SSV SSV will aus dem südbadischen Albtraum endlich erwachen

Einsatzwille als Mittel gegen den Albtraum: Der Reutlinger Pierre Eiberger (rechts) will heute in Bahlingen dazu beitragen, die schwarze Serie der Achalmstädter am Kaiserstuhl zu beenden.
Einsatzwille als Mittel gegen den Albtraum: Der Reutlinger Pierre Eiberger (rechts) will heute in Bahlingen dazu beitragen, die schwarze Serie der Achalmstädter am Kaiserstuhl zu beenden. © Foto: Eibner
Bahlingen am Kaiserstuhl / Wolfgang Gattiker 08.12.2017
Fußball, Oberliga: Am Samstag (14 Uhr, Kaiserstuhl-Stadion) erwartet der Bahlinger SC seinen Lieblingsgegner SSV Reutlingen. Schiffel und Hartmann fehlen.

Südbadischer Albtraum: Acht Mal gastierte der SSV Reutlingen Fußball bisher im Kaiserstuhl-Stadion, genannt Ponderosa, beim Bahlinger SC. Und acht Mal verließ der Ex-Zweitligist den kleinen Weinort am Kaiserstuhl mit einer Niederlage: 1:2, 1:2, 0:2, 0:2, 1:3, 1:3, 1:3, 0:2 – das Torverhältnis lautet 5:19. SSV-Fußball-Vorsitzender Michael Schuster hofft: „Im Vorjahr haben wir in Hollenbach auch gewonnen und die dortige Negativserie durchbrochen. Warum nun nicht auch heute am Kaiserstuhl?“

Die Bahlinger hatten Ziele, wollten oben mitmischen, aber nun haben sie mit 27 Punkten zehn Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten FC Villingen sowie elf auf den Zollernalb-Klub TSG Balingen. Immerhin: Nach sechs Spielen ohne Sieg gab es gegen die TSG Weinheim ein 4:1 und die Verletzten kamen zurück. BSC-Trainer Alfons Higl hofft auf den zweiten Dreier in Folge. Sein Sohn Felix spielt bei den Rot-Weißen ebenso mit wie Bührer, Ilhan, Respondek, Spiegler, Risch oder Abwehr-Riese Adam. Sein vorerst letztes Spiel für den BSC wird Marco Waldraff bestreiten, der nach seinem abgeschlossenen Studium beruflich bedingt nach Wiesbaden ziehen wird. Heute wird er verabschiedet.

Beim SSV Reutlingen Fußball ist die Trainerfrage gelöst: Teodor Rus beginnt am  8. Januar 2018 an der Kreuzeiche, trifft mit Prediger, Schramm und Milisic auf drei ehemalige Pforzheimer, die er aus seiner Trainerzeit beim 1. CfR noch kennt. Niang kam später dazu.

Zum Nachhol-Spiel am heutigen Samstag  meint der Reutlinger Interims-Trainer Andreas Rill: „Ich muss auf Schiffel, Hartmann und Springer verzichten, während Haas Medizin studiert, bald seinen Doktor machen will. Somit dürfte er nach der Pause bei einem Landesligisten spielen und uns verlassen. Marcel Avdic  hatte Prüfungen, trainierte zu Wochenbeginn nicht mit, ein Einsatz müsste möglich sein.” Noch-Coach Rill hofft: „Serien interessieren mich nicht. Wir wollen heute mit Leidenschaft, wie nach der Pause gegen Weinheim spielen, etwas aus Südbaden mitnehmen. Dazu müssen wir kompakter stehen, eine große Laufbereitschaft  an den Tag legen mit viel Engagement. Wir dürfen nicht so spielen wie vor der Pause gegen Schlusslicht TSG Weinheim.“

Reutlinger Nachwuchshoffnung

Zur Aufstellung verrät Rill: „Pieringer spielte 80 Minuten gegen Weinheim. Wenn er mehr als 45 Minuten bei uns spielt, wird er bei unserer A-Jugend nicht eingesetzt. Er erzielte ein Tor, bereitete eins vor, überzeugte mich. Er ist ein Mann für die erste Elf. Dazu haben wir zwei Tore nach Eckball erzielt, wozu Eiberger die Bälle nach innen schlug. Das haben wir geübt. Ich freute mich auch, dass Maximilian Rohr traf. Bei uns gibt es einen echten Konkurrenzkampf, jeder muss sich seinen Platz erkämpfen. Ich erwarte eine Leistung mit Biss  und Einsatzwillen, so wie in der zweiten Halbzeit gegen Weinheim.“

Zur Trainerfrage, die mittlerweile durch die Verpflichtung des Ex-Profis Teodor Rus (einst Mittelfeldspieler beim FC Homburg, Rot-Weiß Oberhausen, Karlsruher SC, SV Waldhof und Rot-Weiß Erfurt) gelöst ist, lässt Rill wissen: „Michael Schuster und Giuseppe Ricciardi haben mir angeboten, bis Mai als Trainer zu  arbeiten. Es geht aber nicht, nun haben wir eine  gute Lösung mit Rus. Jetzt aber wollen wir im letzten Pflichtspiel 2017 - denn es geht erst am 10. Februar 2018 in Ravensburg weiter - in Bahlingen am Kaiserstuhl punkten und uns im Tabellenmittelfeld festsetzen.“

In Bahlingen hatte der SSV nie etwas zu melden

Gegen keine andere Mannschaft, die je in Bahlingen am Kaiserstuhl gastierte, hat der BSC zu Hause eine bessere Bilanz als gegen Reutlingen – acht Spiele, acht Siege. In den letzten beiden Anläufen war der SSV Reutlingen Fußball bei zweimaligen 1:2-Pleiten zwar nahe dran an einem Punktgewinn, doch unter anderem dank Torjäger Walter Adam (drei von vier BSC-Treffer) gelang es dem Kreuzeicheklub wieder nicht, einen Punkt vom Kaiserstuhl mitzunehmen. Ein Hoffnungsschimmer: In der laufenden Oberligasaison holte Reutlingen auswärts mehr Punkte (11) als an der Kreuzeiche (9). Die letzten drei Partien in der Fremde verlor der SSV aber.