Groß war beim SSV Reutlingen die Hoffnung, nach der Rückkehr der Verletzten Zukic, Sauerborn, Kuengienda und Schneider einen Sieg beim bis dato Tabellenvorletzten SV Linx landen und eine Wende einleiten zu können.

Kurzum: Es ging alles in die Hose. Onesi Kuengienda verletzte sich im Linxer Hans-Weber-Stadion erneut und droht nun wegen einer Sprunggelenksverletzung auszufallen. Gastgeber SV Linx, zuvor daheim sieglos, gewann verdient mit 3:0 durch die Tore von Vollmer (17.), Wehrle (73.) und Rubio (89.) vor 300 Zuschauern. Zwei Mal trafen die Gastgeber zudem noch die Latte.

Die Reutlinger enttäuschten auf der ganzen Linie und rutschten auf den vorletzten Tabellenrang ab. Der für die Kaderzusammenstellung mitverantwortliche Eberhard Spohn meinte nach dem Desaster:  „Das war in allen Bereichen zu wenig. Es fehlte der Wille. Wir kamen kaum zum Abschluss, der Linxer Torwart Riedinger musste nur zwei Schüsschen parieren. Wir hatten keinen Zug aufs Tor, gewannen keine Zweikämpfe, setzten uns nie durch.“

Das Entsetzen über die Vorstellung teilte auch Teammanager Martin Göggelmann: „Wir verloren hochverdient. Das war viel zu wenig, wir stecken im Abstiegskampf voll drin. Es gab auch keine Entlastung, weil wir die Bälle zu schnell verloren.“

Angeschlagener Trainer

Trainer Maik Schütt steht vor schweren Tagen, muss das Team für das ebenso wichtige wie schwierige Heimspiel gegen die Neckarsulmer SU aufrichten. Er wirkte stark angeschlagen nach der Pleite und meinte: „Wir hatten viele Fehler im Spiel, Ballverluste und vielleicht fehlt es auch an der Qualität. Schlimm ist, dass die Tugenden Einsatzbereitschaft, Biss, Leidenschaft und Herzblut fehlten. Doch genau selbige müssen doch vorhanden sein, gerade in einem solch wichtigen Spiel im Tabellenkeller. Das ist der Wahnsinn. Wir fanden keine Lösungen und kamen zu kaum einer Chance, zuletzt spielten wir trotz Niederlagen wenigstens noch Tormöglichkeiten heraus.“

Der SSV hat jetzt seit 275 Minuten kein Tor erzielt,  das sagt alles aus über die Offensive, die in der Ortenau im kleinen Rheinauer Stadtteil Linx (knapp 1200 Einwohner) im Grunde nicht vorhanden war.

SV Linx: Riedinger - Schlieter, Schwenk, Kopf, Schmider (63. Wehrle) - Feist, Madihi (54. Venturini), Tine, Vollmer, Merkel - Rubio.

SSV Reutlingen: Pendinger - Schramm, Jäger, Reisig, Schiffel - Maier (46. Bulut), Elfadli, Wöhrle - Sauerborn, Kuengienda (25. Heim),  Zukic (46. Schneider).

Tore: 1:0 Vollmer (17.), 2:0 Wehrle (73.), 3:0 Rubio (89.).

Gelbe Karten: Schmider - Schiffel, Sauerborn.

Schiedsrichter: Matthias Wituschek (Erbach).

Zuschauer: 300.