Landesliga Spannung allerorten - besonders am Faulbaum

Für Philip Bochinger (links) und den VfL Pfullingen dürfte es keine Stolperfallen mehr geben.
Für Philip Bochinger (links) und den VfL Pfullingen dürfte es keine Stolperfallen mehr geben. © Foto: Eibner
SEBASTIAN BUCK 04.06.2015
Es ist fast wie in der Bundesliga - nur spannender. Um beide Relegationsplätze, oben wie unten, entbrennt am letzten Spieltag in der Fußball-Landesliga, Staffel 3 noch ein Kampf, der deutschlandweit seinesgleichen sucht.

Die TuS Metzingen empfängt zu Hause die Rottweiler. Die Gäste des FV 08 sollten zubeißen, wollen sie noch die Chance auf den Relegationsplatz zwölf wahren. Mit 24 Zählern haben die Kicker aus der ältesten Stadt Baden-Württembergs nur bei einem Sieg realistische Chancen. Zwei Zähler fehlen dem FVR auf den Relegationsplatz. Dieser Situation ist sich Metzingens Trainer Zizino Teixeira-Rebelo natürlich bewusst: „Die werden nochmals alles in die Waagschale werfen. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass wir als Jahresabschluss noch einen Sieg einfahren.“ Enno Eller kehrt zurück ins Team, der Cheftrainer kann also aus dem Vollen schöpfen.

Richtige Spannung herrscht im Tabellenkeller vor. Der TV Darmsheim auf Platz zwölf (26 Punkte), der BSV Schwenningen (25), der TB Kirchentellinsfurt (25) sowie der FV 08 Rottweil (24) streiten sich um den letzten Strohhalm Relegation. TBK-Übungsleiter Jan Wachsmuth bleibt bescheiden: „Wir können unseren Teil dazu beitragen und wollen natürlich gewinnen, damit die Chance gewahrt bleibt.“ Doch der Gegner aus dem Steinlachtal ist nicht unbedingt mit dem Titel Laufkundschaft auszustatten. Die SpVgg Mössingen hat eine undurchdringbare Neun-Punkte-Mauer um das rettende Ufer gezogen und somit nichts mehr mit dem Abstieg am Hut. Wachsmuth ist voll des Lobes ob des kommenden Gegners: „Mössingen hat gute Einzelspieler und war zeitweise beste Rückrundenmannschaft, es wird schwer für uns.“

Personell quälen den TBK-Trainer etwaige Urlaube und private Termine seiner Spieler, er wisse noch nicht genau, wer überhaupt zur Verfügung stünde. Doch an einem Sieg führt für die Faulbaum-Balltreter nichts vorbei. Dabei muss dann gleichzeitig der TV Darmsheim in Nehren Federn lassen und der BSV Schwenningen gegen Sindelfingen maximal remisieren, damit die Relegation doch noch von Kirchentellinsfurt erstürmt wird.

Am oberen Ende der Tabelle ist nur noch Phantomspannung zu messen. Der VfL Pfullingen hat sich die Relegation gesichert – zumindest sagt das der gesunde Fußballverstand. Dass die Pfullinger zu Hause gegen Freudenstadt verlieren, kann noch geschehen. Dass die TSG Tübingen gegen die Reutlinger Young Boys siegt ebenfalls. Doch die 13 Tore Unterschied in den Tordifferenzen sind wohl nur noch mit dem Rechenschieber aufzuholen.

Nichtsdestotrotz versichert der scheidende Echaz-Coach Jochen Class, dass man voll angreifen werde: „Wir nehmen das Spiel natürlich ernst. Bei Freudenstadt geht es um nichts mehr und genau das ist gefährlich.“ Für den VfL Pfullingen kann es auch noch direkt in die Verbandsliga gehen – ein eigener Heimsieg vorausgesetzt. Doch selbst dann ist man auf Schützenhilfe aus Schwenningen angewiesen, dort gastiert nämlich der Spitzenreiter VfL Sindelfingen. Doch Class legt den Taschenrechner ohnehin beiseite: „Die ganzen Rechenspiele bringen nichts. Wir konzentrieren uns voll auf Samstag und dann schauen wir nach dem Spiel auf die anderen Ergebnisse. Platz zwei ist für uns schon sensationell, wir werden auf jeden Fall feiern.“ Beim letzten Saisonspiel kann der Coach auf alle Mann zurückgreifen und hat somit nahezu ein Überangebot.

Die TSG Young Boys Reutlingen empfängt die Tübinger TSG. Die Neckartäler schielen wohl nicht mehr ernsthaft auf die Relegation, denn es gilt 13 Tore Unterschied aufzuholen. Da die Ringelbach-Fußballer jüngst wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden haben, ist es denkbar unrealistisch, dass man den eklatanten Torunterschied noch aufholen kann. Vor allem, da die Reutlinger sich freilich noch gut vom eigenen Anhang verabschieden wollen.

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