Mit hängenden Köpfen schlichen die B-Junioren des SSV Reutlingen am Sonntagmittag vom Kunstrasen an der Kreuzeiche. Die Schützlinge der Trainer Maik Stingel und Albert Lennert hatten soeben das Relegationsrückspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit einem 1:1-Unentschieden beendet. Da man das Hinspiel vor einer Woche in Aspach mit 0:2 verlor, muss man nun ein weiteres Jahr in der Verbandsstaffel auf Punktejagd gehen.

„In erster Linie tut es richtig weh. Wir hatten uns vor dem Rückspiel so viel vorgenommen und geraten wie in der vergangenen Woche wieder so früh in Rückstand“, sagte ein sichtlich enttäuschter Maik Stingel nach der Begegnung. Und in der Tat waren die Hausherren von Beginn an hellwach, bis eben zu jenem angesprochenen Gegentor in der fünften Spielminute.

Da segelte ein SGS-Freistoß durch den kompletten Reutlinger Strafraum und kein SSV-Verteidiger bekam das Spielgerät geklärt. So bedankte sich Großaspachs Flavio Santoro artig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Die Reutlinger blieben anschließend bemüht, doch meistens fehlte die zündende Idee. „Es hat meist der entscheidende Pass im letzten Drittel gefehlt“, monierte Stingel nach Spielende. Insgesamt machten die Gäste aus Aspach aber auch den clevereren Eindruck.

Nur einer Glanzparade von Reutlingens Schlussmann Tim Zemmer, der einen Rückraumkracher von Daniel Klemm sehenswert entschärfte, war es zu verdanken, dass es weiter nur 0:1 stand. Gegen Ende des ersten Durchgangs agierten die Reutlinger nochmals offensiver und wurden dafür belohnt. SGS-Schlussmann David Nreca-Bisinger segelte an einer Flanke vorbei und so hatte Reutlingens Ben Schaal keine Mühe, den Ball im leeren Tor unterzubringen (37.). Alle Großaspacher Proteste, bezüglich eines vorausgegangen Foulspiels an Innenverteidiger Dennis Klemm, halfen nicht – der Treffer zählte. Nun wurde es hektisch, und nach einem langen Ball in den Reutlinger Strafraum bekam SSV-Keeper Zemmer den Ball erst im zweiten Versuch zu fassen und wurde dann von SGS-Akteur Dennis Klemm umgerannt. Zemmer revanchierte sich mit einem Schubser, und so mussten anschließend beide Akteure mit dem roten Marschbefehl frühzeitig zum Duschen.

Im zweiten Durchgang hatten die Reutlinger dann zu wenig zwingende Ideen und auch zu wenig Tempo im Spielaufbau, um die tiefstehende Großaspacher Abwehr in Verlegenheit zu bringen.

Die beste Möglichkeit zur Führung verpasste der eingewechselte Mirhan Inan, der den Ball nach einer flachen Hereingabe nicht im leeren Tor unterbrachte. Auch ein Kopfball von SSV-Kapitän Ilias Dimou verfehlte sein Ziel.

„Wenn ein Spiel so eng ist, musst du aus deinen wenigen Chancen einfach mehr machen“, sprach Stingel Klartext, der trotz des verpassten Aufstiegs stolz auf die Saisonleistung seiner Jungs ist.

SSV U17: Zemmer, Hermann (71. Edelmann), Kemmler, Krajinovic (40. Jakovljevic), Stahl (53. Inan), Meixner, Jäth (61. Özüdogru), Dimou, Grun, Schaal, Chettibi.