Gipfeltreffen und Thronfolgerduell

Auf Peter Kaschuba wartet ein besonderes Spiel.
Auf Peter Kaschuba wartet ein besonderes Spiel.
GIOVANNI DE NITTO 07.11.2014
Am Sonntag spielen vier der Top fünf in der Bezirksliga-Alb-Tabelle gegeneinander. Ligaprimus TV Derendingen gastiert beim Zweiten SSV Reutlingen II, der TSV Wittlingen duelliert sich mit Croatia Reutlingen.

Oft und gerne spricht man im Fußball von Spielen mit besonderen Vorzeichen. Beim Gipfeltreffen des Tabellenzweiten SSV Reutlingen Fußball II (26 Punkte) mit Ligaprimus TV Derendingen (27) trifft das voll zu. Und neben dem heißen Kampf um den Platz an der Sonne, wird auch ein Mann im Blickpunkt stehen: TVD-Trainer Peter Kaschuba, der am Sonntag auf seinen Ex-Verein treffen wird, in dem der 50-Jährige bekanntlich die U19-Junioren, die Bezirksliga- und auch die Oberligamannschaft (interimsweise) schon trainiert hatte.

Der Spitzenreiter aus Tübingen-Derendingen musste sich nach sieben Spielen ohne Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den TSV Dettingen/Rottenburg erst das zweite Mal in dieser Saison geschlagen geben. Die Gastgeber sind seit fünf Spielen ohne Niederlage und können als zweitbestes Heimteam aller 16 Bezirksligisten mit breiter Brust auftreten.

Dass die Gäste aus der Tübinger Vorstadt, deren Bezirksliga-Partien häufig von Ex-Zweitligastürmer Joachim Lengerer (in den 1980er-Jahren beim SSV Ulm 1846 unter Vertrag) verfolgt werden, allerdings die Punkte herschenken werden, ist nicht zu erwarten, zumal der TVD mit 14 ergatterten Zählern auf fremden Plätzen als das auswärtsstärkste Team der achthöchsten Liga gilt. Im letzten Jahr gewann die Kaschuba-Elf mit 4:1 an der Reutlinger Kreuzeiche und trennte sich im Rückspiel 2:2-Unentschieden von den Achalmstädtern.

"Wo wollen wir hin?" Diese Frage stellte sich der Trainer des Tabellenfünften SV Croatia Reutlingen (23), Ante Dominikovic, vor dem brisanten Duell gegen den Ranglisten-Dritten TSV Wittlingen (26). Vor der Saison hatten die Kroaten einen Platz zwischen fünf und sieben als Ziel ausgegeben, mittlerweile könnte aber mehr drin sein: "Wenn man den bisherigen Verlauf der Bezirksliga Alb betrachtet, ist mit der spielerischen Qualität unserer Mannschaft mehr möglich. Allerdings müssen sich unsere Spieler hinterfragen, was sie erreichen möchten und was sie bereit sind, dafür zu tun. Wenn es weiter nach oben gehen soll, müssen wir eine Schippe drauflegen," betont Dominikovic.

Gelegenheit dafür bietet sich den Kroaten im Verfolgerduell am Sonntag gegen den seit acht Spielen ungeschlagenen Aufsteiger von der Uracher Alb. "Die Wittlinger haben einen Lauf und werden sicherlich mit Selbstvertrauen und mit viel Engagement an die Sache ran gehen. Für uns heißt das, körperlich dagegenzuhalten und unsere spielerische Überlegenheit ausspielen", erklärt Dominikovic, der alle Mann bis auf den rotgesperrten Andreas Kern an Bord hat.

Es ist auch ein Duell der beiden besten Torschützen der laufenden Bezirksliga-Saison: Martin Reiff (11 Tore) aus Wittlingen, und bei den Reutlingern ist Daniel Blazevic (9) der Mann für die besonderen Momente. Die Statistik spricht für den Aufsteiger, denn in den bisher sechs direkten Vergleichen in der Bezirksliga Alb gingen die Kroaten nur einmal als Sieger vom Feld. Wittlingen gewann drei Mal und zwei Mal trennte man sich unentschieden. "Es wird nicht einfach, aber wir wollen die drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten einfahren", macht Dominikovic klar.

Der TSV Dettingen/Erms (21) gibt seine Visitenkarte beim Namensvetter TSV Dettingen/Rottenburg (19) ab. Dabei haben die schwarz-gelben Gastgeber aus dem Rottenburger Stadtteil, nach sechs Spielen ohne Sieg, am vergangenen Wochenende beim Erfolg gegen Tabellenführer TV Derendingen ihren Negativ-Lauf beenden können. Allerdings ist die Heimbilanz von zwei Siegen und vier Niederlagen wenig beeindruckend, und so dürfen sich die blau-weißen Ermstäler beim direkten Tabellennachbarn etwas ausrechnen.

Ebenfalls ein Lebenszeichen hat Schlusslicht FV Bad Urach (6) mit dem Punktgewinn - nach zuvor sechs Niederlagen in Folge - in Ofterdingen von sich gesendet. Nun erwartet die blau-weiß-rote Ermstal-Elf von Trainer Norman Schmid den Aufsteiger TSV Genkingen (18) zu Gast in der Zittelstatt. Mit einem Sieg würde man zumindest schon einmal die rote Laterne abgeben, und vielleicht wäre das dann auch der Beginn einer Aufholjagd.

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