Fußball Reutlingen gegen Backnang: Eine Backpfeife mit Folgen

 Mattias Jedele
Mattias Jedele © Foto: Thomas Kiehl
Backnang / mj 29.08.2018

Fußballspiele begeistern die Massen. So heißt es doch. Und da gehören Emotionen der Fans natürlich mit dazu. Wenn jene Emotionen jedoch in Gewalt übergehen, dann läuft etwas falsch. So geschehen am vergangenen Samstag in der Oberliga-Partie zwischen der TSG Backnang und dem SSV Reutlingen Fußball. In der 81. Minute, beim Spielstand von 1:0 für die 05er, foulte SSV-Kapitän Pierre Eiberger den Backnanger Oguzhan Biyik im Mittelfeld, was einen Freistoß zur Folge hatte. Eigentlich kein Anlass für übertriebene Aufregung, doch das sahen einige Reutlinger Anhänger anders. Die keine zehn Meter schräg hinter der TSG-Auswechselbank postierten Gästefans machten ihrem Unmut lautstark Luft. Ein Disput mit der Backnanger Bank war die Folge. Zuerst flogen Wörter, dann die Fetzen. TSG-Assistenzcoach Darko Milosevic bekam eine unfreiwillige Bierdusche und TSG-Ersatztorwart Michael Quattlender eine Backpfeife verpasst. Nach einer längeren Unterbrechung wurde die Partie dann fortgesetzt.

Um allen Missverständnissen an dieser Stelle vorzubeugen, so etwas geht natürlich gar nicht und gehört bestraft. Daher ist es auch vollkommen richtig, dass Strafanzeige gegen die Übeltäter gestellt wurde.

Hinterfragt werden darf jedoch die Art und Weise, wie es zu der eskalierenden Situation überhaupt kommen konnte. Denn es ist schon mehr als fahrlässig, dass man den Gäste-Fanblock so einrichtet, dass dieser keine zehn Meter von der Auswechselbank des Gegners entfernt ist. Vor allem, wenn 40 Meter weiter links genug Platz gewesen wäre. Weiterhin sollte die Frage gestattet sein, wo sich die extra für dieses Spiel engagierte Security zu diesem Zeitpunkt befand, denn sowohl vor, während, als auch nach der beschriebenen Situation war diese nicht einmal annähernd am „Tatort“. Im Nachgang jetzt Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen, ist das gute Recht der TSG Backnang, spottet bei genauerer Betrachtung jedoch jeglicher Beschreibung. Denn in der Spielordnung des Württembergischen Fußball-Verbandes ist ganz klar geregelt, dass der Heimverein für die Sicherheit auf und neben dem Platz zu sorgen hat. Dies heißt jedoch im Umkehrschluss nicht, dass den SSV hier keine Schuld trifft, auch er muss eine Lösung finden, damit sich eine solche Szene mit seinen Fans in der  Zukunft nicht wiederholt. „Wir verurteilen das aufs Schärfste, das geht gar nicht“, betont Michael Schuster als Vorsitzender des SSV Reutlingen Fußball, und ergänzt: „Wir arbeiten das gerade auf.“ Für ihn ist aber klar, „dass das mit dem Ausgang des Spiels nichts zu tun hat. Man muss auch Größe haben und ein guter Verlierer sein.“

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