Fußball Kreuzeichekicker lassen Ball über den Schneeboden hoppeln

So kannten die Reutlinger Oberliga-Fußballer (vorne von links: Marcel Avdic und Andreas Maier) ihren Trainingsplatz im alten Kalenderjahr nicht. Das Training in 2019 begann für sie mit viel Schnee.
So kannten die Reutlinger Oberliga-Fußballer (vorne von links: Marcel Avdic und Andreas Maier) ihren Trainingsplatz im alten Kalenderjahr nicht. Das Training in 2019 begann für sie mit viel Schnee. © Foto: Baur
Reutlingen / Wolfgang Gattiker Alexander Mareis 11.01.2019

Erst Dehnen und Aufwärmen in der kleinen Gymnastikhalle des Kreuzeichestadions, dann Laufen und Kicken auf dem zehn bis 15 Zentimeter tiefen Schneeboden: Am gestrigen Donnerstagabend begann der Fußball-Oberligist SSV Reutlingen wieder mit dem Training auf eigentlich ungeeignetem Untergrund.

Trainer Teodor Rus begrüßte die  Spieler und machte klar: „Wir haben einiges vor, wollen oben dabei bleiben. Das ist ein langer harter Weg, uns steht viel Arbeit bevor. Aber ich denke, wir spielen weiter mit dem Engagement und der Leidenschaft der letzten Wochen vor der Winterpause.“

Nachdem Dogukan Dogan zum Landesligisten TSV Weilheim/Teck (er spielte schon früher dort) ausgeliehen wird, sucht man für Cedric Schmid einen Verein, der ihn ausleihen möchte. Zwei Klubs haben Interesse bekundet.

Aber Deniz Bulut bleibt an der Kreuzeiche. Sidy Niang (Wasser im Knie, er muss weiterhin eine Reha absolvieren, mit seinem Einsatz ist so früh nicht zu rechnen) fehlte ebenso wie Denis Lübke. Auch Marco Di Biccari muss Geduld haben, er ist ebenfalls in der Reha, könnte aber schon in einigen Wochen wieder zum Team stoßen.

Einziger SSV-Neuzugang ist Torwart Gasper Bozic, der jetzt Deutsch lernt. Seine Oma wohnt in Stuttgart, sodass kein Heimweh aufkommt. Der Slowene wurde verpflichtet, weil Stammtorwart Milan Jurkovic als Polizist oft Schichtdienst schieben muss. Das Torhüter-Talent Enrico Piu  hatte bei Jurkovics Abstinenz keinen Trainingspartner, durch die Verpflichtung von Bozic wurde dieses Problem gelöst.

Heute wird abermals an der Kreuzeiche trainiert, am Samstag sogar zwei Mal. Am Sonntag, Montag und Dienstag folgen weitere Übungseinheiten, ehe es am Donnerstag ins Lauf-Trainingslager nach Oberstaufen im Oberallgäu geht. Dort wartet nach aktuellem Stand noch mehr Schnee auf die SSV-Fußballer.

SSV-Sportdirektor Giuseppe Ricciardi war mit dem VfB Stuttgart auch schon im dortigen Hotel von Ex-Nationalspieler Karl-Heinz Riedle und meint: „Im Oberallgäu kann man auch Skilanglauf-Einheiten ins Programm einbauen.“

Vor den beiden Testspielen beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach und gegen den Südwest-Regionalligisten SC Freiburg II wird morgens trainiert.

Wenn man nach den beiden Testpartien nach Oberstaufen zurückkehrt, steht noch eine Abend-Einheit an. Trainer Rus verlangt seinen Kickern somit alles ab.

Die Rechenspiele des SSV-Sportdirektors

SSV-Sportdirektor Giuseppe Ricciardi rechnet schon mal vor: „Wenn wir aus den ersten vier Oberliga-Spielen in Linx am 16. Februar, gegen die TSG Backnang, in Freiberg und gegen Ravensburg zehn Punkte hollen würden, dann bleiben wir oben dabei. Wir müssen in jedem Training Vollgas geben. Wir mussten einige Ausfälle wie Giles, Di Biccari, Niang, Eiberger, Schramm, Vogler und Lübke im Vorrundenverlauf  kompensieren. Wäre Torjäger Giles immer an Bord gewesen, hätten wir sicher einige Punkte mehr.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel