Reutlingen / Matthias Jedele

Mit hängenden Köpfen verließen gestern Abend die Akteure des SSV Reutlingen den Rasen des Kreuzeichestadions. Trotz einer sehr engagierten Leistung, vor allem im ersten Durchgang, mussten sich die Kreuzeichekicker mit 1:4 dem SSV Ulm 1846 Fußball im Halbfinale des WFV-Pokals geschlagen geben.

Starke Kulisse

Vor der beeindruckenden Kulisse von 4248 Zuschauern waren die 05er zu Beginn der Partie absolut ebenbürtig. Lediglich der finale Pass oder Abschluss im Ulmer Strafraum fehlte. Nach 21 gespielten Minuten gingen die Gäste dann etwas überraschend in Führung. Die Reutlinger Hintermannschaft bekam den Ball nicht weit genug geklärt, und so konnte Ulms Nicolas Jann mit einem 20-Meter-Schuss, der direkt neben dem Pfosten einschlug, die Führung für die Spatzen erzielen.

Die Reutlinger waren nur kurz geschockt und versuchten nun mit einem offensiven Pressing zum Erfolg zu kommen. Tim Schwaiger hatte so nach einer halben Stunde Spielzeit den Ausgleich auf dem Fuß, als ihm Ulms Schlussmann David Hundertmark unfreiwillig das Spielgerät auflegte. Schwaiger brachte den Ball aus spitzem Winkel aber nicht im leeren Ulmer Tor unter.

Schock nach Wiederanpfiff

Nach Wiederanpfiff waren nicht nur beide Cheftrainer, sondern scheinbar auch die komplette Reutlinger Hintermannschaft noch in der Kabine. Nur 13 Sekunden war die zweite Hälfte alt, da klärte Reutlingens Tim Schwaiger eine Flanke unzureichend mit dem Kopf in die Mitte, und dort nahm Nicolas Jann Maß und stellte mit seiner Direktabnahme auf 2:0.

Dieser Treffer zeigte Wirkung und keine 120 Sekunden später war die Partie entschieden. Erneut konnte die Abwehr der 05er einen hohen Ball nicht richtig klären, und so erzielte Ardian Morina mit seiner Direktabnahme das 3:0 für die Gäste. Die Hausherren versuchten zwar nochmals alles, um wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, doch offensiv kam von der Rus-Elf zu wenig. Felix Higl stellte zwölf Minuten vor dem Ende auf 4:0, als er eine Morina-Hereingabe aus kurzer Distanz  nur noch über die Linie drücken musste. Den Reutlingern gelang aber dann doch noch der verdiente Ehrentreffer. Der eingewechselte Marcel Avdic setzte sich geschickt durch, scheiterte mit seinem Rückzieher aber an der Querlatte. Daniel Elfadli war jedoch zur Stelle und markierte so den 1:4-Endstand.

„Wir sind sehr froh, dass wir unserer Favoritenrolle gerecht werden konnten. Anfangs haben wir etwas gebraucht, um in die Partie zu kommen. Der SSV Reutlingen hat es aber im ersten Durchgang auch sehr gut gemacht“, lobte Ulms Cheftrainer Holger Bachthaler nicht nur seine Schützlinge und ergänzte: „In der zweiten Halbzeit waren wir dann sehr effektiv. Wir freuen uns sehr über den Finaleinzug und wollen nun natürlich unseren Titel auch verteidigen.“ Auch Reutlingens Cheftrainer Teodor Rus war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht unzufrieden: „Das 4:1 klingt natürlich sehr hart. Wir haben uns drei Tore aber auch einfach selbst eingeschenkt. Man muss jedoch auch anerkennen, dass die Ulmer als Regionalligamannschaft gedanklich einfach weiter sind als wir. Nichtsdestotrotz haben wir alles gegeben, durch Zweikampf- und Laufbereitschaft überzeugt. Am Ende hat es jedoch nicht gereicht.“

Im zweiten Halbfinale setzte sich der Verbandsligist TSV Essingen sensationell mit 3:2 gegen den Oberligisten SGV Freiberg durch und fordert nun am 25. Mai die Spatzen im Finale heraus.

Steno mit SSV-Noten

SSV Reutlingen gegen
SSV Ulm 1846 Fußball

1:4

Reutlingen: Jurkovic (Note: 3,5), Schiffel (2,5), Reisig (3), Vogler (3), Schramm (3) (69. Avdic/3), Eiberger (3), Wöhrle (3), Maier (4), Schwaiger (4) (63. Schmitt/4), Elfadli (3), Gilés Sanchez (4) (75. Kuengienda/4).
Ulm: Hundertmark, Krebs, Reichert, Higl (81. Bagceci), Stoll, Gutjahr (64. Sapina), Morina, Gashi (81. Rathgeber), Schmidts (71. Schindele), Campagna, Jann.
Tore: 0:1, 0:2 Jann (21., 46.), 0:3 Morina (48.), 0:4 Higl (78.), 1:4 Elfadli (82.).
SR: Petersen (Stuttgart)