Bezirksliga Alb SSV II sichert sich Rang zwei

Einsatz an der Grenze des Erlaubten: Der Wittlinger Yunus Yildiz (rechts) versucht mit gestrecktem Bein, vor dem Torwart des SV Croatia Reutlingen, Michael Paradzikovic, an den Ball zu kommen. Letztlich trennte man sich friedlich 1:1.
Einsatz an der Grenze des Erlaubten: Der Wittlinger Yunus Yildiz (rechts) versucht mit gestrecktem Bein, vor dem Torwart des SV Croatia Reutlingen, Michael Paradzikovic, an den Ball zu kommen. Letztlich trennte man sich friedlich 1:1. © Foto: Joachim Baur
SWP 01.06.2015
Der SSV Reutlingen II sichert sich mit einem Kantersieg den Relegationsplatz und darf von der Landesliga, die Croatia Reutlingen bereits erreicht hat, nun auch träumen. Bad Urach holt einen wichtigen Dreier.

TSV Dettingen/Erms gegen

TSV Dettingen/Rottenbg. 2:3 (1:1)

Die beiden Dettinger TSV-Teams zauberten im Neuwiesenstadion durchaus Ansehnliches für die 150 Zuschauer auf den grünen Rasen. Aus Gastgebersicht gab es am Ende nur ein Problem - das Ergebnis. Gespielt waren 82 Minuten, als das Spiel entschieden wurde. Tim Randecker hatte Dominic Hirsch mustergültig bedient, der donnerte das Spielobjekt ins Tor der Gäste aus dem Rottenburger Stadtteil. So hatten es viele gesehen - nur nicht Schiedsrichter Alexander Laichinger. "Unerklärlich", ärgerte sich der Pressebevollmächtigte Jürgen Stanger. Der Ärger ist umso verständlicher, wenn man die folgende Szene einbezieht, die per Schrägschuss durch Michael Quasthoff das finale 2:3 brachte.

In Führung gegangen waren die Gastgeber durch Markus Müller nach vier Minuten, ein kapitaler Stockfehler von Astrit Kaliqanai ermöglichte Daniel Schnell den Ausgleich (32.). Dass es dabei blieb, hatte der TSV von der Erms hauptsächlich seinem starken Keeper Nico Coconcelli zu verdanken.

Der Schlussmann der Blau-Weißen schnappte auch nach Wiederanpfiff einiges, war aber machtlos, als Michael Quasthoff in der 75. Minute zum 1:2 traf. Danach ging es ganz schnell: Anspiel Müller, Kopfballtor Hirsch (2:2). Das Ende ist bekannt.

TSV Dettingen/Erms: Coconcelli - Hirsch, Kleih, M. da Costa, März (62. Randecker), Westpfahl, Kaliqanaj, Maurer, Büschert, Müller, Ogüt (82. Hug).

TSV Dettingen/Rottenburg: Chengula - M. Widmann, Leins, M. Schnell, Deibler, Hartmann, Schachtschneider (82. Martin), D. Schnell (60. Vollmer), M. Quasthoff, L. Widmann, Hermann (82. Kapp).

Tore: 1:0 Müller (4.), 1:1 D. Schnell (32.), 1:2 M. Quasthoff (75.), 2:2 Hirsch (76.), 2:3 M. Quasthoff (83.).

TSV Wittlingen gegen

SV Croatia Reutlingen 1:1 (0:1)

In einem von beiden Seiten fair geführten Spiel konnte die Heimelf vom Hockenloch ihre Heimserie fortführen und dem Bezirksligameister ein Unentschieden abtrotzen. Zwischen der 15. und 20. Minute hatte der TSV Wittlingen die Möglichkeit, in Führung zu gehen, jedoch schafften es Martin Reiff und auch Simon Glocker nicht, den Ball im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. 30 Minuten waren gespielt, als der Gast aus der Kreisstadt aus heiterem Himmel heraus mit 1:0 in Führung ging. Sebastian Rohloff reagierte am schnellsten und hob den Ball über Torhüter Eißele hinweg ins Netz. In der Folgezeit plätscherte das Spiel so dahin und so ging es dann auch in die Halbzeit.

