Die Bleistifte der Pressevertreter waren noch nicht einmal richtig gespitzt, da klingelte es schon auf dem Pfullinger Schönberg. Anspiel VfL, ein paar schnelle Pässe in die Spitze, Kevin Hausmann schlug einen Haken und brachte seine Farben nach rund 30 Sekunden mit 1:0 in Führung. Der Schock bei den Gästen aus Rottenburg saß natürlich tief. In der achten Minute köpfte Moritz Glasbrenner nach einer FCR-Ecke recht harmlos aufs Tor. Leichte Beute für Markus Hirlinger im Kasten der Echaz-Kicker.

In der 13. Zeigerumdrehung schlug das Spielgerät wieder im Gehäuse des FC ein. Steven Scheurer hatte sich auf der rechten Außenbahn durchgesetzt und spielte einen scharfen Flachpass in den Sechzehner. Rottenburgs Keeper Tobias Wagner rutschte auf klatschnassem Kunstrasen am Ball vorbei und war damit geschlagen. Patrick Ziegelmüller schob abgeklärt zum 2:0 ein.

Trotz des frühen Rückstandes gaben sich die Rottenburger nicht geschlagen und kämpften sich ins Spiel, waren über weite Strecken gleich stark wie die Hausherren. Nur es haperte gewaltig im Abschluss. Zunächst scheiterte Moritz Glasbrenner aus halblinker Position völlig frei an Hirlinger (16.), dann flog eine missglückte Flanke von Cihan Canpolat knapp über das rechte Lattenkreuz (21.) und zu guter Letzt ballerte wieder Glasbrenner freistehend die Kugel hoffnungslos in den nassen Pfullinger Himmel (27.). Die klägliche Chancenverwertung monierte auch FC-Coach Andreas Beyerle nach der Partie: "Wir haben uns ja Möglichkeiten herausgespielt, aber die eben nicht genutzt. Der VfL kam zwei Mal gut raus und der Gegentreffer kurz nach Wiederbeginn hat uns dann das Genick gebrochen."

Nach Wiederbeginn dauerte es nur knappe zwei Minuten, bis die Gäste den Ball wieder im eigenen Netz zappeln sahen. Nach einem Fehlpass der FCR-ler schaltete die Class-Elf blitzschnell um und war mit vier Pässen vor dem gegnerischen Tor. Das 3:0 besorgte der Doppeltorschütze Kevin Haussmann mit einem satten Schuss ins linke Toreck. Die Gäste bekamen trotz Überzahl nicht mehr viel zustande. Im Gegenteil. Bernd Kopp verlängerte in der 57. eine Ziegelmüller-Flanke beinahe ins eigene Netz. Zu seinem Glück stand der linke Pfosten im Weg. Auch der Doppelwechsel nach einer Stunde brachte nicht mehr die erhoffte Initialzündung ins Spiel des FC Rottenburg. Sieben Minuten vor dem Ende betrieb Kapitän Björn Straub noch Ergebniskosmetik, nachdem er auf rechts schön freigespielt wurde und Markus Hirlinger überwand.

VfL-Trainer Jochen Class hatte trotz des Dauerregens ein Grinsen im Gesicht: "Wir wollten den FC Rottenburg mit seinen eigenen Waffen schlagen, das ist uns gelungen. Zielstrebigkeit und frühes Pressing haben uns zum Sieg verholfen. Wir hätten auch in Unterzahl noch mehr Tore erzielen können." Bitter für die Rottenburger, dass Class Einschätzung völlig korrekt war.

So spielten sie

VfL Pfullingen: Hirlinger - Mojsisch, Roggenstein, Ünal, Güney (46. Maier), Hauser, Scheurer (63. Robertazzi), Haussmann, Ziegelmüller, Bochinger, Sassano

FC Rottenburg: Wagner - Kopp, Engraf, Reichert (62. Grammer), Straub, Canpolat, Glasbrenner, Gonsior, Bez (46. Braun), Hartmann, Basar (46. Baur).