Fußball, Oberliga Ein Dreier für die Moral

Gut verteidigen – und dann auch noch Tore bejubeln. So stellt man sich das beim SSV Reutlingen heute in Pforzheim vor.
Gut verteidigen – und dann auch noch Tore bejubeln. So stellt man sich das beim SSV Reutlingen heute in Pforzheim vor. © Foto: Axel Grundler
Fussball / Von Wolfgang Gattiker 23.09.2017

Gerade rechtzeitig vor dem Spiel gegen den SSV Reutlingen, hat der 1.CfR  Pforzheim die Kurve bekommen, denn nach dem 2:7-Debakel gegen Balingen hat man nun beim KSC 1:0 gewonnen, als Dominik Salz traf. Im Vorjahr gab es in Pforzheim ein 1:1, in Reutlingen einen 4:2-Sieg des SSV, aber die Mannschaften sind nicht mehr wiederzuerkennen.

Das sei ein Break in Karlsruhe  gewesen, nun hofft Trainer Adis Herceg (er kam für Teo Rus) auf die Wende.  Die Goldstädter verstärkten sich mit Grupp, Hadzic, Stark, Charrier und Saito (alle TuS Koblenz), App und Delic (beide KSC), Coppola (Freiberg), Borac (SSV Ulm), Suddoth (VfB Stuttgart), Orfanidis (Calcio Leinfelden) und Bode (Stuttgarter Kickers).

Mit Dirk Prediger, Yannik Schramm und Filip Milisic stehen drei  ehemalige Pforzheimer im SSV-Kader. Dazu kommt auch Sidy Niang: Der Senegalese darf aber nicht spielen. SSV-Trainer Jochen Class dazu: „Er kam ablösefrei, die Pforzheimer stellten die Bedingung, dass er gegen sie nicht  aufläuft. So muss er pausieren, er fehlt uns natürlich.” Die Personalsituation sieht so aus: Wiesner, Springer und Haas trainieren,  Hartmann  und Schiffel sind verletzt.

Class weiß: „Pforzheim ist im Aufwind, das ist eine völlig neue Mannschaft. Sie haben sich gefangen, sind ein bisschen schwächer als Neckarsulm. Solche Gegner bekommt man nicht alle Tage, und wenn man dann 0:0 spielt, ist das ein Erfolg. Es gibt doch in der Oberliga keinen Schönheitspreis, so auch heute nicht, da steht Kampf an erster Stelle, dann viel Laufarbeit, ein gutes Spiel gegen den Ball von allen.“ Class sieht zwei Typen von Mannschaften: Die einen, wie Bissingen oder Neckarsulm, spielen schnell nach vorne, auch mit langen Bällen. Andere verbarrikadieren sich, wie Oberachern in Nöttingen, wollen ein 0:0.

Der SSV-Trainer weiter: „Pforzheim wird Druck erzeugen, spielte jetzt zu Null. Wir aber müssen die Offensive verstärken, die Defensive war gut – zwei Mal zu Null. Ich bin kein Freund davon, dieselben elf Spieler immer wieder auflaufen zu lassen. Die Trainingsleistungen sind wichtig, es muss ein Anreiz für die Spieler, die nicht eingesetzt wurden, sein, Vollgas zu geben. Wir werden offensiver antreten, mit den daraus  folgenden Tugenden, engagiert spielen, uns gegenseitig helfen und wir müssen die Chancen noch besser nutzen. Das ist nach wie vor ein Manko, das wir im Training abstellen wollen.“

Auswärtsstärke

Der SSV Reutlingen holte in dieser Spielzeit sieben von neun möglichen Punkten auf fremden Plätzen, diese Serie soll ausgebaut werden. Man ist auswärts eine Macht, ein Dreier wäre für die Moral und das Selbstvertrauen gut. Doch Class weiß, was auf sein Team zukommt: Ein CfR, der den zweiten Sieg in Folge  anstrebt und zwar mit aller Macht.

Pierre Eiberger, der Kapitän, meint: „Wir haben aus den letzten beiden Spielen vier Punkte geholt, das ist der Beginn einer kleinen Serie. Wir wollen am Samstag auch in Pforzheim punkten oder gewinnen, werden alles dafür tun.“