Relegation SV Rommelsbach jubelt nach Krimi

Riederich / Von Giovanni de Nitto 18.06.2018

Letzte Chance verpasst: Der SSV Rübgarten muss aus der Fußball-Kreisliga A2 Alb absteigen, während der SV Rommelsbach nach dramatischem Geschehen im ultimativen Kampf ums A2-Ticket aus der Kreisliga B2 Alb in die A2 aufsteigt und somit eine Rückkehr in diese Spielklasse feiert.

Vor 380 Zuschauern im Riedericher Alfred-Barner-Stadion legte der A2-Ligist SSV Rübgarten, der durch den Rückzug der TSG Young Boys Reutlingen II noch kurzfristig auf den Relegationsplatz gesprungen war,  los wie die Feuerwehr. Bereits nach drei Minute die Führung, als der immer brandgefährliche Florian Komenda  mit einem langen Ball bedient wurde und der SSV- Stürmer eiskalt zum 1:0 einnetzte. Der Gegentreffer rüttelte den bis dato sehr passiven B-Ligisten aus Reutlingen-Rommelsbach wach und nach einem unübersichtlichen Gewühl im Rübgartener Strafraum landete der Ball vor den Füßen von Moritz Seidel, der mühelos zum 1:1 einschob (5.).

Zahlreiche Angriffe rollen

Doch die grün-weißen Kicker vom Schönbuchrand blieben am Drücker und fuhren einen Angriff nach dem anderen auf das SVR-Gehäuse. Folgerichtig die erneute Führung, wieder durch den starken Komenda, der nach einer Flanke in den Strafraum erneut zur Stelle war (27.) und zum 2:1 vollendete.

Rübgarten stürmte und drückte weiter auf das Tempo, doch mit Glück und Geschick rettete sich Rommelsbach mit dem knappen Rückstand in die Pause.

„Der SSV  hat uns mit seinem aggressiven Pressing und dem hohen Tempo das Leben sehr schwer gemacht. Wir konnten im ersten Abschnitt spielerisch nur reagieren, aber wir haben mit Kampf und Moral dagegengehalten“, erklärt SVR-Abteilungsleiter Marc Lauinger.

Nach der Pause fand der B-Ligist besser in die Partie und kam auch zu guten Offensivaktionen. Nach einem Eckball stieg Michael Radosevic am Höchsten und markierte den 2:2-Ausgleich (52.). Im weiteren Verlauf spielten beide Mannschaften mit offenem Visier und es gab Chancen hüben wie drüben. Die erneute Führung für die Pliezhäuser Teilortkicker erzielte Murat Alkan, der mustergültig von Albien mit einem Querpass in Szene gesetzt wurde (75.). Doch dies war nicht die Entscheidung in diesem dramatischen Relegationsspiel, denn in der Nachspielzeit gelang dem SVR nach einer Flanke von rechts durch den eingewechselten Christoph Koller noch der 3:3-Ausgleich.

Kurios: Noch bevor es in die Verlängerung ging, sah der Rommelsbacher Moritz Seidel die gelb-rote Karte wegen Unsportlichkeit:  er hatte die Eckfahne bei einem Freistoß aus der Verankerung entfernt.

Rübgarten musste in der Verlängerung dem bis dato sehr hohen Tempo seiner Spielweise etwas Tribut zollen, und trotz Überzahl fehlte jetzt die Durchschlagskraft vor dem Tor.  Die Reutlinger Nordstädter hielten mit viel Einsatz dagegen und wurden belohnt: nach einem langen Ball auf die rechte Seite erkämpfte sich Patrick Neumann den Ball, flankte  quer in den Strafraum und SSV-Verteidiger Fabian Rinker bugsierte das runde Streitobjekt beim Klärungsversuch ganz unglücklich ins eigene Tor zum viel umjubelten 4:3-Siegtreffer für die Stadtteilkicker aus der Kreisstadt (112.).

„Es ist unglaublich, was die Mannschaft geleistet hat. Wir waren drei Mal gegen einen starken Gegner im Rückstand und dennoch haben sich die Jungs jedes Mal zurückgekämpft. Vor dieser Moral und dem Willen des gesamten Teams kann ich nur meinen Hut ziehen, wir sind unglaublich stolz“, freute sich SVR-Abteilungsleiter Marc Lauinger über die Rückkehr in die Kreisliga A2.

So spielten sie

SSV Rübgarten -
SV Rommelsbach

3:4 n.V.

SSV Rübgarten: Imhof – Heinrich (52. Rinker), Bauer, Greineck, Becker (73. Kuhn), Alkan (85. Schwaibold), Komenda, Armbruster (57. Grosz), Hauch, Albien, Friederich.
SV Rommelsbach: Krause – Seidl, F. Brüstle, D. Brüstle (84. Schrade), Fleiner, Neimann, Radosevic, Retter (18., Kestel), Riefler (45. Koller), Ortner (77. Kern), Lauinger.
Tore: 1:0 Komenda (3.), 1:1 Seidel (5.), 2:1 Komenda (28.), 2:2 Radosevic (52.), 3:2 Alkan (75.), 3:3 Koller (91.), 3:4 Rinker (112. Eigentor).
Gelb-rote Karte: Moritz Seidel (92. / SVR ) wegen Unsportlichkeit , weil er die Eckfahne bei einem Freistoß aus der Verankerung entfernt hatte.
Zuschauer: 380 (in Riederich).

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