Nach dem Wechsel versuchten die Gastgeber, den Ausgleich zu erzielen, was der Meister und Landesliga-Aufsteiger geschickt verhinderte. Immer wieder nahmen die Kroaten das Tempo geschickt aus dem Spiel und ließen nichts Zwingendes zu.

Die Rot-Weißen von der Uracher Alb ließen jedoch nicht locker und belohnten sich in Minute 80 mit dem Ausgleich des frisch gebackenen Vaters Igor Sparwasser, der zum verdienten Ausgleich traf. Beide Mannschaften hatten am Hockenloch noch Chancen zum Siegtor, es blieb jedoch beim gerechten Remis zwischen den Spitzenteams.

TSV Wittlingen: Eißele - Glocker (70. Sparwasser), Mess, Aliu, Yildiz, Reiff, Krohmer, Beck, S. Maier (75. Ruess), Flitsch (46. Heinrich), P. Maier.

SV Croatia Reutlingen: Paradzikovic - Dzalto, D. Balzevic, Grujic, Radosevic, Silic, Kern, Baumgärtner, Pezic, Rohloff, Pavic.

Tore: 0:1 Rohloff (30.), 1:1 Sparwasser (80.).

TSV Genkingen gegen

FV Bad Urach 1:3 (0:2)

Bei Auswärtsspiel in Genkingen gelang dem FV Bad Urach ein wichtiger Dreier im Kampf um den Klassenerhalt. Die Gäste aus der Bäderstadt erwischten den besseren Start im Sonnenbühler Teilort und gingen bereits nach drei Minuten durch Hadi Omeirat mit 1:0 in Führung. Auch das 0:2 ließ nicht lange auf sich warten. Onur Seyhan war der glückliche Torschütze nach sehenswerter Kombination (7.).

In der Folge konnten sich die Hausherren etwas Luft verschaffen und ein paar Torgelegenheiten erspielen, ohne jedoch den Anschlusstreffer zu erzielen. Nach der Pause konnte Sven Saur seine Farben per Distanzschuss auf 1:2 heranbringen und es keimte noch etwas Hoffnung auf. Diese wurde jedoch bereits in der 72. Minute wiederum durch Hadi Omeirat zunichte gemacht.

Der FV Bad Urach, der im Sonnenbühler Teilort auch eine gelb-rote Karte locker wegsteckte und mühelos die letzten 20 Minuten in personeller Minderzahl bestritt, hat es somit in der kommenden Woche in eigener Hand, den Bezirksliga-Klassenerhalt zu sichern.

TSV Genkingen: Kurzenberger - F. Saur (76. Hantel), List, Fulde, Pa. Deh, Ph. Deh, S. Saur (78. Capo), Weiss, D. Saur, Früh, Krasser.

FV Bad Urach: Hochhaus - Wang, Elbir, Bruno, Adamski (82. Walter), Lorenz, Mannolo, Omeirat (84. Seibold), Öner (90. + 3 da Silva), Seyhan, Kluf.

Tore: 0:1 Omeirat (3.), 0:2 Seyhan (7.), 1:2 M. List (58.), 1:3 Omeirat (72.).

TSV Glems gegen

TSV Gomaringen 0:0

Ein leistungsgerechtes Unentschieden erkämpften sich die Gäste aus Gomaringen in Glems. Über 90 Minuten sahen die zahlreichen Zuschauer an der Braike ein Spiel auf niedrigem Niveau. Gomaringen hatte über die gesamte Spielzeit keine nennenswerte Torchance. Der TSV Glems seinerseits verbuchte zwei gute Chancen, die aber vom guten Gomaringer Torwart vereitelt wurden.

In der 60. Minute verletzte sich der Glemser Vogel bei einem Foulspiel seines Gegners so schwer, dass er mit dem Krankenwagen in die Klinik eingeliefert werden musste.

