Fußball-WM Reutlinger Kroaten feiern Idole, die auch im Ausland aufblühten

Reutlingen / Von Alexander Mareis 10.07.2018

Kroatien ist derzeit wegen seiner Fußballer in aller Munde. Am morgigen Mittwoch (20 Uhr) können die Balkan-Kicker durch einen Erfolg über England im Moskauer Luschniki-Stadion ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft einziehen. Es wäre ein Novum. Bisher ist Platz drei bei der WM 1998 in Frankreich der größte Erfolg für ein Land aus dem Gebiet des früheren Jugoslawiens. Neben Kroatiens Bronzerang stehen noch zwei vierte Plätze für Jugoslawien bei den Weltmeisterschaften 1930 in Uruguay und 1962 in Chile zu Buche.

Serbien, mit rund sieben Millionen Einwohnern deutlich bevölkerungsreicher als der kleinere Nachbarstaat Kroatien (4,2 Millionen), konnte sich als rein serbische Nationalmannschaft und unabhängiger Staat noch nie unter den ersten vier Teams bei einer Fußball-Weltmeisterschaft platzieren.

Der SV Croatia Reutlingen (Bezirksliga Alb), einer der erfolgreichsten und bekanntesten kroatischen Fußballvereine außerhalb Kroatiens, dürfte sich sogar bis in die Nationalmannschaft des kleinen Adria- und Balkan-Staates Gehör verschafft haben. „Wir erhielten sogar schon Grußnachrichten aus dem Kreis unserer Nationalmannschaft. Durchaus möglich also, dass Stars wie Luka Modric, Ivan Perisic oder Ivan Rakitic mit dem Namen SV Croatia Reutlingen etwas anfangen können“, freut sich der Reutlinger Miroslav Krsic, der als Schriftführer beim SV Croatia Reutlingen fungiert.

Migrationshintergrund

Zumal einige Nationalspieler auch einen Migrationshintergrund besitzen. Man denke nur an Ivan Rakitic, der die kroatische und die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt. Der 30-Jährige spielte von der U16 bis zur U21 in der schweizerischen Jugendnationalmannschaft. Für letztere absolvierte er vier Spiele und erzielte dabei ein Tor.

Der bei der WM in Russland bisher so eiskalte Elfmeterschütze Rakitic spielte als Profi für den FC Basel, den FC Schalke 04 und den Sevilla FC, bevor er beim FC Barcelona anheuerte. Während seiner Zeit in Sevilla (2011 bis 2014) lernte der Blondschopf seine spanische Ehefrau kennen.

Croatia Reutlingen ist es bereits gelungen, Stars aus der Heimat nahezu in den Klub zu integrieren: Der inzwischen 50-jährige Zvonimir Soldo, von 1996 bis 2006 in der Bundesliga für den VfB Stuttgart am Ball und 61-facher kroatischer A-Nationalspieler, ist Ehrenmitglied bei dem von Präsident Nikola Solic geführten Reutlinger Klub, der trotz seiner Bedeutung keine eigenen Vereinsräume besitzt.

Die aktuellen Topstars der Kroaten spielen bei Real Madrid, FC Barcelona und Inter Mailand – allesamt legendäre Klubs mit Weltruf und natürlich Champions-League-Teilnehmer 2018/19. „Natürlich wäre es ein Traum, auch einmal Luka Modric, Ivan Rakitic oder Ivan Perisic in Reutlingen zu begrüßen. Wir hoffen, vielleicht einmal vor unserem Publikum gegen ein Topteam aus unserer Heimat wie Dinamo Zagreb oder Hajduk Split in einem Freundschaftsspiel antreten zu dürfen“, sagt Miroslav Krsic.

Lieber rot-weiß kariert als dunkelblau

Im Gegensatz zu früher sieht man die kroatische Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland häufig in dunkelblauen Shirts über den Rasen flitzen. Bei den Fans sind diese eher ungewohnten Jerseys nicht sonderlich beliebt. „Unsere Anhänger feiern am liebsten in den rot-weißen Schachbrettmuster-Trikots, die uns auf der ganzen Welt bekannt gemacht haben“, sagt der Reutlinger Miroslav Krsic.

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