Metzingen Ende gut - fast alles gut bei der TuS Metzingen

Metzingen / GIOVANNI DE NITTO 10.06.2013
Das Zittern ist vorbei: Auf den letzten Zentimetern hat Metzingen den Klassenerhalt doch noch unter Dach und Fach gebracht. Die Ermstäler profitieren am Ende von der Schramberger Schützenhilfe.

Vor Spielbeginn wurden der langjährige Betreuer Reinhold Grimm sowie die Spieler Stephan Rothweiler, Max Bajorat und Timo Gutjahr, die alle drei zum Verbandsligisten 1.FC Frickenhausen wechseln, gebührend verabschiedet. Nach dem Schlusspfiff gab es zunächst keine Emotionen und minutenlange Ungewissheit, denn Spieler wie auch Zuschauer waren im Ungewissen, was das 2:2-Unentschieden für die Gastgeber gegen starke Holzgerlinger nun bedeutete. Würde es zum Klassenerhalt reichen? Dann kam aber die erlösenden Nachricht aus Mössingen: Die Kicker aus dem Steinlachtal spielten ebenfalls nur Unentschieden gegen Schramberg. Dies bedeutete, dass Metzingen aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber den Mössingern den direkten Klassenerhalt geschafft hatte. Jubel und große Erleichterung machte im Otto-Dipper-Stadion die Runde.

Im Spiel selber erwischte die Mannschaft des Interims-Trainerduos Zizino Teixeira-Rebelo und Claudio Mastrangelo den besseren Start. Zwar gab es in den Anfangsminuten kleine Anlaufschwierigkeiten, aber insgesamt merkte man den Gastgebern den Willen und die Leidenschaft an, diese Partie gewinnen zu wollen. Zunächst war es TuS-Kapitän Philipp Reiter, der einen Freistoß knapp neben das Gästetor setzte. Nach neun Minuten dann schon die Führung der Heimelf: Ilias Klimatsidas war im Strafraum zur Stelle und verwertete einen Nachschuss zum 1:0. Es folgten nun gute TuS-Kombinationen und Torchancen am Fließband, allein Plangger, Klimatsidas und Grosz vergaben drei hundertprozentige Möglichkeiten.

Nach 25 Minuten war es aber soweit: Nach einem schnellen Spielzug über links wurde erneut Klimatsidas freigespielt und dieser vollendete gekonnt mit einem Flachschuss aus acht Metern zum hochverdienten 2:0. Die TuS hatte alles im Griff und hätte bei besserer Chancenverwertung den Sack schon längst zumachen müssen. Dass sich im Fußball eine schlechte Torausbeute rächen kann, bestätigte sich in der 34. Spielminute: Frick verlor einen Ball im Mittelfeld, Defensivmann Robert Kristofic schlug über selbigen, der Holzgerlinger Marco Bernhardt lief daraufhin alleine auf TuS-Torwart Hoffmann zu und zog aus 14 Metern trocken zum 2:1-Anschlusstreffer ab. Mit dem Tor war die Überlegenheit der Gastgeber wie weggewischt und Holzgerlingen übernahm, aber ohne einen weiteren Treffer zu erzielen, die Initiative bis zur Pause.

Trainer Teixeira- Rebelo reagierte und brachte Irakli Burchuladze für Ferenc Grosz, um neue Impulse im Spiel nach vorne zu setzen. Was zunächst auch klappte: Der Georgier verzog nach einem herrlichen Pass von Klimatsidas nur knapp über das Tor (53.).

Doch die bereits in der Tabelle gesicherten Gäste blieben stets gefährlich und schenkten den Gastgebern nicht im geringsten etwas. Vor allem Mittelfeldspieler Marco Bernhardt war ein Aktivposten seiner Mannschaft und sorgte immer wieder für viel Wirbel in der TuS-Hintermannschaft. Metzingen war zwar bemüht, die letzte Konsequenz fehlte aber jetzt.

Und so kam es, wie es kommen musste. Nach einem erneut einfachen Ballverlust im Mittelfeld setzte sich Bernhardt über links durch, spielte quer auf den völlig frei stehenden Tremmel, der zum nicht unverdienten 2:2-Unentschieden einnetzte. Weitere Treffer fielen nicht mehr und so konnten sich die TuS-Kicker am Ende nach einer Saison mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen über den Klassenerhalt freuen.

So spielten sie

TuS Metzingen: Hoffmann - Frick, Dieze, Reitter, Grosz (46. Burchuladze), Kristofic, Klimatsidas (69. Bajorat), Schindler, Stephan Rothweiler (61. Gutjahr), F. Krasser, Plangger.

SpVgg Holzgerlingen: Bonertz - Haab, Ewald, Tremmel, Sabasch, P. Hoff, Hauth ( 77. M. Hoff), Bernhardt, Herzog (46. Harrison), Hahn (64. Wohlbold), Berenbold.

Tore: 1:0, 2:0 Klimatsidas (9., 25.), 2:1 Bernhardt (34.), 2:2 Tremmel (79.).

Schiedsrichter: Jens Neuffer (Rutesheim).

Zuschauer: 200.

Hier geht es zur Landesliga-Tabelle.

Stimmen zum Spiel der TuS Metzingen
 

Zizino Teixeira-Rebelo (Trainer TuS Metzingen): "Wir hatten zu Beginn Mühe in die Partie zu kommen, aber nach einer taktischen Umstellung waren wir klar die spielbestimmende Mannschaft. Die 2:0-Führung war hochverdient und hätte sogar höher ausfallen müssen. Dann machen wir einen Fehler in der Abwehr, der prompt bestraft wurde und den Gegner stark machte. Nach dem 2:2 fing das große Zittern an und es war nichts für schwache Nerven. Selbst nach dem Schlusspfiff mussten wir noch warten, bis die erleichternde Nachricht aus Mössingen kam. Ein Danke an Schramberg, die uns praktisch mit ihrem Unentschieden gegen Mössingen vor der Relegation bewahrt haben. Aber auch ein Kompliment an meine Mannschaft, die mit viel Einsatz und Kampf die schwierigen letzten Wochen gemeistert hat. Ab sofort beginnt die Planung für die nächste Saison. Auf Trainer Ioannis Tsapakidis wartet viel Arbeit, dass ist sicher."

Ilias Klimatsidas, Doppeltorschütze der TuS Metzingen: "Wir hätten nach dem 2:0 einfach noch eins nachlegen müssen. Die Möglichkeiten waren da, doch leider haben wir die Partie dann noch aus der Hand gegeben. Über das 2:2 bin ich natürlich enttäuscht aber dass wir nun den Klassenerhalt geschafft haben, freut uns alle. Damit bleiben uns zwei Wochen Training, die Relegationsbegegnung und das Zittern um den endgültigen Klassenerhalt erspart."

Philipp Reitter, Kapitän der TuS Metzingen: "Es war nicht einfach, denn man merkte der Mannschaft zunächst an, dass unheimlich viel Druck auf ihr lastete. So brauchten wir einige Minuten, um in die Partie zu kommen, danach übernahmen wir aber die Initiative und haben hochverdient 2:0 geführt. Ärgerlich ist, dass unsere erfahrene Defensive, inklusive mir, mit einem Patzer den Gegner wieder ins Spiel brachte. Am Ende sind wir mit einem großen blauen Auge davongekommen und beenden eine sicherlich nicht zufriedenstellende Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz."

 

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