Pfullingen Saisonrückblick VfL Pfullingen: Mit starkem Schlussspurt zum Klassenverbleib

Dominik Grauer war der Shooting-Star der abgelaufenen Saison beim VfL Pfullingen. Mit 25 Treffern brillierte der Torjäger in seiner Landesliga-Premieren-Saison. Foto: Eibner
Dominik Grauer war der Shooting-Star der abgelaufenen Saison beim VfL Pfullingen. Mit 25 Treffern brillierte der Torjäger in seiner Landesliga-Premieren-Saison. Foto: Eibner
Pfullingen / JONAS SCHULZ 28.06.2013
Nach einer völlig verkorksten Vorrunde konnte der VfL Pfullingen dank einem glücklichen Händchen der VfL-Verantwortlichen in der Winterpause doch noch am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt feiern.

Es war wahrlich keine einfache Saison, auf die man im Lager der Pfullinger zurückblickt. Erstmals seit dem Wiederaufstieg in der Saison 2008/2009 musste der VfL so richtig um den Klassenerhalt zittern, man lag zwischen dem 14. und 21. Spieltag stets auf dem vorletzten Tabellenrang und konnte nur dank eines Kraftaktes (26 Punkte aus den letzten 13 Saisonspielen) doch noch im Tableau nach oben klettern. Dank eines 6:0-Heimerfolges über den FC Rottenburg am 29. Spieltag konnte doch noch der Klassenerhalt gefeiert werden, in der Endabrechnung landeten die Echazstädter auf Rang 9 (60:62 Tore, 40 Punkte).

"Hinter uns liegt eine sehr schwierige Saison. Letztendlich sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Aber es gab schon Phasen, in denen ich am Klassenerhalt gezweifelt habe", gewährt VfL-Abteilungsleiter Timo Schyska Einblicke in sein Gefühlsleben. So geschehen in der Zeit ab Ende Oktober bis zur Winterpause, als die Landesliga-Mannschaft nach der Fehde zwischen dem langjährigen Coach Andreas Hintke und Kapitän Felix Krasser ohne Trainer - Hintke und sein Co. Steven Schanz traten zurück - und letztlich auch ohne zwei Leistungsträger - Felix Krasser wechselte mit seinem Bruder Moritz in der Winterpause zum Konkurrenten TuS Metzingen - da standen. Es war der große Knall beim so überschaubaren VfL, bei dem auch die Vereinsverantwortlichen keine gute Figur abgaben. Jahrelang kamen die Pfullinger ohne ähnlich negative Schlagzeilen aus. Sportlich erlebten die VfL-Kicker dabei unter dem Interimstrainer-Duo Andi Schrade/ Sven Bahnmüller ihre schwächste Phase, unter anderem mit hohen Pleiten gegen Nehren (1:4), Sindelfingen (0:5) und Rottweil (1:5). Mit nur 13 Punkten musste man auf Rang 15 überwintern.

Auch mit dem am Jahresende vom FV Bad Urach verpflichteten Neu-Trainer Jochen Class ging es 2013 mit 0:3-Pleiten gegen Gärtringen und Mühlheim zunächst ähnlich schlecht weiter. Den Wendepunkt zum Guten markierte der damals völlig überraschende 2:1-Erfolg beim SV Zimmern, der zu dieser Zeit noch um die obersten Plätze mitspielte. "Das war das Schlüsselerlebnis. Die Jungs haben gemerkt, dass wir doch noch gewinnen können. Von da an ging es aufwärts", blickt Schyska noch heute hocherfreut auf den ersten Erfolg nach elf Spielen oder sechs Monaten ohne Sieg zurück.

Vor allem in der Fremde sammelte das Class-Team, in dem sich einstige Reservisten wie Steven Scheurer oder Metecan Ünal zu festen Größen mauserten, nun viele Punkte - dem Zimmern-Sieg folgten vier Auswärtserfolge in Serie, darunter die Big Points gegen direkte Konkurrenten (Rottweil, Mössingen) und mit dem 9:1-Kantersieg in Salzstetten auch der höchste Saisonsieg. Nicht zuletzt deshalb landeten die Pfullinger auf Platz sechs der Auswärtstabelle (zum Vergleich: nur Rang elf in der Heimtabelle). Durch den eminent wichtigen 1:0-Heimerfolg über den SV Nehren am viertletzten Spieltag konnte man im VfL-Lager dann den Sekt für die Klassenerhalts-Party schon kalt stellen. Insgesamt belegte das Team mit 27 Punkten Platz fünf in der Rückrundentabelle. Für Schyska eine besondere Genugtuung: "Viele Kritiker wurden dadurch eines besseren belehrt. Mit Jochen Class haben wir einen richtigen Glücksgriff gemacht. Er hat einen ganz großen Anteil daran, dass wir auch 2013/14 noch in der Landesliga spielen dürfen." Vor allem die offensivere Ausrichtung, so Schyska weiter, sei vielen Spielern entgegengekommen. Zudem schlugen zwei Winter-Zugänge voll ein: Jochen Frey, unermüdlicher Antreiber im Mittelfeld mit Verbandsligaerfahrung, und der treffsichere Patrick Ziegelmüller (neun Treffer). Mit 25 Toren in seiner Landesliga-Premierensaison setzte Dominik Grauer eine eindrucksvolle Marke. Auch Top Vorbereiter Christopher Leuze (zwölf Assists) darf in dieser Aufzählung nicht fehlen. Trotz Happy End kann man beim VfL getrost auf eine (phasenweise) ähnlich schwache und turbulente Spielzeit künftig verzichten.

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