Wittlingen Wittlingen und der letzte Strohhalm

Ein bitterer Abgang steht dem TSV Wittlingen bevor. 13 Jahre lang gehörte das Alb-Team zum Inventar der Bezirksliga, jetzt muss es absteigen. Für eine winzige Hoffnung sorgt ein noch laufender Einspruch. Foto: Peter Wörz
Ein bitterer Abgang steht dem TSV Wittlingen bevor. 13 Jahre lang gehörte das Alb-Team zum Inventar der Bezirksliga, jetzt muss es absteigen. Für eine winzige Hoffnung sorgt ein noch laufender Einspruch. Foto: Peter Wörz
Wittlingen / MARKUS SOSNOWSKI 08.06.2013
Der TSV Wittlingen hat Einspruch gegen die jüngste 0:2-Niederlage bei der TSG Tübingen II eingelegt. Sollte dem stattgegeben werden, dann kann der TSV am Sonntag noch den Klassenerhalt sichern.

Eigentlich steht der TSV Wittlingen nach der 0:2-Niederlage bei der TSG Tübingen II als dritter Absteiger aus der Bezirksliga Alb bereits fest. Die fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, auf dem die TSG Tübingen II steht, sind für die Wittlinger - selbst bei einem Heimsieg gegen den SV Croatia Reutlingen morgen - nicht mehr aufzuholen. Der TSV Wittlingen legte nun jedoch gegen die Wertung der Partie vom vergangenen Sonntag Einspruch beim Sportgericht Alb ein.

Der Wittlinger Protest richtet sich dabei gegen den mutmaßlichen Einsatz von fünf TSG-Akteuren, die nach Meinung der TSV-Verantwortlichen zur Stammelf der Tübinger Landesligamannschaft gehören. "Wir wollen das prüfen lassen und dann soll das Sportgericht Alb entscheiden, ob alles korrekt war oder nicht", sagt Wittlingens Vorstand Konrad Hölz.

Sollte dem Wittlinger Einspruch stattgegeben werden, würden die Karten im Abstiegskampf neu gemischt: Anstatt derzeit 32 Punkten und einem negativen Torverhältnis von minus 17 Toren würden die Wittlinger mit einem Sieg am "Grünen Tisch" auf 35 Zähler und ein Torverhältnis von minus 12 kommen. Die TSG Tübingen hätte in der Folge nur noch 34 Punkte und würde somit hinter den TSV Wittlingen zurückfallen; der momentane Tabellenvierzehnte SG Reutlingen (36 Punkte) würde dagegen um einen Platz nach oben klettern und den Relegationsplatz der TSG Tübingen II einnehmen. Damit hätte der TSV Wittlingen am letzten Spieltag gegen den SV Croatia mit einem Sieg noch die Chance, den direkten Bezirksligaabstieg zu verhindern, vorausgesetzt die SG Reutlingen würde ihr Heimspiel gegen die TSG Tübingen II nicht gewinnen.

"Wir wissen, dass uns am Sonntag ein schweres Spiel gegen Croatia erwartet, zumal wir nicht in Bestbesetzung auflaufen werden, aber wir wollen unsere letzte Chance nutzen", gibt sich Hölz kämpferisch.

Der endgültige Abstieg des TSV aus der Bezirksliga wäre für Konrad Hölz mit einer persönlichen Niederlage gleichzusetzen. "Ich habe in 14 Jahren beim TSV Wittlingen 13 Jahre Bezirksliga und ein Jahr Landesliga erlebt, klar macht man sich da bei einem Abstieg so seine Gedanken", sagt Hölz. Sollte der Gang in die Kreisliga A nicht mehr abzuwenden sein, wäre für Hölz - in Anbetracht des 100-jährigen Vereinsjubiläums, das der TSV Wittlingen 2014 feiert - der direkte Wiederaufstieg das erklärte Ziel.

Der Großteil der Mannschaft wird dem neuen Trainergespann Ralf Luik und Fadil Aliu auch in der A-Liga erhalten bleiben. Lediglich Co-Spielertrainer Bastian Bischoff (SSV Reutlingen), Steffen Pehl (VfL Pfullingen) sowie Johannes Maurer (TSV Dettingen/Erms) werden den Verein verlassen. Dazu möchte Hölz versuchen, "das ein oder andere Talent" nach Wittlingen zu locken. Hölz: "Es wäre auch schön, wenn einige Spieler aus der B-Liga-Reserve den Sprung in den Kader der ersten Elf schaffen."

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