Jugendfußball, Stumm-Cup Leverkusen verteidigt Titel

Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher 06.02.2018

Mit dem Turnieranpfiff war die Aufregung weg“, strahlte Dirk Endler, der Kopf des MHB-Stumm-Cup-Organisationsteams, welches einmal mehr auch in der 15. Auflage perfekte Arbeit geleistet hat. Bei den jungen U10-Spielern hingegen stieg mit Turnierbeginn die Aufregung gewaltig. Besonders bei den Albvereinen, denen sich die fantastische Chance bot, einmal gegen die ganz großen Vereine anzutreten.

„Welcher Fußballspieler von der Alb kann schon von sich behaupten, dass er einmal gegen Spieler des FC Luzern oder VfL Borussia Mönchengladbach gespielt hat“, so Maleen Vöhringer, die Trainerin der TSG Münsingen II. Die Hoffnung auf Sieg nahm sie ihrer Mannschaft gleich vorweg aus den Segeln. „Hier geht’s ums dabei sein“. Ein Rekord gelang ihrer Mannschaft dennoch. Der Rekord mit den meisten Gegentoren. 13 an der Zahl. „Heute spielen wir halt gegen ganz starke Mannschaften, da können wir kaum gewinnen“, brachte es Kian Seidel wie auch seine Trainerin sportlich auf den Punkt. Mega aufgeregt auch der kleine Dion des SV Hülben, der sich vor seiner Begegnung mit dem Nachwuchs der RB Leipzig schlichtweg nicht mehr daran erinnern konnte, gegen wen er nun spielt.

Laute Schweizer Fans

Den Auftakt des internationalen Kinderfußballturniers übernahmen die kleinen Kicker des TSV Dettingen/Erms gegen den FC Basel (2:7), wobei in den Zuschauerreihen der Eidgenossen bereits vor dem Anpfiff die Sitzflächen vor lautem Getrommel vibrierten. Schnell war klar, dass die Schweizer als bester Fan-Block prämiert werden. Hoffentlich waren auch Pflaster im großen Geschenkpaket, welches die Schweizer bei der Siegerehrung in Empfang nahmen, drin. Trommler Rene Mahrer hatte am Ende des zweitägigen Turniers nämlich mächtige Blasen an den Fingern.

Mit einem „Stück“ Heimat wurde das aus England angereiste Team des FC Cambridge United durch den Wahl-Münsinger Steven Milner, der in Cambridge geboren ist und seit vier Jahren in Münsingen lebt, empfangen.

Auch sportlich hat sich die Reise der Engländer nach Münsingen durchaus gelohnt. Schafften es die Briten doch immerhin bis ins kleine Finale, wobei sie sich jedoch dem FC Bayern München mit 2:0 Toren geschlagen geben mussten.

Der Aufwand, den die Nachwuchsspieler der großen Vereine betreiben, ist enorm. „Da muss die ganze Familie zusammenhalten“, weiß die Mama des kleinen Gladbachspielers Mathieu. Viermal wöchentlich  wird Mathieu von Aachen nach Mönchengladbach (ein Weg 60 Kilometer) gefahren. Dreimal zum Training, und am Wochenende zu den Spielen.

„Ein Aufwand, der sich lohnt“, ist sich die Mama sicher. Nicht etwa, weil sie ihren Sprössling als künftigen Superstar sieht, sondern weil sie die positiven Begleiterscheinungen des leistungsorientierten Sports zu schätzen weiß. „Disziplin, Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit, Respekt….und Fairplay“, hat auch Kostas, einer der Coaches von Hertha BSC in seiner Jugend durch den leistungsorientierten Sport gelernt. Ein Erfahrungsschatz, den er nicht missen möchte, obwohl er es nicht bis nach ganz oben geschafft hat.

Lernen fürs Leben

Auch wenn der aktuelle 2008er-Hertha-Jahrgang ziemlich stark aufgestellt ist, werden es wohl nicht alle, vielleicht auch gar keiner, ganz nach oben schaffen. Fürs Leben nehmen die Jungs, die aktuell dreimal wöchentlich jeweils 90 Minuten trainieren und am Wochenende ihre Spiele spielen, dennoch einiges mit. Bereits in jungen Jahren lernen die Kids, in jedem Training an ihre Grenzen zu gehen. Ein richtig starkes Gefühl, das nur die kennen, die selbst immer wieder bereit dazu sind. Zu spät kommt bei den Hertha-Kids übrigens keiner ins Training. „Alle sind immer 30 Minuten früher da“. Eine Pünktlichkeit, von der so mancher regionale Trainer nur träumen kann. Pünktlichkeit die zum Erfolg führt. Auch wenn es am Ende für Hertha nach einem spannenden Neunmeterschießen „nur“ zum Vizetitel gereicht hat, wurden sie als torhungrigste Mannschaft geehrt.

Ehrenamtspreis

Mit dem Ehrenamtspreis des MHB-Stumm-Cup-Teams wurden Martin und Klaus Turban, Armin Schrade, Oliver Brändle und Stefan Schwörer, der Vater des Turniers, geehrt. Als bester Torhüter ging Matthias Kösters aus dem Turnier.

Info Sämtliche Ergebnisse finden sich unter www.mhb-stumm-cup.de