Region Wer geht, wer bleibt?

Yannick Ege von der TSG Young Boys Reutlingen (rechts) - hier gegen Marco Binder vom SV Nehren - möchte im Heimspiel gegen Holzgerlingen punkten.
Yannick Ege von der TSG Young Boys Reutlingen (rechts) - hier gegen Marco Binder vom SV Nehren - möchte im Heimspiel gegen Holzgerlingen punkten. © Foto: Eibner
Region / GIOVANNI DE NITTO 06.05.2016
Rein rechnerisch können praktisch alle Mannschaften bis auf das Spitzen-Duo Pfullingen und Zimmern noch absteigen. Der Klassenerhalt ist spannend.

Eine sehr schwere Auswärtshürde wartet auf Aufsteiger SV Croatia Reutlingen (32 Punkte) bei seinem Gastspiel gegen den auf heimischen Geläuf noch ungeschlagenen SV Zimmern (50), der mit nur 18 Gegentreffern die beste Defensivreihe der gesamten Liga besitzt. Die Kroaten feierten, nach drei sieglosen Partien, zuletzt einen wichtigen 2:1-Sieg gegen Bösingen und stehen momentan auf Platz elf und somit den ersten Nichtabstiegsplatz. Doch bei der dichten Tabellenkonstellation kann man mit einer Niederlage wieder auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen.

Verlieren verboten: Die TSG Young Boys Reutlingen (31) - nur zwei Siege aus den letzten acht Partien - bittet die Spvgg Holzgerlingen (31) zu einem "Sechs-Punkte-Spiel" auf das Sportgelände am Ringelbach. Beide Mannschaften stehen auf einem Abstiegsplatz und benötigen somit dringend jeden Zähler - das verspricht Hochspannung. "Wir wollen natürlich drei Punkte, aber das wird alles andere als einfach. Holzgerlingen wird mit breiter Brust auflaufen. Das heißt für uns, dass wir als Einheit auftreten und vor allem die Zweikämpfe annehmen müssen", so Young Boys-Spielleiter Oliver Beck. Und in der Tat, die Gäste sind wieder Sichtweite zum rettenden Ufer. "Wir wissen, dass sie absolut zweikampfstark sind und wir dagegen halten müssen. Es geht nur über den Kampf, deshalb hoffe ich, dass alle verstanden haben, um was es geht", mahnt Beck. Personalie am Rande: Ex-Profi Benjamin Kern wechselt in der kommenden Saison von den Young Boys zum Verbandsligisten FC Heiningen.

Nach zwei erfolgreichen Freitagsspielen geht der VfL Pfullingen (56) an diesem Wochenende am Muttertag auf Reisen. Ziel ist das Donaustadion, um dort beim SC 04 Tuttlingen (36) weiter Punkte im Kampf um die Meisterschaft zu sammeln. Der Sportclub ist die Wundertüte der Liga. Auf eminent starke Spiele, darunter das 0:0 im Hinspiel in Pfullingen, folgen unerklärliche Schwächephasen mit überraschenden Niederlagen.

Nichtsdestotrotz rechnet Kapitän Florian Gekeler mit einer kniffligen Aufgabe: "Wir stellen uns auf ein sehr schwieriges Spiel gegen einen gut organisierten und zweikampfstarken Gegner ein, der eine Offensive mit individueller Klasse hat." Das Ziel ist für ihn klar: "Wir wollen natürlich nach vorne spielen und den Dreier irgendwie mit heim nehmen."

Trainer Michael Konietzny muss auf den zuletzt überragenden Kevin Haussmann verzichten, der muskuläre Probleme hat. Mit Metecan Ünal ist ein weiterer Kreativspieler angeschlagen. Nach seinem Nasenbeinbruch steht Philip Bochinger wieder im Kader, ebenso wie Pfullingens bis dato bester Torschütze, Dominik Früh (10 Treffer), der sein Praktikum im Deutschen Bundestag beendet hat. Die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Verbandsliga, den sich Pfullingen durch kontinuierliche und nachhaltige Arbeit in den letzten Jahren absolut verdient hat, ist nun tatsächlich zum Greifen nahe.

Der TB Kirchentellinsfurt (17) ist zwar theoretisch noch nicht abgestiegen, aber bei 15 Punkten Rückstand und der schlechtesten Tordifferenz aller Landesligisten ist der Klassenverbleib bei noch fünf ausstehenden Partien nicht mehr wirklich realistisch. Dennoch zeigten die Faulbaumkicker zuletzt, dass die Mannschaft in Takt ist und Charakter besitzt. Die Belohnung war ein 3:1-Sieg gegen Tübingen und ein 2:2 gegen Tuttlingen. Am kommenden Sonntag gastiert die Elf vom scheidenden TBK-Trainer Jan Wachsmuth beim Tabellenvierten GSV Maichingen (41) und da gilt es noch eine offene Rechnung zu begleichen. Im Hinspiel kassierte Kirchentellinsfurt nämlich eine bittere 1:7-Schlappe auf dem heimischen Faulbaum-Sportgelände.

Die Leistungskurve der immer noch abstiegsgefährdeten TuS Metzingen (34) zeigt in den letzten Wochen definitiv nach oben. Die Truppe um Trainer Gino Teixeira-Rebelo erkämpfte sich zuletzt einen wichtigen Punkt gegen Titelanwärter Zimmern und hat damit nur eines der letzten sieben Spiele verloren. Am Sonntag erwarten die Ermstäler den FC Gärtringen (40) im Otto-Dipper-Stadion. Sicherlich nicht der Lieblingsgegner der Metzinger, die die letzten sieben direkten Duelle gegen den auswärtsstarken Tabellensechsten allesamt verloren. Das Hinspiel war allerdings eine enge Kiste und die Rebelo-Elf verlor nach 2:1-Führung am Ende denkbar knapp noch mit 2:3.