Viel Brisanz im Stadtderby

ALEXANDER MAREIS 27.05.2016
Das Reutlinger Stadtderby zwischen den TSG Young Boys und dem SV Croatia steht im Zentrum des Interesses am vorletzten Spieltag der Landesliga.

Das größte Interesse bei Paarungen mit Beteiligung von Teams aus dem Bezirk Alb gilt am Samstag (alle Begegnungen starten um 16 Uhr) sicherlich dem Reutlinger Stadtderby zwischen den TSG Young Boys und dem SV Croatia. Nicht nur der nachbarschaftliche Aspekt verleiht der Partie einen besonderen Reiz, vor allem die Tabellensituation sorgt für Brisanz. Die beiden Rivalen kämpfen um den Klassenerhalt und haben zuletzt beide wichtige Siege hierfür eingefahren.

Während die Young Boys den FC Rottenburg mit 3:1 schlugen, holte Croatia in Mössingen einen 4:1-Auswärtssieg. Die enge Tabellenkonstellation - Croatia ist Elfter mit 35 Punkten, die YB liegen auf Rang 13 mit 34 Zählern - verlangt allerdings weitere Eingänge auf dem Pluskonto bei beiden Mannschaften im 16er-Feld der Landesliga.

Der Interimstrainer der TSG Young Boys, Pietro Conte, blickt optimistisch auf das Derby: "Wir haben alle Akteure an Bord, ich kann aus dem Vollen schöpfen. Auch der zuletzt verletzte Sabri Gürol hat sich zurückgemeldet. Klar ist, dass beide Teams gewinnen wollen und müssen. Wir werden alles dafür tun, dass wir den Erfolg für sicherlich toller Zuschauerkulisse einfahren."

Auf der Gegenseite ist Ähnliches zu hören. "Bei uns können alle Spieler eingesetzt werden - bis auf die gesperrten Silic und Topic. Wir betrachten die Partie als ein Finale. Beide Teams müssen am vorletzten Spieltag gewinnen, um am letzten Spieltag nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Schon beim Hinspiel, das wir 3:2 gewannen, waren viele Zuschauer vor Ort. Es wird einiges los sein", sagt Croatias Pressesprecher Marijo Jerkovic.

Die auf Samstag angesetzte Partie zwischen dem FC Gärtringen und der Spvgg Mössingen fällt aus. Der bereits als Absteiger feststehende Tabellenletzte aus Mössingen kann aufgrund von Spielermangels nicht antreten und wird die Partie somit kampflos mit 0:3 verlieren.

Um rein gar nichts geht es bei der Partie zwischen dem TB Kirchentellinsfurt und dem SV Zimmern. Während der TBK als Vorletzter längst rechnerisch abgestiegen ist und für die Bezirksliga Alb plant, kann der SV Zimmern (56 Punkte, 28 Spiele) seit letztem Sonntag nicht mehr Meister werden, weil der Abstand zu Spitzenreiter VfL Pfullingen auf neun Zähler anwuchs. Gleichzeitig aber ist auch der Vorsprung auf den Drittplatzierten FC Gärtringen (durch das vorzeitig kampflos mit 3:0 gegen Mössingen gewonnene Spiel jetzt bei 50 Punkten aus 29 Partien angelangt) so groß, dass Platz zwei und damit die Teilnahme an der Relegationsrunde zur Verbandsliga absolut in trockenen Tüchern ist.

Der SV Nehren (32 Punkte) befindet sich als Tabellendrittletzter in einer äußerst heiklen Lage. Nur ein Sieg im Heimspiel gegen die TuS Metzingen könnte die Hoffnungen der Steinlachtäler am Leben erhalten. Dummerweise aus Hausherrensicht benötigt der Gast aus dem Ermstal, der immerhin sechs Punkte mehr auf dem Konto hat, aber ein schlechtes Torverhältnis beklagt, selbst noch Zähler, um am Ende nicht noch der Gelackmeierte zu sein.

"Wir wollten eigentlich schon gegen den VfL Pfullingen punkten. Weil uns dies nicht gelungen ist, müssen wir nun dringend in Nehren den Ligaerhalt klar machen", stellt TuS-Trainer Zizino Teixeira-Rebelo klar.

Bis auf den gesperrten Enzo Liotti und die Langzeitverletzten wird nach aktuellem Stand niemand bei den Sieben-Keltern-Städtern in Nehren fehlen.

"Dort haben wir in den letzten Jahren selten etwas geholt. Diesmal muss dies anders aussehen, wir wollen nicht auf andere Plätze schauen müssen, sondern uns definitiv mit einem Dreier aus eigener Kraft sichern. Allerdings müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn man mit 38 Punkten absteigt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass dies in den vergangenen Spieljahren der Fall war", betont Teixeira-Rebelo.

Keine Sorgen muss man sich mehr beim VfL Pfullingen machen. Der 3:0-Sieg bei der TuS Metzingen im Derby vor 450 Augenzeugen hat bereits drei Spieltage vor Schluss den Aufstieg rechnerisch klar gemacht. Nach einem Feiermarathon wollen die Echaztäler nun gegen den FC Holzhausen als würdiger Meister vor ihrem treuen Publikum im Schönbergstadion abtreten. Vor der Partie werden der Spieler Sven Bahnmüller (Karriereende) und Co-Trainer Michael Strobel verabschiedet, nach den 90 Minuten überreicht Staffelleiter Stephen Probst aus Rottweil den Meisterwimpel.

"Bevor wir auf einer Hockete im Schönbergstadion mit unseren Anhängern feiern, wollen wir das letzte Heimspiel gewinnen. Wir haben den Ehrgeiz, in der Statistik als beste Heimelf und beste Auswärtsmannschaft gleichermaßen geführt zu werden", macht VfL-Abteilungsleiter Timo Schyska, der Bürgermeister Michael Schrenk auf der Sportanlage erwartet, klar.

Im Derby zwischen dem FC Rottenburg und der TSG Tübingen geht es für die Gäste noch um die Möglichkeit, die Runde als Dritter abzuschließen.

Der FCR wird seinerseits einen Erfolg anstreben, weil ihm ein Heimsieg die theoretische Möglichkeit offen lässt, sogar noch vor dem Lokalrivalen in der Abschlusstabelle zu landen.