Vorstand und Aufsichtsrat des SSV Reutlingen 1905 haben am Sonntag nach intensiver Prüfung entschieden, die Zusammenarbeit mit den designierten Vorstandskandidaten Cem Korkmaz und Sinan Demez in ihrer kommissarischen Funktion nicht fortzusetzen. Dagegen wird sich die operative Unterstützergruppe, Beirat genannt, die bereits im vergangenen Jahr den Weg der Erneuerung des Vereins angestoßen hatte, auch weiterhin für den SSV engagieren.

Unüberbrückbare Differenzen

Wir schätzen den großen zeitlichen Einsatz von Cem Korkmaz und Sinan Demez für den SSV seit Anfang März, in den Bereichen, Sport, Sponsoring und Finanzen und danken ihnen dafür. In den letzten Wochen haben sich jedoch Differenzen in dem Verständnis aufgetan, wie ein Verein zu führen ist. Diese halten Vorstand und Aufsichtsrat wie auch der Beirat für nicht überbrückbar. Nach intensiven Gesprächen sind wir zum Ergebnis gelangt, dass es besser und ehrlicher ist, diesen Schritt der Trennung zu gehen als unseren Mitgliedern einen Weg vorzuschlagen, von dem wir nicht mehr überzeugt sind“, erklärten der Vorsitzende des SSV-Fußballvereins Theo Faßnacht und der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Karsten Amann nach dem Votum der Gremien: „Wir wollen alles dafür tun, dass die Trennung fair und korrekt abläuft.“

Wir hätten gerne weiter für den SSV gearbeitet

Korkmaz und Demez bedauerten die Entscheidung: „Wir haben enorm viel Zeit investiert und hätten gerne weiter für den SSV gearbeitet, jedoch haben wir eine andere Auffassung und halten eine konsequentere Führung des SSV für notwendig.“ Es sei schade, dass es nach einem guten Start keine gemeinsame Ebene mehr gebe: „Dennoch wünschen wir dem Verein nur das Beste und stehen in der Zukunft bei Bedarf gerne unterstützend zur Verfügung. Wir halten es uns offen, ob wir bei der Mitgliederversammlung kandidieren.“

Umtriebiger Beirat bringt den SSV nach vorne

Fortsetzen wird der Verein die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls Anfang März installierten Beirat. Dessen Mitglieder haben gemeinsam mit allen Gremien in den Bereichen Marketing, Sponsoring, Finanzplanung, Organisation, aber auch Sport, ein großes Engagement an den Tag gelegt und den SSV operativ dort vorangebracht. Dieser Kreis hat weiter an Unterstützern gewonnen, die alle an Bord bleiben. Auf den Beirat gehen unter anderem die extrem erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, die Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit und Sponsorenansprache, die Gewinnung neuer Partner sowie eine Reihe organisatorischer und planerischer Verbesserungen zurück.

Der SSV Reutlingen bleibt auf Kurs

Der sportliche Leiter Christian Grießer war und ist in alle sportlichen Überlegungen und Verhandlungen einbezogen. „Auch wenn nun andere Personen als geplant im Vorstand agieren werden, hat sich am Kern der angestoßenen Veränderungen nichts geändert. Der SSV bleibt auf Kurs. Wir haben Vertrauen in diese Truppe und in den Prozess, den sie angestoßen hat,“ so Faßnacht und Amann. Sofern es die Umstände der Corona-Krise zulassen, soll in der zweiten Juli-Hälfte die Jahreshauptversammlung des SSV stattfinden.
Das bisherige Aufsichtsratsmitglied Mario Kolb hat sich schon zur Kandidatur für den Vorstand bereit erklärt. Jürgen Matteis wird sich nicht mehr zur Wahl stellen.
In der Zeit bis dorthin bleibt der Verein mit dem bisherigen Vorstand um Theo Faßnacht handlungsfähig. Auch Kolb und Amann werden in der Übergangszeit an führender Stelle Verantwortung übernehmen.

Jonas Preuß wechselt aus Cannstatt an die Kreuzeiche

Mit Jonas Preuß wird ein weiteres Talent aus der Nachwuchsschmiede des VfB Stuttgart in der kommenden Spielzeit das Trikot des SSV Reutlingen tragen. Der 20-jährige Rechtsaußen wechselt vom Regionalliga-Aufsteiger an die Kreuzeiche.