Mittelstadt. Helle Aufregung in der 10. Liga, die irgendwo an ein legendäres Spiel der Fußball-Bundesliga erinnert. Am Freitag, 10. September 1999, stellte Schiedsrichter Herbert Fandel insgesamt vier Spieler des SSV Ulm 1846 bei dessen 1:2-Niederlage beim FC Hansa Rostock vom Platz - zwei mit rot, zwei mit gelb-rot. Bis heute wird davon gesprochen.

Ähnliche Partie in der Reutlinger Kreisliga B3 Alb

In der Kreisliga B3 Alb ereignete sich am Sonntag, 6. Oktober, etwas Ähnliches. Die TuS Metzingen II kassierte im Gastspiel beim FC Mittelstadt ebenfalls vier Platzverweise von Referee Fabian Messer, den letzten in der 75. Minute. Danach rissen die Nervenstränge, der Schiedsrichter fühlte sich bedroht und beleidigt. Mittelstadts Trainer Andreas Hintke, ein erfahrener Mann mit hochklassiger Vergangenheit in der dritthöchsten Liga beim SSV Reutlingen und Rot-Weiß Erfurt als Abwehrrecke, ließ verlauten: "So etwas habe ich noch nicht erlebt."

Kein Weiterspielen für TuS II möglich

Der Schiedsrichter erholte sich von den emotionalen Attacken, wollte die letzte Viertelstunde noch abwickeln. Doch die aufgebrachten Metzinger waren zum Weiterspielen nicht mehr zu bewegen. Bei der TuS Metzingen sieht man den Sachverhalt etwas anders.

Ausführliche Stellungnahme

Der Sportliche Leiter der TuS II, Antonio Grimaldi, gab eine ausführliche Stellungnahme ab - hier deren Wortlaut: "In den ersten Minuten der Partie spielte der FC Mittelstadt druckvoll nach vorne, folgerichtig führten die Hausherren nach 20 Minuten mit 3:0 - dies völlig verdient nach leichtsinnigem Verhalten unserer gesamten Metzinger Mannschaft. Es gab bis dahin immer wieder kleine Sticheleien seitens des Unparteiischen Fabian Messer, wie beispielsweise gegenüber unserem Spieler Nathan Nguimbis. Als er ihn mündlich verwarnt hatte nach einem Foulspiel, lief Nathan zu seinem zugeteilten Gegenspieler und musste sofort wieder abdrehen und zum Schiedsrichter zurück, sich nochmal ermahnen lassen mit der Begründung, der Spieler habe sich nicht respektvoll verhalten, als er dem Schiedsrichter keine Bestätigung gab. Der Spieler ist der deutschen Sprache nicht geläufig, wie dem Schiedsrichter mitgeteilt wurde.

Ärger wegen Strumpfhose

Wir kamen danach besser ins Spiel und konnten bis zum Halbzeitpfiff leider keinen Anschlusstreffer erzielen. Nach der Halbzeit hatte unser Trainer die Truppe etwas umgestellt und wollte einen Wechsel vollziehen. Doch der eingewechselte Spieler Roberto di Gregorio durfte nicht das Spielfeld betreten, weil er eine schwarze Strumpfhose trug, welche farblich unserer Trikotfarbe nicht zugeordnet werden konnte. Als der Spieler des Feldes verwiesen worden war, verlor der Unparteiische endgültig die Geduld. Zum Nachteil der TuS II startete er die Partie mit einem Feldspieler weniger. Hierbei muss erwähnt werden, dass der FC Mittelstadt den Ball in den eigenen Reihen laufen ließ.

Faires Spiel zwischen beiden Teams

Das sehr faire Spiel blieb weiterhin ohne sportliche Zwischenfälle und mit dieser Aktion bedankte sich die ganze Metzinger Mannschaft beim Gastgeber. Roberto di Gregorio stand am Spielfeld und lief dann ins Feld, ohne dass Schiedsrichter Fabian Messer ihn aufgefordert hatte. Und unser Spiel erhält dafür folgerichtig eine gelbe Karte. Hier hatten wir Metzinger eine schlechte Kommunikation und durften uns auch nicht darüber beschweren. Nur was jetzt folgte, kann ich in Worte kaum fassen. Als wir den längst verdienten Anschlusstreffer erzielten, wurden wir in unserem Spiel immer wieder ausgebremst.