TSV Glems: Wehrstein - Vogel (65. Di Giovanna), Plewnia M., Plewnia P., Stiefel (46. Egner), Saupp, Tüzün, Gugel, Owusu-Smith, Tunc, Finkbeiner

TSV Gomaringen: Wagner, Heinz, Pankow, Priester, Weihing, Schelling, Kiefner, Kahlfuß, Faßnacht, Bouali, Poerschke (60. Heusel).

TV Derendingen gegen

SSV Reutlingen II 0:7 (0:2)

Ein Debakel im letzten Heimspiel der Saison. So hatte sich der TVD das freilich nicht vorgestellt. Aber weil das Personal knapp ist und die zweite Mannschaft in der Kreisliga B noch im Abstiegskampf steckt, standen nur zwölf Derendinger auf dem Spielberichtsbogen. Als dann Stefan Wohnus und Kevin Fröhlich, beide unter der Woche noch erkrankt, in der Halbzeit mit Schwindelanfällen raus mussten, kickte der TV Derendingen zu zehnt weiter. 0:2 stand es da. "Und danach haben wir 15, 20 Minuten ganz gut mitgehalten", sagte TVD-Pressewart Helmut Thurner. Doch Reutlingens Oberliga-Stürmer Dominik Grauer (vier Treffer) bekam der TVD nie in den Griff. "Aber umso länger es ging, umso müder wurden wir", sagte Thurner. So bitter sich das 0:7 auch anhört, "wir nehmen es locker", erklärte Thurner.

TV Derendingen: Lange - Braun, Wohnus (46. Karagiotzis), Bechtold, Hegele, Fröhlich (46. -), Bacher, Dürr, Arfaoui, Binder, Röhl.

SSV Reutlingen II: Tahtsidis - Bernhardt (67. Gence), Tengelidis (67. Amendola), Bennardo, Bitzer (72. Ates), Grauer, Enes Durmaz, Heim, Anil Durmaz, Hofacker, Stern.

Tore: 0:1 (15.) Bennardo, 0:2 (37.), 0:3 (60.), 0:4 (65.) Grauer, 0:5 (70.) Hofacker, 0:6 (76.) Grauer, 0:7 (79.) Ates.

TSV Ofterdingen gegen

SSV Rübgarten 2:5 (0:3)

Der SSV Rübgarten kann nach dem Erfolg in Ofterdingen fast nicht mehr direkt absteigen - und verdiente sich das durch eine couragierte Leistung. "Man hat klar gesehen, wer gewinnen musste", fand TSV-Abteilungsleiter Christian Dürr, der seiner Mannschaft attestierte: "Viele haben den Kampf nicht angenommen." Das anstehende Pokalfinale gegen den SSV Reutlingen Fußball II am Donnerstag wollte Dürr nicht als Ausrede gelten lassen. An der Verdientheit des SSV-Erfolges gab es laut Dürr keine zwei Meinungen.

TSV Ofterdingen: Keller - Funk, Boll, Koll (55. Kamran), Traub, Gasparovic, Dehner, Laur, Jaith, Di Leone (80. Sieber), Schmid (55. Haigis).

SSV Rübgarten: Kapitel - Heinrich, Bauer, Kemmler, Bopp, Krajinovic, Bäuerle, Hausch, Hauch, Ulusan, Albien.

Tore: 0:1 (12.) Krajinovic (Foulelfmeter), 0:2 (27.) Spataro, 0:3 (42.) Bäuerle, 1:3 (54.) Traub (Foulelfmeter), 1:4 (58.) Bäuerle, 2:4 (67.) Laur, 2:5 (80.) Bäuerle.

SV 03 Tübingen gegen

FC Engstingen 0:2 (0:2)

Tübingens Spielleiter Marco Müller sah einen "Sommerkick" an der Europastraße, weil man beiden Mannschaften angesehen habe, dass es tabellarisch um nichts mehr ging. Engstingen ging aus der Partie jedoch als Sieger hervor, weil "die leicht engagiertere Mannschaft verdient gewonnen hat".

Der "Nulldrei" monierte zwar noch, in der zweiten Hälfte einen Elfmeter nicht bekommen zu haben, doch letztlich, so Müller, habe er früh gemerkt, dass der gewinnen werde, der das erste Tor macht.

