Fußball Zu ungewohnter Zeit am Ball wegen Sorgen der Polizei

Marvin Pieringer (rotes Shirt, hier beim Sieg in Walldorf gegen den FC Astoria II) will sich morgen zu ungewohnter Zeit in Backnang für den SSV Reutlingen Fußball reinhängen.
Marvin Pieringer (rotes Shirt, hier beim Sieg in Walldorf gegen den FC Astoria II) will sich morgen zu ungewohnter Zeit in Backnang für den SSV Reutlingen Fußball reinhängen. © Foto: Baur
Backnang / Von Wolfgang Gattiker 10.03.2018

Am morgigen Sonntag um 12.30 Uhr gastiert der SSV Reutlingen Fußball beim Oberliga-Neuling TSG Backnang. Die TSG holte Wiesheu von den Stutgarter Kickers und Tolomeo vom FV  Löchgau in der Winterpause. Im Hinspiel gewann Backnang in Reutlingen mit 2:1, als  Gleißner und Sessa trafen - beide haben eine SSV-Vergangenheit. Daher streben die Rus-Schützlinge morgen eine Revanche an. Das Spiel sollte ursprünglich am Samstag stattfinden, aber die Polizei legte ihr Veto ein, weil wenige Kilometer entfernt Regionalligist SG Sonnenhof  Großaspach gegen den SV Wehen Wiesbaden spielt - man befürchtete, dass Fans der diversen Klubs aufeinandertreffen.

Dann schlug die TSG Backnang den Anpfiff um 11 Uhr vor, weil die Anhänger der Teams, die später in unteren Ligen spielen, dann hätten kommen können. Der SSV lehnte aber ab. SSV-Spielleiter Göggelmann erklärt: „Da hätten wir um sieben Uhr frühstücken müssen, das wollten wir nicht.”

Man einigte sich auf 12.30 Uhr, geht somit auch dem Bundesliga-Spiel des VfB Stuttgart gegen RB Leipzig aus dem Weg. Backnang hat sich als Neuling gut geschlagen, siegte gegen den FC Nöttingen mit 3:1 (Tore: Geldner und zwei Mal Marinic), ist gut drauf. Der Argentinier Dominik Sessa (hat auch einen deutschen Pass)  spielte von der U17 bis U19 beim SSV. Sebastian Gleißner spielte vor eineinhalb Jahren bei den Reutlingern. Beide sind topmotiviert. Marinic (SSV-Coach Rus über ihn: „Den Top-Torjäger müssen wir ausschalten”) erzielte zwölf Tore, Sessa und Geldner trafen je vier Mal, Gleißner lochte drei Mal ein. Der SSV ist gewarnt, aber Teodor Rus hofft: „Wir haben nach dem Sieg in Walldorf beim FC Astoria II eine gute Stimmung, sind voll auf das  zweite Auswärtsspiel focussiert. Vogler betreibt Lauftraining, da müssen wir Geduld haben.“

Jeder bekommt Chance

„Tom Schiffel hat mittrainiert, er hatte eine lange Pause. Doch die Spieler, die sich im Training anbieten, bekommen ihre Chance - es sei denn, es gibt Erkältungen. Derzeit sind wir davon verschont. Wir haben einen guten Kader-  einige, wie zuletzt Colic und Hartmann, müssen zuschauen. Aber ich brauche bei den Belastungen mit englischen Wochen (der SSV hat drei Nachholspiele, die Red.)  jeden Spieler, jeder bekommt seine Chance. Die TSG Backnang ist  zu Hause eine Macht, vor allem auf dem kleinen Kunstrasen. Da müssen wir alles abrufen, gut stehen, schnell umschalten, gegen den Ball arbeiten. Wir bestritten ein Testspiel gegen unsere Verbandsstaffel-A-Jugend, gewannen 3:1, als Milisic, Niang und Methner  trafen, der auch beim Kreisliga-A2-Spiel des SSV II in Sondelfingen zwei Mal einlochte”, so Rus.

Teodor Rus könnte morgen das siegreiche SSV-Team von Walldorf auflaufen lassen, in einem 4-2-3-1-System mit Di Biccari und Kuengienda als Sechser, die die Kontrolle haben sollen. Aber der Coach will die kecke TSG Backnang überraschen.

Der KSC II zieht sich aus der Oberliga zurück

Dass der Karlsruher SC II sein Team aus der Oberliga zurückzieht, kam für SSV-Trainer Teodor Rus nicht überraschend. Der erste Absteiger steht somit fest. Der KSC spart  500 000 Euro, das ist der Etat für die Karlsruher Oberliga-Mannschaft und mehr als doppelt so hoch wie der Etat des SSV Reutlingen Fußball. Die Spieler, die es von der A-Jugend nicht in den Profi-Kader des KSC schaffen, werden an den SV Spielberg ausgeliehen. Es besteht eine Karlsruher Kooperation mit dem SV  Spielberg. Auch der FC Nöttingen zeigte sich interessiert, bekam aber keine Rückmeldung. „Euro-Eddy“ Edgar Schmitt wurde als Trainer angestellt, ist als Mitstreiter  im Spielberger Team um Cheftrainer Tobias Winter dabei.

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