Fußball, Oberliga SSV gastiert beim „Team der Stunde“

Auf den SSV Reutlingen mit Pierre Eiberger (oben) - hier gegen Fabian Herrmann vom SV Oberachern - wartet mit den favorisierten Freibergern ein harter Brocken.
Auf den SSV Reutlingen mit Pierre Eiberger (oben) - hier gegen Fabian Herrmann vom SV Oberachern - wartet mit den favorisierten Freibergern ein harter Brocken. © Foto: Grundler
Gattiker 07.10.2017

Heute hat der SSV in Freiberg beim Sport- und Gesangverein eine hohe Hürde vor sich. Er ist aber auswärts nach wie vor ungeschlagen und möchte die Serie retten.

Doch Freiberg ist das Top-Team der letzten Wochen, kaum aufzuhalten, war ja auch vor der Saison ein Meisterschaftsfavorit, obwohl die Macher von Klassenerhalt sprachen.

Die Freiberger haben sich nach schwächerem Start gefangen, ja gefunden, alle Neuen sind integriert: im Pokal am Feiertag siegte man gegen Liga-Konkurrent FV Ravensburg 3:1 (Tore Kutlu (2) und Sökler) und die letzten drei Punktspiele gewannen die Gehrmann-Schützlinge 4:0 gegen Nöttingen (erste Niederlage des FC), 4:3 in Göppingen und 3:2 beim KSC. Das heißt: der SGV traf elfmal, ist offensiv auch ohne den verletzten Sven Schimmel stark. Öztürk, Latifovic und Sökler trafen beim Sieg in Karlsruhe. Mit  David Kienast (SV Würtingen, TSV Sondelfingen und SSV von 2003 bis 2005) sowie Steven Kröner (SSV von 2006 bis 2009) sind auch ehemalige Spieler der Region im Kader.

Beste Freunde

ln Freiberg  gab es bisher drei SSV-Punktspielsiege, auch einen im Pokal-Halbfinale, der letzte 2006. Die Frage ist, ob der Gastgeber wie zuletzt auf Kunstrasen oder doch im Wasen-Stadion spielt. SSV-Trainer Jochen Class studierte mit Roman Gehrmann Sport in Tübingen, sind beste Freunde, telefonieren regelmäßig und die Freundschaft hält bis heute. Sie gingen auch denselben Weg, beide waren beim VfB Stuttgart, sind jetzt Oberliga-Trainer.

Gehrmann war lange in Freiberg, ging dann zum KSC (Jugend), kam aber zurück, führte den SGV wieder in die Oberliga - nur die Zuschauerzahlen sind enttäuschend. Man hat sich gewaltig verstärkt: Kutlu kam aus der Türkei, dazu Nagel (Alemannia Aachen), Fossi (KSC), Kröner (Homburg), Pollex (Kickers), Latifovic (Heidenheim), Schiffmann (Hollenbach). Spieler wie Thomas Gentner (Bruder des VfB-Spielers Christian, der ja  schwer verletzt  war), Krajinovic, Zagaria, Marotta oder Muzliukaj  sind bekannt, kamen zum Teil von Teams, die in höheren Ligen spielten. Das spricht alles für den Gastgeber.

Deswegen ist für Jochen Class klar: „Es war nur eine Frage der Zeit bis die vorne stehen - bei diesem Kader müssen sie oben mitspielen. Doch wir sind selbstbewusst, haben jetzt vier Mal nicht verloren, nur ein Tor  kassiert, wollen auch  dort punkten. Wir sind defensiv stabiler, müssen eben torgefährlicher werden, das 1:1 gegen Oberachern tat weh, wir hatten ja gute Chancen. Aber beim SGV ist völlig wurscht, wer aufäuft, die haben alle hohe Qualität, viel Klasse. Wir sind nicht der Favorit, können sicher unsere Stärken  ausspielen, wenn die das Spiel machen, was wir diesmal nicht machen müssen. Wir müssen unser Tempospiel bieten, auf Konter setzen und Nadelstiche setzen und hinten kompakt stehen wie zuletzt.”

Doch Class hat Sorgen: „Da wurde kritisiert, dass ich Avdic und Schiffel rausnahm, beide waren angeschlagen. Es war ja toll, wie lange sie durchhielten - beide trainierten, aber Avdic hat eine leichte Zerrung. Ich hoffe, wir bekommen Milisic fit, die anderen auch. Wir haben eben das Problem, dass Prediger und Kuengienda derzeit beruflich stark beansprucht sind und kaum trainieren können. Deshalb musste Prediger warten. Doch wir müssen uns steigern, es wird eine schwere Aufgabe werden, aber wir haben Respekt, kennen aber auch unsere Stärken. Wir müssen ao engagiert auftreten wie in Bissingen.”

Der SSV gewann auswärts zweimal, spielte zweimal Unentschieden, blieb dreimal ohne Gegentor und hat jetzt in vier Spielen nur einen Treffer zugelassen.

SSV-Keeper Milan Jurkovic hofft: „Ich möchte eine  neue Serie starten, aber wichtiger sind die Punkte. Wir müssen stabiler, kompakter stehen als zuletzt, da hätte es Konter geben können.”