Ein Regionalliga-Fußballer des FC Memmingen ist an Covid-19 erkrankt, das teilte der Verein am Freitagvormittag mit. Das positive Ergebnis wurde knapp eine Woche nach dem Test bekannt, heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage des FC. Der Zustand des Spielers sei stabil, etwa 50 Personen aus seinem näheren Umkreis müssen sich nun für die kommenden beiden Wochen in häusliche Isolation begeben.

Drastische Maßnahmen: Zahlung von Gehältern eingestellt

In den vergangenen Tagen hatte der Fußballclub bereits drastische Maßnahmen zur Existenzsicherung des Vereins ergriffen: Alle „veränderbaren Zahlungen“ wurden eingestellt. Die Maßnahme betrifft Spieler- und Trainergehälter, Ehrenamtspauschalen und Ausbildungsentschädigungen für Übungsleiter im Jugendbereich. In dem internen Schreiben vom Vereinsvorsitzenden Armin Buchmann, das der Verein im Nachgang aufgrund vieler Nachfragen anderer Clubs und Medien, auf seiner Homepage veröffentlichte, heißt es: „Die Corona-Krise hält nicht nur die ganze Welt in Atem und verändert unser aller Leben, sondern sie wirkt sich mit großer Tragweite auch auf den Spiel- und Geschäftsbetrieb des FC Memmingen aus.“

FC Memmingen rechnet mit dem „Worst Case“

Im Worst Case, mit dem die Verantwortlichen rechnen, komme in dieser Saison weder ein Trainings- noch Spielbetrieb noch einmal zu Stande. Im schlimmsten Fall bedeute dies für den Verein einen Totalausfall aller Einnahmen bis Ende Juni. „Wir sind uns alle einig darüber, dass nur bei einer maximalen Reduzierung der Ausgaben die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des FC Memmingen gewährleistet werden kann“, schreibt Buchmann weiter. Die täglichen Kosten liegen nach Vereinsangaben bei rund 1500 Euro, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden – wodurch Ticketeinnahmen fehlen und gegebenenfalls Rückforderungen von Sponsorenleistungen aufkommen – rechnet der Verein mit ungedeckten Kosten von rund 280 000 Euro.

Buchmann: „Kräfte bündeln für Fortbestehen des Vereins“

„Wenn wir alle unsere Kräfte bündeln und uns nicht entmutigen lassen, werden wir diese Herausforderung in der außergewöhnlichen Gemeinschaft unserer FCM-Familie bewältigen“, schreibt Buchmann weiter. „Gerade unsere FCM-Jugendabteilung mit ihren rund 300 Kindern und Jugendlichen hat eine Zukunftsperspektive bei einem fortbestehenden FC Memmingen verdient.“

Zum Memminger Kader gehört unter anderem der ehemalige Spieler des SSV Ulm 1846 Fußball, Olcay Kücük. Anfang Februar trafen die Spatzen zuletzt in einem Testspiel auf den Fußballclub und feierten einen 6:0-Sieg.

Der FC Memmingen hatte in der Regionalliga Bayern als einer der ersten Vereine vergangenen Woche den Trainingsbetrieb gestoppt, als in Bayern die ersten Maßnahmen gegen das grassierende Corona-Virus ergriffen wurden.