Serie „Sport im Blick“ Durch Leistung Respekt verschafft

Eberhard Greiner hat gut lachen, ihm hat die Schiedsrichterei im Fußball stets gefallen. „Er ist im positiven Sinne ein Sportverrückter“, sagt ein Kollege über ihn.
Eberhard Greiner hat gut lachen, ihm hat die Schiedsrichterei im Fußball stets gefallen. „Er ist im positiven Sinne ein Sportverrückter“, sagt ein Kollege über ihn. © Foto: Privat
Metzingen / Leopold Freudemann 17.01.2018

Schiedsrichter-Obmann Philipp Herbst lobt Eberhard Greiner: „Wenn ich ihn zu Problemspielen eingeteilt habe brauchte ich nie besorgt sein. Und wenn das Spiel 80 Kilometer weit entfernt war, ich habe nie ein Murren von ihm gehört.“ Der Boss der Fußballschiri-Gruppe Reutlingen weiß von was er spricht, denn auf seinen Kollegen Eberhard Greiner ist und war stets Verlass. In den 15 Jahren der Zusammenarbeit kann Herbst nur Positives berichten.

Greiner sei immer zur Verfügung gestanden, habe die Spiele sehr gut geleitet, es habe nie großen Ärger gegeben. Ins selbe Horn stößt sein Kollege Klaus Rapp, der selbst kürzlich für 35 Jahre Tätigkeit als Schiri-Funktionär geehrt worden ist. „Er hat sich durch Leistung Respekt verschafft. Auf dem Spielfeld ist er eher der Schiri-Manager, der viel kommuniziert, immer versöhnlich und ausgleichend handelt. Er ist mehr als zuverlässig und immer ein guter Kamerad. Ihm ist nicht wohl, wenn er am Wochenende nicht auf dem Sportplatz war. Er ist im positiven Sinne ein Sportverrückter“.

Der in Riederich geborne und in Metzingen aufgewachsene Eberhard Greiner ist im vergangenen Monat für 50 Jahre aktive Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter von der Schiri-Gruppe Reutlingen geehrt worden. Mit 18 Jahren begann er 1967 für die TuS Metzingen seine Laufbahn. Diese führte ihn in den 70er Jahren bis in die damalige 2. Amateurliga. Insgesamt hat er über 1700 Spiele geleitet und ist bis heute noch im Einsatz. Nun möchte der 68-Jährige nach dieser Saison aber Schluss machen – auch weil eine Knieoperation ansteht und der Rücken immer wieder Probleme macht. Seit 2003 ist er Ehrenmitlied bei der TuS Metzingen. „Mir hat die Sache immer Spaß gemacht, sonst wäre ich nicht so lange dabei geblieben“ sagt der Jubilar, der seit 2004 nun in Sonnenbühl-Genkingen wohnt, aber den Kontakt ins Ermstal nie abgebrochen hat.

Viel rumgekommen

Als Schiedsrichter ist Eberhard Greiner, der in vielen Sportarten wie Radfahren, Ski, Triathlon oder im Laufsport selber aktiv war, viel rumgekommen, kennt hunderte von Sportplätzen. Von Heilbronn bis Friedrichshafen und vom Schwarzwald bis Ulm. Seine Frau und die beiden Kinder hat er in all den Jahren stets mitgenommen. Wind und Wetter waren seine Begleiter. Und wenn seine Schwiegermutter aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse so manche Spielabsage vorhersagte, musste er heimlich in sich hineinlachen. Und manchmal, wenn auch sehr selten, musste ihm seine Frau am Spielfeldrand zur Seite stehen. Dann nämlich, wenn sie den ein oder anderen aufgebrachten Fan zur Räson brachte. So wie beispielsweise im Nachbarbezirk Zollern Alb, als Zuschauer in der Partie der Spfr. Bitz gegen die TSG Balingen mit Regenschirmen fuchtelten. Insgesamt pfiff er acht Jahre lang in der Landesliga und lange Zeit in der Bezirksliga, aktuell noch in der Kreisliga A. „Da hat es doch einige Schlachten gegeben, ich bin aber immer heil rausgekommen“, sagt er schmunzelnd. Auch bei den damaligen internationalen Jugendturnieren in Metzingen, Bad Urach und Pliezhausen wurde er eingesetzt, konnte so manchen späteren Nationalspieler begutachten. Und was blieb ihm dabei besonders haften? „Ein Endspiel in meinem Otto-Dipper-Stadion vor 1300 Zuschauern zu pfeifen war schon was besonderes.“

Eberhard Greiner bleibt dem Fußball erhalten. Wenn er seine aktive Zeit an den berühmten Nagel hängt, wird er sich weiter in der Schiri-Gruppe engagieren. Im Förderverein wird er Kassier bleiben, weiter Hallenturniere pfeifen und die Patenschaft bei den Jung-Schiris pflegen. Letzteres sieht er als wichtige Aufgabe an: „Bis die Neulinge richtig Fuß fassen dauert es ein Weilchen. Ich kümmere mich auch vor und nach den Spielen um den Nachwuchs.“

Arbeit gib es für ihn genug. Schon am 27. Februar steigt der nächste Neulings-Kurs. Nach den Lehrgängen folgt die Praxis, spätestens dann wird Greiner wieder aktiv sein. Zuvor, am 29. Januar, ist die Schiedsrichter-Hauptversammlung vorgesehen. Als sicher gilt, dass Obmann Philipp Herbst weitermacht. Im Gegensatz zu den Lehrwarten. Hier hören Gerhard Schmauder und Heinz-Werner Zwicknagel, der bald einen 70. Geburtstag feiern kann, auf.

Eberhard Greiner bleibt weiter engagiert

Eberhard Greiner ist gelernter Großhandelskaufmann, 68 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wohnt in Sonnenbühl-Genkingen. Die Tochter ist mit dem bekannten Schiri Björn Vielberth verheiratet, der es bis in die Oberliga geschafft hat. Greiner bekam alle Ehrungen des WFV (bis goldene Ehrennadel) und der Fußballschiri-Gruppe Reutlingen (bis goldenes Lorbeerblatt) überreicht. Wenn er im Sommer seine aktive Karriere auf dem Spielfeld beendet, wird er weiterhin für die SRG Reutlingen tätig sein. Im Förderverein, im Ausschuss und als Pate für „Junge Schiedsrichter“, die er in 15 Einsätzen pro Jahr betreut.