Die besten Spiele bei schlechtem Wetter gemacht

ALBERT PUKALL 14.06.2013
Wieder einmal ist der FC Dottingen/Rietheim Meister einer C-Liga-Staffel geworden. Der Club kämpft in der nächsten Saison nicht nur um den Klassenerhalt, sondern einmal mehr auch gegen sein Fahrstuhl-Image.

Trainer Peter Kämpf hat es vor dem letzten Saisonspiel des FC Dottingen/Rietheim eigentlich spaßig gemeint: "Heute ist schönes Wetter, da werden wir wohl verlieren.". Er sollte recht behalten: Beim Saisonfinale setzte es eine 1:3-Heimniederlage gegen den FC Gomadingen/Dapfen II. Auch die anderen beiden Niederlagen in dieser Spielzeit gegen den FC Erpfingen/Willmandingen II (3:4) und den SV Gächingen (3:5) gab es bei strahlend blauem Himmel und sehr viel Sonnenschein. Von "Schön-Wetter-Fussballern" kann man beim FC Dottingen/Rietheim nicht sprechen.

Neben diesen drei Niederlagen verbuchte der FC auch vier Unentschieden, so dass die Meisterschaft mit 37 Punkten geholt wurde. Als bester Torschütze steht Benjamin Wetzel mit zehn Treffern in der Mannschaftsstatistik. Erst in der Rückrunde drehte der FC richtig auf. Die Folge ist der Aufstieg in die Kreisliga B, Staffel 1 - und das kennt man schon bei der Spielgemeinschaft aus Dottingen und Rietheim.

In den vergangenen zehn Jahren feierte man gleich viermal den Aufstieg in die B-Liga, musste jedoch auch vier Abstiege hinnehmen - und erlebte damit viele Höhen und Tiefen. "Da verwundert es nicht, dass uns viele im Bezirk deswegen als Fahrstuhlmannschaft ansehen", sagt der Trainer Peter Kämpf, dem vor allem die krassen Unterschiede zu schaffen machen: "In der Vergangenheit haben wir es kaum geschafft, mit Ausnahme der Relegation vor zwei Jahren, auch nur annähernd in der B-Liga mitzuhalten. Wir standen fast immer bereits frühzeitig als Absteiger fest, und das obwohl unser Kader damals eigentlich besser war, als der aktuelle", so der 43-Jährige .

Kämpf, der beim TSV Sondelfingen Bezirksligaerfahrung gesammelt hat, geht nun in seine fünfte Saison beim FC Dottingen/Rietheim und weiß, dass es erneut schwer wird: "Wir kämpfen vom ersten Spieltag an um den Ligaverbleib."

Die Stärken seiner Elf sieht Kämpf vor allem im spielerischen Bereich und im Kurzpassspiel, dass er in den letzten Jahren versucht hat zu fördern. Im Zweikampfverhalten indes hat er noch erhebliches Verbesserungspotential ausgemacht. "Da wird einer der Schwerpunkte in der Vorbereitung liegen, ebenso wie beim Umschalten von der Abwehr auf den Angriff. Das dauert häufig noch zu lange", so Kämpf.

Ein Hauptproblem ist jedoch der dünne Kader. Sind alle Spieler da, so kann der Trainer auf 15 Leute zurückgreifen. Durch abwesende Studenten liegt der Durchschnitt im Training jedoch bei maximal zwölf Spielern. "Das ist natürlich für die B-Liga zu wenig", so Kämpf: "Wir suchen deswegen dringend neue Spieler, die sehr gerne zu einem Schnuppertraining zu uns kommen können", sagt Peter Kämpf, der auch telefonisch Auskunft erteilt (0172 9990743).

Neulinge werden überrascht sein, was dem FC Dottingen/Rietheim für eine Unterstützung zuteil wird. Ob zuhause oder auswärts, ob in der C- oder B-Liga - in jedem Spiel wird das Team von 50 bis 70 Zuschauern unterstützt. "Wenn wir auswärts spielen, wurde ich schon häufiger gefragt, ob denn überhaupt noch jemand im Ort ist", sagt Kämpf mit einem Lächeln.

Nicht nur für die treuen Zuschauer am Spielfeldrand, auch für die Motivation der Aktiven wäre der Klassenerhalt eine riesige Sache. Aber Kämpf bleibt Realist: "In unserer jetzigen Situation ist das nur möglich, wenn wir von Verletzungen und Ausfällen verschont bleiben."

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