Oberliga SSV will beim Ex-Pokalschreck die 50-Punkte-Marke knacken

Am 4. August 1990 sorgte der Weinheimer Thomas Schwechheimer mit seinem Elfmetertor gegen Bayern-Torwart Raimond Aumann für eine der größten Sensationen der DFB-Pokalgeschichte. 1:0 gewann der drittklassige Oberligist gegen den Deutschen Meister, der mit etlichen 1990er-Weltmeistern wie Aumann, Augenthaler, Kohler, Reuter und Pflügler antrat. FCB-Trainer war auch damals Jupp Heynckes.
Am 4. August 1990 sorgte der Weinheimer Thomas Schwechheimer mit seinem Elfmetertor gegen Bayern-Torwart Raimond Aumann für eine der größten Sensationen der DFB-Pokalgeschichte. 1:0 gewann der drittklassige Oberligist gegen den Deutschen Meister, der mit etlichen 1990er-Weltmeistern wie Aumann, Augenthaler, Kohler, Reuter und Pflügler antrat. FCB-Trainer war auch damals Jupp Heynckes. © Foto: Archiv
Weinheim / Wolfgang Gattiker 18.05.2018

Im letzten Oberliga-Auswärtsspiel gastiert der SSV Reutlingen Fußball in Nordbaden beim Schlusslicht und Absteiger TSG Weinheim, der trotz geklärter sportlicher Verhältnisse nach enttäuschender Runde vom Spiel des Jahres gegen den ehemaligen Zweitligisten spricht und einen neuen Zuschauer-Saisonrekord  erwartet.

Bisher kamen nur 121 Interessierte pro Oberliga-Heimspiel, ein Mal waren es sogar lediglich 28 zahlende im Sepp-Herberger-Stadion. Früher zu Zeiten des damaligen FV 09 Weinheim waren Saisondurchschnittskulissen von 1200 Besuchern keine Ausnahme. Zum Vergleich: Der SSV Reutlingen Fußball hat knapp 1000 Zuschauer an der Kreuzeiche im Schnitt. In der laufenden Saison ergatterte die TSG Weinheim (im Hinspiel siegte der SSV nach 1:2-Rückstand noch mit 6:2) mit neun erzielten Toren ganze acht Punkte (Siege gegen SV Sandhausen II und  1. CfR Pforzheim). Der SSV holte in der Fremde 26 Punkte, ist in der Auswärtstabelle Fünfter –  zu Hause fuhr man nur 23 Punkte ein, liegt hier auf dem zwölften Rang.

In der Hinrunde sammelten die Reutlinger 21 Punkte, in der Rück­runde 28 – ein Zeichen der Entwicklung unter dem neuen Trainer. Teodor Rus konnte Avdic und Eiberger im Training dieser Woche begrüßen. Ob sie auf der Bank sitzen, entscheidet der Coach kurzfristig. Rus ist Optimist: „Wir wollen endlich die 50-Punkte-Marke überbieten.“

2014 war bisher die erfolgreichste SSV-Saison in acht Jahren Oberliga seit 2010 mit 48 Punkten. Nun hat sich der Kreuzeicheklub mit 49 gesteigert. „Jeder erwartet einen klaren Sieg, aber Weinheim hat sich gesteigert, spielte zuletzt 0:0 beim KSC II. Die TSG stellt eine junge Mannschaft, die  befreit aufspielen kann. Die Weinheimer Spieler wollen sich für andere Vereine empfehlen. Da ist ein Sieg für uns nicht selbstverständlich, wir müssen konsequenter spielen, auch in der Chancenauswertung, dürfen keine Fehler machen und müssen volle Konzentration über 90 Minuten haben“, stellt Teodor Rus klar.

„Es gab Kritik, dass ich bei der 1:2-Heimpleite gegen den SV Spielberg  sieben Neue  einsetzte. Doch  wenn nicht da, wann dann? Da sah man doch einiges, wer das Zeug zum Oberligaspieler hat. Wir haben eine gute Rück­runde absolviert, einstellige Plätze waren zuvor nicht immer der Fall“, meint der SSV-Trainer.

Als Weinheim den FC Bayern eliminierte

Der Weinheimer Fußball hat schon bessere Zeiten erlebt. Neben der Teilnahme an Aufstiegsrunden zur 2. Bundesliga war der 1:0-Triumph im DFB-Pokal der Saison 1990/91 in der ersten Runde gegen Rekordmeister FC Bayern München (Thomas Schwechheimer traf per Foulelfmeter) der Höhepunkt der Klubgeschichte. Die Fußballabteilung des in dieser Sparte viel erfolgreicheren FV 09 Weinheim ging 1992 insolvent und fusionierte mit den unauffälligeren Kickern der TSG Weinheim zur TSG 62/09 Weinheim. Aus den Rot-Schwarzen wurden die Blau-Weißen und im Rhein-Neckar-Kreis bleiben nur noch Erinnerungen an große Weinheimer Fußballfeste.

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