Fußball Sieben Tore stellen Rus nur bedingt zufrieden

Neuzugang Christian Giles Sanchez (links) führte sich prächtig ein beim SSV Reutlingen, glänzte als Vorbereiter und Torschütze.
Neuzugang Christian Giles Sanchez (links) führte sich prächtig ein beim SSV Reutlingen, glänzte als Vorbereiter und Torschütze. © Foto: Baur
Trossingen / Wolfgang Gattiker 06.08.2018

Der SSV Reutlingen ist souverän in die zweite WFV-Pokalrunde eingezogen, muss nun beim SSC Tübingen antreten. Er wurde in Trossingen nie gefordert, dennoch hatte Bezirksligist Spvgg um Torjäger Alexi drei Konterchancen, die er vergab – ein Ehrentor wäre möglich gewesen.

Beim SSV fehlten Eiberger und Kuengienda (eide muskuläre Probleme), Vogler (krank), Niang (operiert) sowie Schmid und Schmitt. Man spielte mit der Dreierkette Reisig, Wöhrle und Milisic, also mit  einem 3:5:2-System, das nach der Pause in ein 4:2:3:1 umgestellt wurde.

Blitzschnelle Führung

Bereits nach einer Minute und zwölf Sekunden klingelte es im Kasten von Marc Hauser, als Giles  links eine tolle Vorarbeit leistete, Marcel Avdic konnte ungedeckt einlochen. Dann spielte der SSV zu lässig, die Pässe waren ungenau. Es fehlte die Konsequenz, die Dominanz, klare Aktionen. Diese Nachlässigkeiten müssen dringend abgestellt werden, das gefiel Trainer Teodor Rus gar nicht: „Da werden sich einige wundern, mit der Einstellung finden sich einige auf der Bank oder Tribüne wieder. Ich war mit Sessa unzufrieden, mit anderen aber auch.” Der SSV kam nur über links, die rechte Seite war verwaist. In der 23. Minute fiel das 0:2, als Avdic passte und Schneider  traf. Das  dritte Tor fiel kurz vor der Pause, als Giles passte und Avdic nur den Fuß hinhalten musste.

Nach der Pause erhöhte Schneider (58.) auf 4:0 für den SSV – wieder nach Giles-Vorarbeit. Der Neuzugang traf zwei Mal, bereitete drei Tore vor. Eine Top-Bilanz – allerdings gegen ein Team der Bezirksliga. Dann sahen die 450 Fans drei Tore innerhalb von vier Minuten (ab 61.): Giles per Kopf nach Avdic-Flanke, Giles per Fuß nach Schiffel- Flanke zum 0:6 ehe Alexander Herrmann einen Gümüssu-Freistoß  ins eigene Tor lenkte.

Der SSV hätte (Sessa) mehr Tore erzielen können, sogar müssen. Der Finalpass fehlte, da muss man  genauer agieren. Der sportliche Leiter, Giuseppe Ricciardi, meinte: „Im Pokal ist es immer schwer, wir müssen uns steigern in vielen Bereichen. Es gab Ansätze, wir sind auf dem richtigen Weg.” Teodor Rus sprach Klartext: „7:0 abhaken, vieles besser machen – so mein Fazit. Die Nachlässigkeiten dulde ich nicht.  Wir müssen mehr Tore erzielen, einfacher und schneller spielen, nicht den Ball durch die Gegend tragen – da werde ich verrückt. Wir hatten gute Aktionen, aber ich bin nicht ganz zufrieden, die Jungs müssen Vorgaben besser ausführen. Da meinte man, einige sind im Urlaub, die Spannung fehlte bei einigen Spielern, da will ich eine klare Steigerung sehen.”

So spielten sie

SSV Reutlingen Fußball: Jurkovic – Reisig, Wöhrle, Milisic, Di Biccari, Sessa (46. Schiffel), Gümüssu, Schneider (60. Bulut), Schwaiger (51. Lübke), Avdic (68. Gashi), Giles

Tore:  0:1 Giles (2.), 0:2 Schneider (23.), 0:3 Avdic (45.), 0:4 Schneider (58.), 0:5 Giles (61.), 0:6 Giles (63.), 0:7 Herrmann (Eigentor, 64.).

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