Winterpause oder Relegation.

Neue Strukturen befürworten zwar alle, doch eine Verringerung der Zahl der Bezirke wurde abgelehnt. Beim Spielbetrieb wurden geografische Veränderungen mit kurzen Wegen wie schon bei der Jugend vorgeschlagen. Die Fortbildungsangebote des WFV wurden als gut befunden. Dennoch wurde bedauert, dass es an qualifizierten Jugendtrainern fehlt.

Weitere Regionalkonferenzen

Wie geht es in dieser Sache weiter? Die Kommission wird die bisherigen Ergebnisse der vier Regionalkonferenzen auswerten. Auf dieser Basis werden noch vier weitere Regionalkonferenzen in diesem Jahr folgen. Der Abschlussbericht soll bis zum 30. Juni 2020 vorliegen. Über diesen stimmt dann der Verbandstag 2021 ab.

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Die Bezirksvorsitzenden zum Thema Reformbedarf

Jens-Peter Schuller (Bezirksvorsitzender Ostwürttemberg): Ich sehe einen deutlichen Reformbedarf. Punkt 1 ist, dass wir ein Spielsystem brauchen, das auch bei zurückgehenden Mannschaftszahlen noch tragfähig ist. Punkt 2 ist, dass wir unter den Bezirken zu große Unterschiede haben, sowohl in der Größe als auch bei der Anzahl von Mannschaften. Hier sollte meines Erachtens ein Ausgleich geschaffen werden.

Ralf Bantel (Bezirksvorsitzender Hohenlohe): Die Spielklassenstruktur steht in keinerlei Zusammenhang mit einer Überprüfung der Verbandsstruktur. So sind wir in Hohenlohe bereits in der Jugendarbeit kurz vor der Einführung eines bezirksübergreifenden Spielsystems mit dem Bezirk Unterland. Inwieweit dieses System für beide Bezirke auch im aktiven Bereich Anwendung finden kann, ist noch fraglich bzw. steht aktuell nicht zur Debatte. Im Moment sehe ich keinen Bedarf, da wir noch einen gut funktionierenden Spielbetrieb gewährleisten können. Jedoch dürfen wir nicht die Entwicklung der Vereine aus den Augen verlieren.

Patrick Künzer (Bezirksvorsitzender Rems-Murr): Für den Bezirk Rems-Murr sehe ich es als nicht nötig an, etwas am Spielsystem zu ändern. Es gibt andere Bezirke, die eher Probleme haben. Bei uns läuft es gut. Die immer wieder angesprochene Verbesserung der Qualität bei Einführung anderer Spielsysteme oder Veränderungen der Bezirke sehe ich hier nicht. jjs