Fußball Hoffnung auf weniger Spielausfälle

Dettingen / Alexander Mareis 06.07.2018

Konstanz an der Spitze, kleine Veränderungen in der Breite und fast zweieinhalb Stunden Ausharren in einem „Gewächshaus“: Das war im Groben beschrieben der Staffeltag der Fußball-Bezirksliga Alb im schönen Sportheim des TSV Dettingen/Erms, das freilich aufgrund seiner breiten Fensterfronten an heißen Tagen eher Salaten und Kräutern zum schnellen Wachstum als einer Zuhörerschar zum aufmerksamen Lauschen detaillierter Präsentationen dienen mag. Dem Team des WFV-Bezirks Alb schien es egal zu sein. Neben Staffelleiter Kurt Kuschel, der am Mittwochabend bekannt gab, mindestens ein Jahr lang seine Funktion fortführen zu wollen, zeigten sich auch der stellvertretende Bezirkschef  und Obmann der Münsinger Schiedsrichtergruppe, Markus Werthmann, der Trainerausbilder Eberhard Griesinger sowie der für manche überraschend anwesende Ex-Bezirkschef Horst Beck in bester Präsentations- und Informations-Laune. Hinter allen Beteiligten liegt ein schwieriges Spieljahr. „Eine solche Saison mit 58 wetterbedingten Ausfällen habe ich noch nie erlebt. Am 12. November 2017 fielen die ersten Partien aus. Bis zum 4. März hatten wir bereits 37 Spielausfälle. Erst ab dem 25. März konnte durchgehend gespielt werden, aber die vielen Nachholbegegnungen forderten viel Kraftaufwand“, sagt Kurt Kuschel, der schon seit 1979 als Staffelleiter diverser Ligen fungiert.

Lösungen für die Zukunft scheinen kompliziert zu sein: „Gegen Unwetter gibt es kein Gegenmittel. Ratschläge, mit der Runde früher anzufangen oder bis Ende Juni zu spielen, gehen an der Realität vorbei. Denn die Staffelleiter sind von terminlichen Vorgaben abhängig, und auch die Sommerferien in Baden-Württemberg funken uns dazwischen“, gibt Kuschel zu bedenken.

Dennoch konnte die Runde 2017/18 am 9. Juni – wie vom Verband WFV verlangt – abgeschlossen werden. In der bevorstehenden Runde 2018/19, die am Sonntag, 19. August, mit dem ersten Spieltag beginnen wird,  soll am Mittwoch, 5. Juni, Schluss sein.

„Die Vereine wollen an Pfingsten nicht spielen. Daher entschlossen wir uns, den letzten Spieltag auf einen Mittwoch zu legen. Dies betrifft neben der Bezirksliga auch die A-Kreisligen Alb“, so der 88-jährige „Altmeister“ Kuschel.

Der Blick zurück auf die zurückliegende Saison beschert allerlei statistische Daten: 30 rote Karten gegenüber 21 ein Jahr zuvor, 43 gelb-rote Karten gegenüber den 71 der Spielzeit 2016/17.

Insgesamt wurden in der Bezirksliga Alb 1210 Euro an Strafgeldern für sportwidriges Verhalten verhängt, ein Anstieg zur Vorsaison mit 1160 Euro. Der schwerste Vorfall waren die zwei Flaschenwürfe in Altingen gegen Zaininger Spieler.

Der Ausblick für 2018/19 hält für die Vereine einige Neuerungen parat: Horst Beck, der nicht als interessierter Ex- Bezirksvorsitzender im Dettinger Sportheim aufkreuzte, sondern als bisheriger Verwalter des mit 17 000 Euro gefüllten Schiedsrichter-Pools, wird nach 15 Jahren von seinem Amt zurücktreten. „Ich lege zumindest ein Jahr Pause ein, ich brauche Abstand vom Fußball“, erklärte Beck. Für die Vereine bedeutet dies, dass sie die Schiedsrichter künftig direkt nach den Spielen einzeln bezahlen müssen.

Neu ist auch, dass künftig alle Teilnehmer der Relegationsspiele einheitlich zwei Mal ran müssen (nicht wie bisher drei Mal bzw. ein Mal), dass Spielerpässe nur noch online ausgestellt werden, dass vier Dauerkarten für jeden Verein zu allen Auswärtsspielen verteilt werden und dass Frauen nunmehr überall zwei Euro Eintritt berappen müssen.

Wie üblich wurde am Ende der Ort des Bezirksligastaffeltags 2019 festgelegt: Die SG Reutlingen sagte dessen Ausrichtung zu.


Erster Spieltag (19. August):
TSV Dettingen - SV Pfrondorf, SG Reutlingen - Young Boys Reutlingen, TSV Steinhilben - TSV Genkingen, TV Derendingen - TSV Eningen, TSV Wittlingen - SV Hirrlingen, SV Zainingen - VfL Pfullingen II, TSV Sickenhausen - FC Rottenburg, TuS Metzingen - Croatia Reutlingen (19. September).

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