Im Zuständigkeitsbereich des Württembergischen Fußballverbands (wfv) ist es am vergangenen Spieltag zu umstrittenen Torjubeln wie bei der türkischen Fußball-Nationalmannschaft gekommen. Im Fußball-Bezirk Alb kam es in der A-Liga-Partie zwischen dem Anadolu SV Reutlingen und SV Rommelsbach (6:2), zum so genannten „Militärgruß“, das Salutieren mit einer Hand an der Stirn.

Zwei Vorfälle im WFV-Zuständigkeitsbereich

„Wir haben Kenntnis erlangt von zwei Vorfällen bei Spielen am Wochenende“, sagte wfv-Sprecher Heiner Baumeister der Deutschen Presse-Agentur. „Dass es Fälle gab bei uns, das ist unstrittig.“ Was genau passiert sei, müsse noch herausgefunden werden, sagte Baumeister. Auch, ob und wie es zu Sanktionen komme sei noch unklar. Dazu bekämen alle Beteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme, erklärte der Sprecher.

Nachgefragt beim Vorstand des Anadolu SV Reutlingen

So ordnet Vorstand Murat Baskan vom Fußball-A-Ligisten Anadolu SV Reutlingen, die Vorfälle ein:

Wie steht ihr als Verein generell zu politischen Statements im Sport?

Der Anadolu SV Reutlingen steht seit 40 Jahren für Toleranz, Frieden und gelebte Integration. Wir stehen für Vielfalt - Politik oder Religion werden bei uns nicht thematisiert - wir leisten unseren Beitrag für ein gelungenes Miteinander. Politisch motivierte Handlungen, verstoßen gegen die Werte unseres Vereins.

Könnt Ihr die Aufregung über den Salut-Jubel türkischer Nationalspieler nachvollziehen?

Es kommt immer auf den Blickwinkel an: Die Geste soll die Solidarität mit den Soldaten, Polizisten und Sicherheitspersonal ausdrücken, verbunden mit dem Wunsch, dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren. Das empfinde ich nicht als verwerflich. Auf keinen Fall darf es aber ein politisches Statement für Krieg, Terror oder Rassismus sein.

Beim 6:2-Erfolg gegen den SV Rommelsbach am Wochenende sollen Anadolu-Spieler vermeintlich ein Tor mit dem Militärgruß bejubelt haben. Rechnet ihr mit einer Strafe vom wfv?

Einige unserer Spieler haben das erste Tor mit der Salut-Geste bejubelt. Ich distanziere mich aber in aller Deutlichkeit von jeglicher politisch motivierter Handlung unserer Akteure. Im Spiel selber gab es weder von Seiten des Schiedsrichters noch des Gegners eine kritische Rückmeldung dazu. Sollte es dennoch zu einem Strafverfahren kommen, werden wir uns mit aller Entschlossenheit und allen juristischen Mitteln wehren.

Viele eurer Spieler haben ihre Wurzeln in der Türkei sind aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Schlagen da zwei Herzen in der Brust?

Natürlich haben viele unserer Spieler türkische Wurzeln, aber ihre Heimat ist Deutschland. Deshalb werden wir uns alle zusammensetzen und die Salut-Geste zum Thema machen. Wir möchten unsere Spieler sensibilisieren und ihnen nochmals vor Augen halten, dass eine vermeintlich unpolitische Absicht - dennoch sehr hohe Wellen schlagen kann.

Als A-Liga-Neuling läuft es für euch momentan mit Platz vier sportlich sehr gut. Am Sonntag geht es nun zum Spitzenreiter Riederich, was ist eure Zielsetzung?

Wir sind natürlich mit dem Saisonverlauf zufrieden und freuen uns auf das Kräftemessen mit dem Ligaprimus.Die Zuschauer dürfen sich auf eine fußballerischen Leckerbissen freuen.

Alles rund um die Kreisliga A2 und dem Anadolu SV Reutlingen findet ihr auf FuPa Alb.

Das könnte dich auch interessieren:

Handwerkskammer Reutlingen Die Kammersieger 2019 stehen fest

Reutlingen/Region