SV 03 Tübingen: Ott - Horn (67. Schmetterer), Binder, Fidan, Urban, Spago (77. Jost), Dibba, Felix Müller, Ahmed, Oladazimi (82. Medakovic), Meral.

FC Engstingen: Leippert - Dötsch, Baisch, Sivan, Schenk, Modrow (74. Kuhn), Kauffmann, Barho, Vöhringer, Dohrmann, Werz (82. Schmid).

Tore: 0:2 (0:2). 0:1 (34.) Schenk, 0:2 (41.) Modrow.

TSV Hirschau gegen

SV Wurmlingen 2:1 (1:0)

Unbändiger Jubel auf der einen, hängende Köpfe auf der anderen Seite: Der TSV Hirschau gewann das Abstiegsduell der Fußball-Bezirksliga vor knapp 700 Zuschauern mit 2:1 (1:0) gegen den SV Wurmlingen. Die Spieler des TSV Hirschau ließen nach Abpfiff unbändiger Freude freien Lauf. Bis sie die anderen Ergebnisse erfuhren. "Diesmal hat keiner für uns gespielt", sagte TSV-Abteilungsleiter Ralf Hartmann. Bei den Wurmlingern steht der Abstieg nun fest.

"Wir wollten unbedingt gewinnen", sagte SVW-Kapitän Daniel Kopp. "Jetzt sind alle geknickt." Trainer Jürgen Wächter ärgerte sich: "Wir hatten den Gegner im Griff und verlieren - wie in der ganzen Runde." Der SVW ließ wieder zu viele Chancen aus. Selbst Hirschaus Kapitän Ante Sucic fand: "Es wäre nicht ungerecht gewesen, wenn die Wurmlinger gewonnen hätten."

Die Hirschauer schafften es nie, die Nervosität abzulegen. Obwohl sich Trainer Evangelos Aroutsidis einen feinen taktischen Kniff ausgedacht hatte: Kapitän Sucic verteidigte hinten rechts, der Coach selbst außen auf der anderen Seite. Dazu Christoph Schach innen. Geballte Defensiv-Routine.

Die Wurmlinger waren anfangs im Vorwärtsgang pfiffiger. Bis Federico Decortes das erste echte Ausrufezeichen für Hirschau aussandte: Er zog aus 20 Metern ab, SVW-Keeper Julian Hoyer lenkte die Kugel gerade so drüber (22.). Zwei Minuten später ging Hirschau nach einem Gewühl im Wurmlinger Strafraum in Führung - Christoph Schach war der Torschütze.

Nach der Pause wurde es dramatisch, weil - vor allem von den Wurmlingern - beste Chancen vergeben wurden.

Zunächst jedoch Hirschau: Decortes stibitzte den Ball an der linken Eckfahne, flankte mit viel Effet, Hoyer lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen an die Latte (52.). Fünf Minuten später der SVW: Patrick Schaal flankte von Linksaußen, Andreas Straub traf in der Mitte nicht voll, doch der Ball eierte TSV-Keeper Philipp Steck noch durch die Finger zum 1:1-Ausgleich.

Und der SVW? Sven Mensel, Aktivposten auf links, scharf in die Mitte, Benjamin Haug direkt - Steck lenkte die Kugel an die Latte (72.). Im Gegenzug konterte Decortes im Alleingang. Er zog krachend von der Strafraumkante ab - Latte. Zwei Minuten später spielte Decortes Esad Huskic den Ball in den Fuß, der TSV-Torjäger blieb cool und schob unten rechts ein - 2:1.

TSV Hirschau: Steck - Schach, Kappler, Sucic (59. Renner), Geise (87. Fauser), Kratzer, Binder, Decortes, Huskic, Aroutsidis, Bäuerle (74. Zukanovic).

SV Wurmlingen: Hoyer - Wachendorfer, Rebmann (77. Liedtke), Fahrner, Schaal (90. Neumeier), Kopp, Behar (87. Marco Haug), Hartmann, Mensel, Straub, Benjamin Haug.

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