Wendelsheim zurück in Bezirksliga

SCTA 20.06.2016
Aufstieg 1996. Abstieg 2006. 2016 kehrt der SV Wendelsheim in die Fußball-Bezirksliga zurück. In Kirchentellinsfurt gelang ein 2:1 über Gomaringen.

Gut 800 Besucher sahen den 2:1 (1:0)-Relegations-Sieg des SV Wendelsheim gegen den TSV Gomaringen am Kirchentellinsfurter Faulbaum. Der SVW stieg nach zehn Jahren in der Kreisliga A3 Tübingen wieder in die Bezirksliga Alb auf.

Es war ein von beiden Mannschaften und ihren Fangruppen intensiv und leidenschaftlich geführtes Spiel. Von Beginn an gab es viel ah und oh von den Rängen. Die Gomaringer hatten die bessere Spielanlage. Nach gefälligem Anfang bekam der TSV Gomaringen in der 14. Minute eine ganz kalte Dusche ab, als Wendelsheims mittlerweile 34-jähriger Mittelfeld-Malocher Mario Straub aus knapp 25 Metern einfach mal abzog. Der knallharte Schuss schlug unhaltbar für TSV-Torwart Martin Wagner rechts oben ein. Straub hatte in den letzten vier Ligaspielen getroffen.

Gomaringens Trainer Peter Kaschuba (früher u.a. TSV Eningen und SSV Reutlingen) war so konsterniert wie seine Spieler: "Ein Sonntagsschuss. Der hat uns aus dem Konzept gebracht." Erst in den letzten zehn Minuten vor der Pause fanden die Gomaringer zu dominantem Spiel in Kirchentellinsfurt.

Nach der Pause machten die Gomaringer sofort viel Druck. Bis an den Strafraum lief vieles gut. "Aber wir haben uns zu wenig Chancen im Vergleich zu unseren Spielanteilen herausgespielt", analysierte Trainer Kaschuba.

Die Gomaringer wollten am Faulbaum den Ausgleich erzwingen. 61. Minute: Marc Poerschke zu Elja Spielvogel. Dessen Schuss aus knapp 14 Metern entschärfte Florian Munk gerade noch auf der Torlinie. Vier Minuten später zog Wurster von links an der Grundlinie entlang nach innen. Er bediente Mohammed Arfaoui, doch auch dessen Schuss wurde rechtzeitig geblockt.

Die Wendelsheimer hatten bis dahin gut mitgespielt und mit flotten Kontern die eine oder andere Chance gehabt. In der 69. Minute stoppte Gomaringens Vincent Bernhardt den agilen SVW-Linksaußen Manuel Brunnenmiller. Es gab gelb für Bernhardt und, annähernd 30 Meter vor dem Tor, einen Freistoß für den SVW. Gerade als TSV-Torwart Wagner einen Schritt nach rechts machte, zog Sebastian Schneider ab und traf in den Winkel - 2:0 für den SVW.

Die Gomaringer, fast schon verzweifelt, warfen alles nach vorn und kamen nach einem Wendelsheimer Konter zum Anschlusstreffer: Ein langer Ball aus der eigenen Abwehr, Arfaoui ging alleine durch und traf unten rechts. Aber es war bereits die 81. Spielminute. "Der Treffer kam zu spät", klagte TSV-Trainer Peter Kaschuba.

Für Wendelsheims Kapitän Philipp Cordois war die Relegation eine "Ehrenrunde", er hört auf. Mario Straub hängt dagegen noch ein Jahr dran: "Als Bonus. Aber die nächste Saison wird verdammt schwer." Coach Sebastian Schneider gestand, dass die Planungen auf die A3-Liga abgestimmt waren. "Jetzt können wir mit der Fußball-Bezirksliga Alb um Neuzugänge werben."

Beim TSV Gomaringen herrscht Enttäuschung. Felix Wurster sagte: "Alle sind nun froh, das runde Ding drei Wochen nicht zu sehen. Dann müssen wir drüber reden und dann gleich wieder hoch." SV Wendelsheim: Bölzle - Cordois, Jan Belser, Munk, Straub, Baur, Brunnenmiller, Mayer (77. Amann), Morrone (15. Kai Belser, 69. Geiger), Schneider, Assenheimer.

TSV Gomaringen: Wagner - Heusel, Frey, Priester, Spielvogel, Bernhardt, Kiefner, Weihing, Arfaoui, Wurster, Poerschke.