Ein Wiedersehen mit Tim Hahn in Dettingen

Tim Hahn (Mitte) trifft am 11. Bezirksliga-Spieltag auf alte Bekannte, wenn seine Kirchentellinsfurter beim TSV Dettingen an der Erms vorstellig werden. Foto: Archiv
Tim Hahn (Mitte) trifft am 11. Bezirksliga-Spieltag auf alte Bekannte, wenn seine Kirchentellinsfurter beim TSV Dettingen an der Erms vorstellig werden. Foto: Archiv
GIOVANNI DE NITTO 18.10.2013
Wenn der Tabellenzweite TB Kirchentellinsfurt am kommenden Sonntag zum Aufsteiger TSV Dettingen an die Erms fährt, ist es für Stürmer Tim Hahn die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Wer darf im Aufsteigerduell die drei Punkte auf seiner Habenseite verbuchen? Der TSV Gomaringen (14 Punkte) empfängt den SV Walddorf (8). Beide Mannschaften spielten im Vorjahr noch in der Reutlinger Kreisliga A2. Wenn man die beiden Duelle der Vorsaison in Betracht zieht (1:1, 0:1), sollte der Gast aus dem Schönbuch leicht favorisiert in die Partie gehen. Aber Vorsicht: Die Heimelf um Spielertrainer Jan Hoffmann ist in bisher fünf Heimspielen unbesiegt geblieben und will natürlich den Titel des besten Aufsteigers behalten.

Vor einer besonderen Herausforderung steht Tim Hahn am kommenden Wochenende: Der Stürmer des TB Kirchentellinsfurt (19) spielte viele Jahre sehr erfolgreich beim TSV Dettingen/Erms (14) und kehrt nun an seine altbekannte Wirkungsstätte ins Ermstal zurück: "Es ist fast so, als ob man nach Hause kommt. Ich kenne praktisch den ganzen Verein in- und auswendig, aber während der 90 Minuten wird das ausgeblendet", erklärt Hahn. Trotz der 0:2-Heimniederlage gegen Ofterdingen hat der Tabellenzweite vom Faulbaum ein klares Ziel vor Augen: "Wir wollen an die Spitze. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Und auch wenn es nicht einfach wird, wollen wir die drei Punkte mitnehmen", so die Ansage von Hahn. Doch auch Gastgeber und Aufsteiger TSV Dettingen geht selbstbewusst in die Partie: "Die Favoritenrolle geht sicher an den TBK, aber wenn wir die gleiche Einstellung und Mannschaftsleistung wie beim 5:2-Erfolg gegen den SSV Reutlingen II abrufen, ist alles möglich", meint der zurzeit verletze TSV-Spielertrainer Marc Le Pretre. Auf das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Hahn freut sich der 29-jährige Trainer der Dettinger besonders, aber er weiß auch um Hahns Qualitäten: "Tim ist seit Jahren einer der besten Stürmer in der Region. Er ist immer brandgefährlich und über 90 Minuten praktisch nicht auszuschalten. Wir werden nicht so blauäugig sein und mit offenen Visier nach vorne rennen, dafür hat der TBK neben Tim zu viele gute Offensivleute. Wir werden kompakt stehen und auf unsere Chancen warten", verrät Le Pretre.

Am kommenden Sonntag empfängt der SSV Rübgarten (14) in Gestalt des SSV Reutlingen Fußball II (11) die Torfabrik der Liga (bisher 33 erzielte Treffer). Doch die Gäste von der Kreuzeiche sind noch auf der Suche nach der Konstanz in dieser Saison, denn in den zehn bisherigen Partien kassierten die Reutlinger 23 Gegentreffer - einfach zu viele, um vorne mitzumischen. Das Team von SSV-II-Spielertrainer Kim Laudage hinkt mit Platz elf auch deutlich den eigenen Erwartungen hinterher und sollte sich nach zuletzt zwei Niederlagen keine weitere erlauben, um nicht noch weiter in den Tabellenkeller zu rutschen. Ein erster Schritt zurück auf die Erfolgsspur wäre da ein Auswärtssieg, allerdings kein leichtes Unterfangen bei den bisher auf heimischen Geläuf ungeschlagenen grün-weißen Kickern aus Pliezhausen-Rübgarten.

Zweitbester Sturm (26 Tore) trifft auf schlechteste Abwehr (34 Tore) der Liga: Der SV Croatia Reutlingen (16) erwartet Aufsteiger SV Wurmlingen (2). Die Kroaten um Trainer Martin Wagner müssen nach zwei Spielen ohne Sieg nun gegen das bisher sieglose Schlusslicht wieder drei Zähler einfahren, alles andere wäre praktisch eine kleine Sensation. Die Stimmung bei den Kickern des FV Bad Urach (18) könnte derzeit nicht besser sein, denn die Zittelstätter spielen eine gute Runde und stehen auf einem hervorragenden vierten Tabellenplatz. Der 3:0-Heimsieg gegen den TV Derendingen war schon der fünfte Sieg im neunten Spiel (nur eine Niederlage) für die Mannschaft des FVU-Trainergespanns Steven Schanz und Andreas Hintke. Dabei prognostizierten nicht wenige der Uracher Elf eine ganz schwere Saison, hatte man doch in der Zittelstatt den Abgang einiger Stammspieler zu verkraften.

War das Spiel der Uracher in der letzten Runde noch stark von der Treffsicherheit des zum SSV Reutlingen Fußball II gewechselten Stürmers Lacky Karapantzos abhängig, haben sich in dieser Spielzeit unlängst neue Akteure in den Vordergrund gespielt. "Unser Ziel ist es, den FV Bad Urach mittelfristig in der Bezirksliga zu etablieren", sagte FVU-Vorsitzender Uwe Redlich bei seinem Amtsantritt vor einigen Jahren. Nun scheint man diesem Ziel in Bad Urach allmählich gerecht zu werden, die Mannschaft ist kein klassischer Abstiegskandidat mehr. Dies ist zum großen Teil auch den beiden neuen Trainern Schanz und Hintke geschuldet, aber auch die Neubesetzung der Aufgaben im organisatorischen Bereich sind Bausteine des sportlichen Erfolgs.

Nach kurzer Auszeit konnte Peter Seibold wieder als Spielleiter und mit Hansi Szabo ein weiterer Betreuer für die Mannschaft installiert werden. Für Uwe Redlich gibt es allerdings auch einen anderen Faktor, der beim derzeitigen Erfolg eine große Rolle spielt: "Das wir vor allem zu Hause so stark sind, liegt mitunter an der fantastischen Kulisse in der Zittelstatt. Die tolle Unterstützung, den Rückhalt durch unsere Anhänger, spüren die Jungs auf dem Platz und zahlen dies mit Kampf und Einsatzwille zurück."

Am kommenden Sonntag fährt der FV Bad Urach nun zum Kellerkind TSG Tübingen (6) und möchte gegen die Mannschaft von Tomislav Tadic seinen zweiten Auswärtserfolg in trockene Tücher bringen. Dass es kein Selbstläufer an der Europastraße wird, sollte die Schanz-Elf aber wissen, denn im Vorjahr gab es in zwei Spielen (3:4, 0:0) keinen Sieg der Zittelstätter.

Mit dem souveränen 5:1-Sieg gegen den TSV Gomaringen konnte sich Tabellenführer TSV Dettingen/Rottenburg (24) weiter von seinen Verfolgern absetzen. Mit nunmehr vier Punkten Vorsprung und einer Partie weniger, reist die absolute Überraschungsmannschaft der Saison auch zum TV Derendingen (14) als klarer Favorit an.