Fehlentscheidungen aus Gästesicht

Unser Stürmer wurde im FCM-Strafraum von den Beinen geholt, der Schiedsrichter stand daneben und ließ die Aktion weiterlaufen. Ein paar Sekunden später konnten wir den nächsten Angriff starten und unser Außenspieler zog an der FCM-Abwehr vorbei, als plötzlich der Schiedsrichter die Aktion abbrach, um unseren Spieler Dennis Vis mit gelb zu verwarnen wegen Meckerns. Anschließend entschied er auf Freistoß für die Gastgeber.

Spielfluss laufend unterbrochen

Andauernd wurde der Spielfluss zu unserem Nachteil unterbrochen. Der Unparteiische hat sich zu diesem Zeitpunkt gegenüber unserer Kritik in keinster Weise kooperativ gezeigt. Stattdessen verwarnte er unseren Trainer Pajtim Tahiri mit gelb, weil dieser mit einem Fuß aus der Coaching-Zone stehen würde. In der 59. Minute wurde unsere Hoffnung, in Mittelstadt irgendwas mitzunehmen, endgültig zu Grabe getragen.

Co-Spielertrainer vom Platz gestellt

Jetzt wurde Co-Spielertrainer Corrado Beltrame mit gelb-rot vom Platz, nachdem er gefoult wurde und die Entscheidung des Schiedsrichters hinterfragte. Torwart Daniel Futter konnte diese harte Entscheidung nicht fassen und versuchte, den Schiedsrichter davon zu überzeugen, seine harte Bestrafung zu hinterfragen. Doch stattdessen sah auch er ebenfalls die gelbe Karte. In der 66. Minute konnte Mittelstadt auf 4:1 erhöhen. Mittlerweile mussten wir unsere gelbverwarnten Spieler vom Feld nehmen, um die Gefahr weiterer Platzverweise auszuschließen.

Wenige Minuten später lief unser Torwart Daniel Futter auf einen langgeschlagenen Ball der Mittelstädter, um zu klären und wurde vom FCM-Stürmer umgerannt. Wir hörten einen Pfiff und die Mittelstädter Spieler drehten ab. Doch der Schiedsrichter zeigte in unsere Richtung. Unser Keeper konnte sich die Entscheidung nicht erklären und hielt den Ball zu lange in der Hand. Dies nahm der Schiedsrichter zum Anlass, Daniel Futter gelb-rot zu zeigen. Diese Schiri-Leistung und -Entscheidungen waren auf keinen Fall unparteiisch.

Kapitän Gashi wird verwarnt

Unser Kapitän Asllan Gashi hinterfragte die Entscheidung und sah ebenfalls gelb. Jetzt war alles außer Kontrolle geraten. Der Schiedsrichter hatte das Spiel absolut nicht unter Kontrolle und stritt sich zu guter Letzt sogar noch mit den Zuschauern. Als der Schiedsrichter unseren Trainer Pajtim Tahiri und mich als Spielleiter fragte, ob es weiter gehen würde, waren unsere Spieler nicht in der Verfassung, die Partie fortzusetzen. Unser Trainer Pajtim Tahiri sagte wörtlich zum Schiedsrichter: "Herr Schiedsrichter, sie haben das Spiel leider nicht unter Kontrolle. Mit welcher Motivation soll unsere Mannschaft weiterspielen.“ Der Schiedsrichter antwortete mit gelb-rot.

Grimaldi findet Hintkes Aussagen unfair

Ich finde auch, dass FCM-Coach Andreas Hintke eine unfaire Aussage traf, indem er uns unterstellte, keine Lust mehr zu haben. Die Partie wurde nämlich im Einverständnis mit Gastgeber FC Mittelstadt abgebrochen, um Ausschreitungen zu vermeiden. Kurioserweise war es sportlich eine sehr faire Partie. Ich muss auch die Mannschaft des FCM sehr loben, denn die Mittelstädter haben sich fair verhalten und fanden ebenfalls, dass der Unparteiische viele Fehlentscheidungen getroffen hat."

Offiziell nur zwei Platzverweise online vermerkt

Seltsam darüber hinaus, dass online auf www.fussball.de nur zwei gelb-rote Karten vermerkt wurden und die Partie nicht als abgebrochen, sondern als bis zur 90. Minute vollendet eingetragen wurde.

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