Relegation VfL II steigt nach Elfmeter-Krimi auf

Kusterdingen / Von Giovanni De Nitto 25.06.2018

Vor mehr als 900 Zuschauern auf dem Sportgelände „beim Wasserturm“ in Kusterdingen entwickelte sich im alles entscheidenden Duell in der Fußball-Aufstiegsrelegation zwischen dem TB Kirchentellinsfurt (Dreizehnter der Bezirksliga Alb) und dem VfL Pfullingen II (Vize-Meister der Kreisliga A2 Alb) eine ausgeglichene Partie auf Augenhöhe. Beide Mannschaften standen kompakt und spielten noch nicht ganz mit offenem Visier. Die Faulbaumkicker versuchten es durch Distanzschüsse:  Conigliaro, Hombach und Demir scheiterten knapp. Die beste Chance der ersten Hälfte hatte allerdings der A2-Liga-Vize aus der Echazstadt, als Rafael Robertazzi einen direkten 30-Meter-Freistoß an die Latte hämmerte.

VfL II scheitert knapp

Nach Wiederanpfiff kam die im Durchschnitt wesentlich jüngere Mannschaft vom Pfullinger Schönberg besser aus der Kabine und erspielte sich gute Torchancen. Patrick Weiland verpasste, nach sehenswerter Vorarbeit von Wagner, nur knapp (47.) und Julian Welsch setzte einen Freistoß hauchdünn neben das TBK-Gehäuse (54.).

Die nicht unverdiente VfL-II-Führung resultierte aus einem Ballgewinn im Mittelfeld. Schnelles Umschaltspiel über die rechte Seite und  am Ende stand Torjäger Patrick Weiland goldrichtig und netzte trocken zum vielumjubelten 1:0 für den VfL II ein (55.).

Wenig später hätte der agile Markus Wagner erhöhen können, doch TBK-Torspieler Schneck war mit einem tollen Reflex zur Stelle. Kirchentellinsfurt ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, hielt mit all seiner Erfahrung dagegen und wurde belohnt: Sven Niebiosa wurde auf der rechten Seite auf die Reise geschickt und der kurz zuvor eingewechselte Niebiosa lupfte den Ball gekonnt über den herausstürmenden VfL-II-Schlussmann Becker zum 1:1 in die Maschen (67).

Zusatzschicht

Im weiteren Verlauf hatten beide Mannschaften ihre Möglichkeiten die Partie zu entscheiden, aber es blieb bis zum Ende der regulären Spielzeit beim Unentschieden. Und auch in der Verlängerung schenkten sich beide Teams nichts, warfen alles in die Waagschale und vergaben hüben wie drüben den Siegtreffer. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen:  der VfL Pfullingen II verwandelte alle fünf Strafstöße, auf Seiten des Bezirksligisten war Mauro La Forza der Unglücksrabe, denn das TBK-Urgestein nagelte seinen „Elfer“ nur an die Latte.

Matchwinner

Als Patrick Weiland den entscheidenden Strafstoß sicher zum 6:5 verwandelte, brachen alle Dämme: Freude bei den Pfullingern und ihrem Anhang sowie Trauer beim TB Kirchentellinsfurt.

TBK-Co-Trainer Murat Ercan war die Enttäuschung nach Spielende anzumerken: „Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen, wir haben in puncto Einsatz alles gegeben. Der VfL II war sicherlich ein guter Gegner, aber wir haben die Tore einfach nicht gemacht. Ein Manko, das uns leider schon die ganze Saison verfolgt hat. Das ist sehr bitter.“

Ganz anders die Gefühlslage bei VfL-II-Coach Matthias Jedele: „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, denn wir haben uns über drei kräftezehrende Relegationspartien den Traum vom Aufstieg verwirklicht. Unser Plan ist aufgegangen und der Erfolg ist absolut verdient.“

So spielten sie

TB Kirchentellinsfurt –
VfL Pfullingen II

5:6

TB Kirchentellinsfurt: Schneck – Vasilopulos, R.  Wagner, Kalbfell, Kalaitzis (33. Müller), Durmus (105. Marra), Stoffregen (61. Niebiosa), Hombach, Demir, Conigliaro (57. Petrolo), La Forza.
VfL Pfullingen II: Becker – J. Wagner (85. Pfitzer), Robertazzi, Steiner, Wagner (89. Ebert), Baur, Welsch, Scheufen, Hübner, Elting (52. L Früh) (67. Linder), Weiland.
Tore: 0:1 Weiland (55.), 1:1 Niebiosa (67.).
Elfmeterschießen:  La Forza schießt an die Latte (TBK), 1:2 Baur (VfL II), 2:2 Hombach (TBK), 2:3 Steiner (VfL II), 3:3 Marra (TBK), 3:4Robertazzi (VfL II), 4:4 Demir (TBK), 4:5 Welsch (VfL II), 5:5 Vasilopoulos (TBK), 5:6 Weiland (VfL II).
Zuschauer: 900 (in Kusterdingen).

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel